"Begründungen für Einsatz überzeugen mich nicht"

EKD-Chef Bedford-Strohm kritisiert Syrien-Einsatz

Passau - Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, kritisiert den Bundeswehr-Einsatz im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien.

"Mich überzeugen die Begründungen für diesen Einsatz nicht", sagte Bedford-Strohm der "Passauer Neuen Presse" vom Mittwoch. Gewalt sei immer das letzte Mittel, dies sei der "Kern evangelischer Friedensethik". Er habe "große Zweifel, dass dieses Kriterium erfüllt ist", sagte Bedford-Strohm.

Diejenigen, die über den Bundeswehreinsatz zu entscheiden hatten, hätten es sich allerdings "nicht leicht gemacht und auch die ethischen Probleme abgewogen", sagte Bedford-Strohm. Es müsse debattiert werden, wie der IS zurückgedrängt werden könne. "Dabei können wir das Mittel militärischer Gewalt nicht ausschließen", sagte der EKD-Ratsvorsitzende. "Man muss aber sehr genau abwägen, ob ein bestimmtes militärisches Vorgehen dem sogenannten Islamischen Staat nicht nur noch mehr Zulauf beschert."

Die Bundeswehr unterstützt in Syrien seit Kurzem die internationale Militärallianz, die Luftangriffe gegen den IS fliegt, unter anderem mit einem Tankflugzeug. Im Januar sollen zudem Aufklärungsflüge deutscher Tornado-Jets beginnen. Direkte deutsche Angriffe auf den IS sind nicht vorgesehen.

Um dem IS sein Vorgehen zu erschweren, hatte der UN-Sicherheitsrat in der vergangenen Woche eine Resolution verabschiedet, die sich gegen die Finanzquellen der Organisation richtet. Bedford-Strohm sagte, für diesen Beschluss sei er "dankbar". Solche "gewaltfreien Maßnahmen" könnten sich am Ende als "wirklich wirksam" erweisen.

AFP

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