Saudischer Blogger Raif Badawi in Haft im Hungerstreik

+
Demonstranten fordern im Mai die Freilassung des saudischen Bloggers Raif Badawi. Foto: Paul Zinken/Archiv

Kairo (dpa) - Der inhaftierte saudische Blogger Raif Badawi ist nach Angaben seiner Ehefrau in einen Hungerstreik getreten.

Er habe den Hungerstreik am Dienstag begonnen, nachdem er in ein abgelegenes Gefängnis außerhalb der Stadt Dschidda im Westen Saudi-Arabiens verlegt worden sei, sagte Ensaf Haidar. Dies bedeute, das sein Fall abgeschlossen worden sei.

"Seine Stockhiebe könnten jederzeit wieder anfangen", sagte Haidar, die mit den drei gemeinsamen Kindern in Kanada lebt. "Ich mache mir große Sorgen um seine Gesundheit, denn er ist schwach und hat gesundheitliche Probleme." Die saudischen Behörden machten dazu am Freitag keine Angaben.

Der Blogger verbüßt im islamisch-konservativen Saudi-Arabien eine zehnjährige Haftstrafe wegen angeblicher Beleidigung des Islams. Außerdem wurde der 31-Jährige zu 1000 Stockhieben verurteilt. Die ersten 50 Stockhiebe hatte er im Januar erhalten. Dagegen gab es weltweit Proteste. Die weitere Vollstreckung wurde ausgesetzt, offiziell aus Gesundheitsgründen.

Die Linken-Menschenrechtsexpertin Annette Groth forderte die Freilassung Badawis und anderer politischer Gefangener in Saudi-Arabien. "Die Bundesregierung muss sich endlich nachdrücklich dafür einsetzen, dass die barbarischen Körperstrafen genauso wie die Todesstrafe in Saudi-Arabien abgeschafft werden", erklärte die Bundestagsabgeordnete.

Twitter-Account für Raif Badawi

Ensaf Haidar bei Twitter

Kommentare

Meistgelesen

Verhafteter Salafist plante Bombenanschlag auf Polizei
Verhafteter Salafist plante Bombenanschlag auf Polizei
Deutschlandtrend: SPD erstmals seit 2006 wieder vor der Union
Deutschlandtrend: SPD erstmals seit 2006 wieder vor der Union
U-Ausschuss: Merkel will an Geheimdienst-Kooperation mit USA festhalten
U-Ausschuss: Merkel will an Geheimdienst-Kooperation mit USA festhalten
Kabinett beschließt schärfere Regeln für Abschiebungen
Kabinett beschließt schärfere Regeln für Abschiebungen
Salafisten-Festnahmen: Wie groß war die Terrorgefahr wirklich?
Salafisten-Festnahmen: Wie groß war die Terrorgefahr wirklich?