fordert Einreiseverbot für Muslime in die USA

Rowling vergleicht Trump mit Lord Voldemort

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Donald Trump.

Washington - Nur wenige Tage nach der mutmaßlichen Terrorattacke im kalifornischen San Bernardino meldet sich Donald Trump mit einer weiteren krassen Forderung zurück: ein komplettes Einreiseverbot von Muslimen in die USA.

Update vom 9. Dezember 2015: Was ist für Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 drin? ImInterview gibt USA-Experte Dr. Josef Braml eine Einschätzung über Taktik und Erfolgsaussichten Donald Trumps.

Trump begründete dies am Montag in einer Mitteilung mit einer Umfrage, in der eine große Zahl der befragten Muslime Gewalt gegen Amerikaner in den USA bejaht habe, weil sie Teil des globalen Dschihad sei.

Die Umfrage wurde angeblich im Frühsommer 2015 unter 600 Menschen gemacht. Eine entsprechende Mitteilung des befragenden Instituts soll vom 23. Juni stammen.

Die Repräsentanten des Landes müssten herausfinden, was eigentlich los sei, erklärte Trump. „Wir müssen herausfinden, woher all dieser Hass kommt.“

Trumps Forderung kommt wenige Tage nach einer mutmaßlichen Terrorattacke im kalifornischen San Bernardino, bei der 14 Menschen erschossen wurden. Eine Täterin hatte sich vor der Attacke als Anhängerin der Terrormiliz Islamischen Staat (IS) offenbart. Die beiden Täter waren Muslime.

Trump erklärte: „Solange wir dieses Problem und die damit verbundenen Gefahren nicht verstehen, darf unser Land kein Opfer der Attacken von Leuten werden, die an den Dschihad glauben.“

Muslimvertreter: Trump klinge wie Anführer eines Lynchmobs

Das Weiße Haus erklärte, Trumps Forderung sei vollkommen konträr zu den Werten der USA. Ben Rhodes, stellvertretender nationaler Sicherheitsberater des Präsidenten, sagte CNN: „Wir haben die Anerkennung der Religionsfreiheit in unserer Verfassung.“

Amerikanische Muslimvertreter sagten, Trump klinge wie der Anführer eines Lynchmobs.

Selbst die republikanische Mitbewerber rückten mit zum Teil harschen Worten von Trumps Statement ab. Es gab von keinem Kandidaten Zustimmung.

  • J.K. Rowling, Schöpferin von Harry Potter, vergleicht auf Twitter Donald Trump mit Lord Voldemort, der Hauptfigur des Bösen in ihrer Romanreihe: „Wie abscheulich. Voldemort war nicht mal annähernd so schlimm.“
  • Ted Cruz (Senator, Texas): „Das ist nicht meine Politik.“ 
  • Marco Rubio (Senator, Florida): „Ich stimme Donald Trumps Vorschlag nicht zu. Seine Art, haarsträubende und beleidigende Statements abzugeben, wird die Amerikaner nicht zusammenbringen.“
  • Ben Carson (ehemaliger Chirurg): „Jeder, der unser Land besucht, sollte währenddessen registriert und beobachtet werden. Wir dürfen aber nicht dafür stimmen, jemanden wegen seiner Religion zu selektieren.“
  • Jeb Bush (Ex-Gouverneur, Florida): „Trump ist komplett verwirrt. Seine „politischen“ Versprechen sind unglaubwürdig.“
  • Carly Fiorina (frühere CEO Hewlett Packard) zu NBC: „Eine gefährliche Überreaktion. Trump spielt immer mit den schlimmsten Instinkten und Ängsten.“
  • Lindsey Graham (Senator, South-Carolina) auf Twitter: „Jeder republikanische Bewerber muss das einzig Richtige tun und Trumps Statement verdammen.“
  • John Kasich (Gouverneur, Ohio) auf Twitter: „Das offenbart einmal mehr die skandalöse Spaltung, die jeden seiner (Trumps) Atemzüge kennzeichnet.“
  • Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton auf Twitter: „Skandalös, verwerflich, spalterisch. Trump, Du begreifst es nicht.“
  • Mitbewerber Bernie Sanders twitterte: „Die USA sind ein starkes Land, in dem wir zusammenstehen. Wir sind schwach, wenn wir Rassismus und Fremdenfeindlichkeit erlauben, uns zu teilen.“
  • Mitbewerber Martin O'Malley auf Twitter: „Donald Trump beseitigt alle Zweifel - er kandidiert als ein faschistischer Demagoge.“

Donald Trumps Forderung nicht realistisch

Jeden Tag reist nach Angaben des US-Grenzschutzes fast eine Million Menschen in die USA ein. Schon angesichts dieser Zahlen ist Trumps Forderung nicht realistisch.

Mit extremen Äußerungen hat Trump schon oft für wütenden Protest gesorgt. Auf die guten Umfragewerte des Unternehmers hatte das bisher keinen Einfluss. Das republikanische Bewerberfeld führt Trump insgesamt klar an. Allerdings wurden am Montag Umfragen bekannt, nach denen Trump im wichtigen Vorwahlstaat Iowa seine Spitzenposition erstmals an den texanischen Senator Ted Cruz abtreten musste.

dpa

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