"Cockpit" ktitisiert Pläne

Dobrindt: Alkohol- und Drogenkontrollen für Piloten

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"Ich halte es für sinnvoll, dass Piloten stichprobenartig auf den Konsum von Alkohol, Drogen und Medikamenten kontrolliert werden", sagt der Verkehrsminister.

Berlin - Keine Chance für Alkohol, Drogen und Medikamente im Cockpit: Piloten deutscher Airlines müssen sich im kommenden Jahr auf unangemeldete Kontrollen durch ihre Arbeitgeber einstellen.

Eine gesetzliche Regelung dazu will Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) dem Bundeskabinett im neuen Jahr vorlegen: "Ich halte es für sinnvoll, dass Piloten stichprobenartig auf den Konsum von Alkohol, Drogen und Medikamenten kontrolliert werden", sagte er der "Bild am Sonntag". "Experten weltweit sehen darin positive Effekte, die betriebliche Sicherheit in der Luftfahrt zu stärken."

In den USA und Australien habe es sich bereits bewährt, diese Kontrollen in die Verantwortung der Unternehmen zu legen. Die neue deutsche Regelung hierzu sollte deshalb auch auf europäischer Ebene umgesetzt werden, empfahl Dobrindt.

Seine Pläne gehen auf eine Task Force zurück, die nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine in den französischen Alpen vor neun Monaten gegründet worden war. Nach Überzeugung der Ermittler war der Copilot fluguntauglich, instabil und psychisch krank und ließ das Flugzeug am 24. März absichtlich zerschellen. Alle 150 Menschen an Bord starben.

Markus Wahl von der Pilotenvereinigung "Cockpit" kritisierte Dobrindts Pläne. "Die geplanten zufälligen Tests sind aus unserer Sicht absolut falsch", sagte Wahl der "Bild am Sonntag". "Sie haben nichts mit dem Germanwings-Unglück zu tun und stellen eine ganze Berufsgruppe unter Generalverdacht."

dpa

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