Umfrage zu Einschränkungen in der Pandemie

Corona-Maßnahmen: Wo beginnt das Recht auf Party? Jung-Politiker mit überraschenden Aussagen

Eine Discokugel dreht sich in einem Club in Berlin.
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Wie verantwortungsvoll feiern in der Corona-Pandemie?

Darf man in der Corona-Pandemie feiern - und vor allem, wie? Nachwuchspolitiker von SPD, Grüne, Linke, Union, AfD und FDP sind bei der Frage in zwei Lager gespalten.

  • Party in der Corona-Pandemie - wie stehen die Nachwuchspolitiker dazu?
  • Eine Umfrage unter den Parteien hat ergeben, dass vor allem die Kommunen in der Pflicht gesehen werden.
  • Die Jugendorganisation der AfD sieht indes zur Zeit nicht die Balance gewahrt.

Berlin - Nachwuchspolitiker fordern für Jugendliche auch in Corona-Zeiten* Möglichkeiten zum Feiern. In einer dpa-Umfrage appellierten Vertreter der Nachwuchsorganisationen der Bundestagsparteien vor allem an die Gemeinden, dazu Gelegenheiten zu schaffen. Gleichzeitig riefen sie Jugendliche zur Umsicht auf. Hintergrund sind Diskussionen über „Corona-Partys“, auf denen Schutzregeln missachtet werden.

Party trotz Corona: Jungsozialisten, Grüne Jugend und Linksjugend sehen Kommunen in der Pflicht

Eine Sprecherin des SPD-Nachwuchses, der Jungsozialisten, sagte, es gebe zwar kein festgeschriebenes „Recht auf Party“. Jugendliche verdienten es jedoch, dabei unterstützt zu werden, sich eigene sichere Räume zu erschließen. Der Sprecher der Grünen Jugend, Georg Kurz, meinte: „Nur wenn Kommunen Freiräume zulassen, Flächen ausweisen und ausreichend attraktive Angebote schaffen, können Party und Coronaschutz zusammengehen.“ Der Nachwuchsverband der Grünen hatte unter anderem auf Twitter auch die Maskenpflicht befürwortet:

Die Linksjugend (Die Linke) sieht ebenfalls Bund, Länder und Kommunen in der Pflicht. Diese sollten Orte schaffen, „an denen auch in Zeiten von Corona ein Kulturbetrieb möglich ist“, forderte Sprecherin Anna Westner. Fast alle Vertreter äußerten grundsätzlich Verständnis für Einschränkungen in der Pandemie und riefen zu Rücksicht auf.

Party trotz Corona: Junge Union warnt vor Feiern ohne Impfstoff - AfD-Nachwuchs kritisiert Einschränkungen

Mittlerweile könne man wieder Freunde in Bars, Restaurants oder im Park treffen, sagte der Vorsitzende der Jungen Union, Tilmann Kuban. „Wir sollten jetzt so miteinander feiern, dass wir diese Freiheiten nicht gefährden. Solange wir keinen Impfstoff* haben, muss ein Recht auf Party da enden, wo andere unnötigerweise gefährdet werden.“

Natürlich gebe es ein „Recht auf Party“, sagte die Vorsitzende der Jungen Liberalen, Ria Schröder. „In einer Pandemie müssen wir jedoch Freiheitseinschränkungen in Kauf nehmen, um uns selbst und andere zu schützen.“ Kritisch äußerte sich Damian Lohr, der Vorsitzende der Jungen Alternative (AfD). Auch in Pandemiezeiten dürfe die Balance zwischen Freiheit und Einschränkung nicht verloren gehen. Gegenwärtig überwiege die Einschränkungsseite zu deutlich. (dpa/frs) *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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