„Schluss mit Panikpolitik“

Freedom Day Ende Oktober? Kassenärzte fordern Ende aller Corona-Maßnahmen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung sieht keinen Grund mehr für Corona-Maßnahmen in Deutschland: „Jetzt liegt es nicht mehr in der Verantwortung des Staates.“

Berlin – Kürzlich hat Dänemark alle Corona*-Maßnahmen aufgehoben. Keine Masken, keine Tests, keine Hygieneregeln heißt es nun in dem skandinavischen Land. Ein solches Vorgehen hat nun auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) gefordert: Die wichtigste Ärztevertretung in Deutschland plädiert dafür, alle Corona-Regeln* aufzuheben.

„Wenn eine Impfpflicht nicht gewollt ist – und ich will sie auch nicht –, dann gibt es politisch nur eine Alternative: Die Aufhebung aller staatlich veranlassten Restriktionen“, sagte der stellvertretende Vorstandschef der KBV, Dr. Stephan Hofmeister, am Freitag (17.09.2021) in Berlin.

Kassenärztliche Bundesvereinigung will Corona-Maßnahmen in Deutschland am Ende sehen

Alle Bürgerinnen und Bürger, die sich mit einer Impfung gegen das Coronavirus schützen wollten, könnten dies tun. Im Gegensatz zum Frühjahr seien auch genügend Impfdosen vorhanden. Hofmeister sagte: „Jetzt liegt es nicht mehr in der Verantwortung des Staates, sondern in der individuellen Verantwortung jedes und jeder Einzelnen.“

Vor dem Beginn der flächendeckenden Impfkampagne seien einige „schwere und belastende Einschnitte für alle“ gut zu begründen gewesen, sagte Hofmeister laut der Ärztezeitung. „Jetzt nicht mehr.“

3G, 2G, Maskenpflicht und Co.: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung fordert die Aufhebung aller Corona-Regeln. (Symbolbild)

Von der Politik erwartet er eine andere Kommunikation zu den Bürgerinnen und Bürgern. Umfragen würden zeigen, dass sich manche Menschen aus Protest gegen politischen Druck nicht impfen lassen. Es fände eine „ungute Vermischung“ statt, so Hofmeister. Leider werde immer noch versucht, mit Angst Politik zu machen. Hofmeister forderte: „Es muss endlich Schluss sein mit Gruselrhetorik und Panikpolitik!“

KBV-Chef Gassen ruft zu „etwas mehr Rationalität“ in Corona-Debatte auf

Der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen sprach sich laut der Ärztezeitung zu „etwas mehr Rationalität“ in der Corona-Diskussion aus. „Nach anderthalb Jahren im Krisenmodus brauchen wir endlich eine rationale Diskussion.“ Debatten sollten nicht auf der Grundlage von Befürchtungen geführt werden, sondern auf der Basis von Fakten. Ein solcher Fakt sei unter anderem, dass die No-Covid-Strategie in keinem Land funktionieren würde.

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich in Deutschland rund 4,13 Millionen Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, knapp 93.000 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Erreger. 52,2 Millionen Menschen (62,8 Prozent der Gesamt­bevölkerung) sind vollständig geimpft. Insgesamt haben 55,7 Millionen (67,0 Prozent) mindestens eine Impf­dosis erhalten. (tvd) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/dpa

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