China zieht bei Waffenexporten an Deutschland vorbei

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Militärparade in Peking: China hat Deutschland als drittgrößten Waffenexporteur der Welt abgelöst. Foto: Oliver Weiken/Archiv

Deutschland ist auf der Liste der wichtigsten Rüstungsexporteure auf Platz vier abgerutscht. China drängt in rasendem Tempo nach vorn. Doch die USA und Russland wird das Land so schnell nicht einholen.

Stockholm (dpa) - China ist beim Waffenhandel einen Platz unter den drei wichtigsten Exporteuren weltweit aufgerückt und damit an Deutschland vorbeigezogen.

In den vergangenen vier Jahren schossen die Waffenexporte der Volksrepublik im Vergleich zum Zeitraum 2005 bis 2009 um 143 Prozent in die Höhe.

Deutschland exportierte dagegen 43 Prozent weniger Waffen, wie aus einem neuen Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervorgeht.

Zwischen 2010 und 2014 steigerte China seinen Weltmarktanteil auf fünf Prozent. Der Abstand zu den beiden größten Rüstungsexporteuren USA (31 Prozent) und Russland (27 Prozent) ist aber weiter riesig. Deutschland und Frankreich belegen die Plätze vier und fünf. Weltweit stieg der Handel mit Rüstungsgütern um 16 Prozent.

Obwohl die arabischen Golfstaaten in den vergangenen Jahren immer mehr Waffen in ihre Länder gebracht haben, führt Indien die Liste der größten Rüstungsimporteure weiter mit Abstand an. Dahinter folgen Saudi-Arabien, China und die Vereinigten Arabischen Emirate. Weil die Volksrepublik mehr Waffen selbst herstellt, importiert China nicht mehr soviel wie in früheren Jahren.

Mit Pakistan, Südkorea und Singapur liegen drei weitere asiatische Länder unter den Top 10 der Waffenimporteure. "Befähigt durch das anhaltende Wirtschaftswachstum und angetrieben durch eine hohe Bedrohungswahrnehmung bauen die asiatischen Länder ihre militärischen Fähigkeiten mit dem Schwerpunkt auf maritime Güter weiter aus", erklärte der Sipri-Experte Siemon Wezeman.

Die europäischen Waffenimporte gingen zwischen 2010 und 2014 um mehr als ein Drittel zurück. Der Ukraine-Konflikt könnte diese Zahlen aber wieder in die Höhe treiben, meinen die Friedensforscher.

Sipri-Institut, Englisch

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