Der News-Ticker

Mann attackiert Grünen-Stand: Politikerin verletzt, Anwesende greifen ein - Baerbock schockiert

Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Grüne) bei ihrer Wahlkampfrede am Freitag.
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Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Grüne) bei ihrer Wahlkampfrede am Freitag.

Endspurt für alle Parteien vor der Wahl: Bundeskanzlerin Merkel unterstützte Laschet beim finalen Wahlkampftermin. In Plauen kam es zu einem Angriff auf einen Wahlstand. News-Ticker.

  • Am Sonntag ist Bundestagswahl* - Kanzlerin Angela Merkel (CDU*) hielt in Aachen bei Armin Laschet eine Rede (siehe Updates vom 25. September, 12.25 Uhr und 12.50 Uhr).
  • Der Wahlkampfstand der Grünen im Sächsischen Plauen ist von einem alkoholisierten Mann angegriffen worden (siehe Update vom 25. September, 19.56 Uhr).
  • Ein Berliner Wahlamtsleiter schlägt Alarm: Seit Tagen springen Wahlhelfer ab: „Wir können uns das nicht erklären“ (siehe Update vom 25. September, 21.55 Uhr).

Weitere spannende Informationen zum großen Wahltag in Deutschland finden Sie den ganzen Sonntag in unserem Live-Ticker zur Bundestagswahl.

Update vom 25. September, 22.21 Uhr: Rund 60 Millionen Menschen dürfen bei der Bundestagswahl am Sonntag wählen. Von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr sind die Wahllokale geöffnet - auch wegen der Corona-Pandemie wird aber eine Rekordzahl an Briefwahlstimmen erwartet.

Zur Wahl stellen sich 47 Parteien, das sind so viele wie nie seit der Wiedervereinigung. In den letzten Umfragen gab es noch Überraschungen, die auf ein knappes Rennen hindeuten. Erwartet wird, dass nur eine Dreierkonstellation regierungsfähig sein wird. Experten erwarten entweder ein Bündnis aus CDU/CSU, Grünen und FDP („Jamaika-Koalition“) oder ein Bündnis aus SPD, Grünen und FDP (Ampel-Koalition). Aber auch Bündnisse mit der Linken sind denkbar. Erwartet wird, dass auch die AfD den Wiedereinzug in den Bundestag schafft. Ob Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Grüne) oder Armin Laschet (CDU) neuer Kanzler oder neue Kanzlerin wird, wird sich erst nach den Koalitionsverhandlungen zeigen, auch wenn am Sonntag bereits eine Tendenz erkennbar werden könnte.

Berliner Wahllokale schlagen Alarm: „Alles tun, um Wahlen sicher zu stellen“

Update vom 25. September, 21.55 Uhr: Am Abend vor der Wahl schlagen Wahllokale in Berlin Alarm, wie der RBB berichtet. Immer mehr Wahlhelfer und Wahlhelferinnen würden abspringen - und das schon seit Tagen.

„Wir haben jetzt allein heute circa 70 Absagen bekommen, in den letzten Tagen 200 bis 250. Teilweise von Menschen, die wir einen Tag vorher persönlich einberufen haben. Die sagen jetzt schon wieder ab“, sagt der Wahlamtsleiter in Pankow, Marc Albrecht. „Wir können uns das schwerlich erklären und müssen natürlich alles tun, um die Wahlen am Sonntag sicher zu stellen“, sagte er weiter. Für Menschen, die spontan einspringen wollen, hat Berlin eine Hotline geschaltet.

Bundestagswahl 2021: Maskenpflicht in den Wahllokalen - 3G gilt aber nicht

Update vom 25. September, 21.13 Uhr: Seit der Bundestagswahl 2017 ist viel passiert: Die Corona-Krise hat die Menschen in Deutschland ganz unterschiedlich bewegt, das Thema Klimawandel ist dringender geworden und polarisiert immer mehr - ebenso wie Themen um die soziale Gerechtigkeit. Wie die Menschen bei der Wahl am 26. September 2021 mehrheitlich wählen werden, ist auch nach den letzten Umfragen noch völlig offen. Aber: Wie hat Ihr Wahlkreis bei der letzten Wahl gewählt?

Merkur.de hat die Wahlergebnisse zu Erst- und Zweitstimmen aller 11.000 Städte und Gemeinden von 2017 aufbereitet.

In Berlin schlägt man einen Tag vor der Bundestagswahl Alarm: In den letzten Tagen sind zahlreiche Wahlhelfer abgesprungen (Symbolbild).

Update vom 25. September, 20.48 Uhr: „Bei der morgigen Wahl gilt für Wählerinnen und Wähler Maskenpflicht“, schreibt der Bundeswahlleiter auf Twitter und weist damit auf die Regeln am Wahlsonntag hin. Eine 3-G-Regelung besteht aber nicht: „Die Ausübung des Wahlrechts ist auch für ungeimpfte und ungetestete Personen unter Beachtung der jeweiligen Hygienemaßnahmen möglich. Die Stimmabgabe im Wahlraum werde durch die Maskenpflicht nicht in unzumutbarer Weise erschwert, hatte am Freitag das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen festgestellt.

Nach Anruf von Olaf Scholz (SPD): Klimaaktivist beendet nach 27 Tagen seinen Hungerstreik: „Am Ende meiner Kräfte“

Update vom 25. September, 20.17 Uhr: Der Klimaaktivist Henning Jeschke hat seinen Hungerstreik nach einem Anruf von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz beendet. „Gerade klingelte es und Olaf Scholz war dran“, schrieb Jeschke auf Twitter. „Er sagt einem öffentlichem Gespräch innerhalb der nächsten vier Wochen über den Klimanotstand zu. Nach 27 Tagen Hungerstreik und 7 Stunden ohne Wasser- am Ende meiner Kräfte - beende ich jetzt den Hungerstreik.“ Und er ergänzte: „Widerstand wirkt.“

Olaf Scholz schrieb auf Twitter: „Ich bin froh, dass die Streikenden abbrechen und wieder trinken und essen. Das Leben geht vor. Ich stehe zu meinem Gesprächsangebot nach der Wahl, daran werde ich mich halten.“

Details zu Angriff auf den Wahlkampfstand der Grünen in Plauen bekannt

Update vom 25. September, 19.56 Uhr: Zum Angriff auf den Wahlkampfstand der Grünen im sächsischen Plauen sind Details bekannt geworden. Bei der leicht verletzten Politikerin handelt es sich um die Vorsitzende des Kreisverbands Vogtland, Lea Sophie Gauglitz. Sie trug ein Hämatom davon, als der alkoholisierte Angreifer das Wahlkampfteam mit Eiern bewarf, musste aber nicht ärztlich behandelt werden. Die Grünen hätten den Täter bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten, die den 50-Jährigen vorläufig in Gewahrsam genommen habe, so ein Polizeisprecher.

Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, schrieb dazu auf Twitter: „Der Angriff auf unseren Wahlkampfstand in Plauen ist schockierend. Umso mehr gilt: wir müssen jeden Tag für unsere liberale Demokratie einstehen. Und ich danke all jenen, die das Tag für Tag tun.“ In den vergangenen Tagen hatten Plakate der rechtsextremen Partei III. Weg für Schlagzeilen gesorgt. „Hängt die Grünen“, war darauf zu lesen gewesen. Das Landgericht München I hatte der Partei am Montag per einstweiliger Verfügung untersagt, die Plakate weiter zu nutzen. Die Entscheidung gilt bundesweit.

SPD-Vorsitzende Saskia Esken (SPD) sorgt am Tag vor der Wahl für eine Debatte auf Twitter

Update vom 25. September, 19.25 Uhr: Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat am Samstag vor der Wahl für eine Diskussion auf Twitter gesorgt. Nach ihrer Forderung, für die CO2-Umlage für Mietwohnungen die Vermieter, nicht die Mieter zur Kasse zu bitten, meldete sich ein Rentner bei ihr. Der Rentner empfindet diese Umlage als nicht sozial für Menschen, die von Mieteinnahmen leben müssten - die Reaktionen von Saskia Esken (SPD) sorgten bei dem Rentner und in der Twittergemeinde für Empörung.

Greta Thunberg in NRW: „Diese Wahl wird die Klimakrise nicht beenden“ - Seitenhieb auf Armin Laschet (CDU)

Update vom 25. September, 18.41 Uhr: Greta Thunberg hat vor dem deutschen Wahlsonntag die Gemeinde Lützerath in Nordrhein-Westfalen besucht, die dem Braunkohleabbau weichen soll. Dabei sagte sie mit Blick auf einen Wahlkampfauftritt von Armin Laschet (CDU): „Wenige Kilometer von hier sprechen heute Angela Merkel und Armin Laschet und verteidigen einen fossilen Status quo, der diese Zerstörung hier normalisiert und rechtfertigt.“ Es gebe aber keine Rechtfertigung dafür. „Sie ist nicht akzeptabel, sie ist nicht hinnehmbar und entsprechend werden wir auch nicht akzeptieren und hinnehmen.“ Sie rief die Menschen allerdings auf, nach der Bundestagswahl nicht untätig in Sachen Klimaschutz zu werden. „Diese Wahl wird keine Klimakrise lösen, egal wie sie ausgeht“, sagte Thunberg.

Obwohl inzwischen viele Klimaschutzaktivisten und -organisationen zu einem Ende der Hungerstreiks vor dem Berliner Reichstag aufgerufen haben, sind die beiden verbliebenen Aktivisten jetzt in einen trockenen Hungerstreik getreten. Der seit Ende August hungerstreikende Henning Jeschke wird seit dieser Woche von einer Aktivistin unterstützt. Beide wollen jetzt auch nichts mehr trinken, was in ihrem geschwächten Zustand innerhalb kürzester Zeit zum medizinischen Notfall führen kann.

Christian Lindner (FDP) will bei möglichen Koalitionen mit CDU/CSU, SPD und Grünen starkes FDP-Gewicht

Update vom 25. September, 18.11 Uhr: Christian Lindner und die FDP könnten nach der Bundestagswahl zum Zünglein an der Waage werden, denn sowohl eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP als auch eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, Grünen und FDP könnten möglich werden. Ähnlich wie nach der Wahl 2017 will FDP-Chef Lindner allerdings nur in einer Koalition mit regieren, in der die FDP eine starke Stimme erhält.  „Wir sind auch 2021 nicht bereit, unser Land auf einen Linksdrift zu schicken“, sagte er laut tagesschau bei einer Kundgebung in Düsseldorf. Die FDP sei nur bereit für „eine Regierung der Mitte“, in der es „keine Steuererhöhungen und kein Aufweichen der Schuldenbremse“ geben werde.

Nur mit den Grünen und der Linken kann es einen echten Aufbruch geben, sagt Merkur.de-Redakteur Maximilian Kettenbach - weil Laschet nicht auf Söders Warnung hörte.

Update vom 25. September, 17.31 Uhr: Olaf Scholz (SPD-Kanzlerkandidat) hat sich zurückhaltend darüber geäußert, ob man die Partei in einem Mitgliederentscheid über die Regierungskoalition entscheiden lassen werde. Er wolle den Wahltag abwarten, so Scholz in einer Reaktion auf einen Vorschlag des stellvertretenden SPD-Parteivorsitzenden Kevin Kühnert. 2013 hatte die SPD-Parteibasis über den Schritt in die GroKo abgestimmt. 2019 war Olaf Scholz seinen Konkurrenten um den Parteivorsitz, Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, unterlegen.

Was seine eigenen Präferenzen angeht, ist Olaf Scholz deutlich mitteilsamer. Seine „Lieblingskoalition“ sei ein Bündnis mit den Grünen, so Scholz am Samstag in Potsdam, seinem Heimatwahlkreis - in dem sich auch die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock um ein Direktmandat bewirbt. Außerdem betonte Scholz in einem Interview am Samstag sein gutes Verhältnis zu FDP-Chef Lindner. Allerdings wollte er auch kein Bündnis mit der Links-Partei ausschließen.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz beim Wahlkampfauftritt in Heimatwahlkreis Potsdam

Update vom 25. September, 16.58 Uhr: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz ist am letzten Tag vor der Bundestagswahl in seinem Heimatwahlkreis in Potsdam aufgetreten. In seiner Rede betonte er, dem menschengemachten Klimawandel vor allem technologische Innovationen entgegensetzen zu wollen. „Deutschland kann die Technologien schaffen, die auch in anderen Teilen der Welt eingesetzt werden können, um den Klimawandel aufzuhalten“, sagte er.

Der Schwerpunkt seiner Rede lag aber auf der Sozialpolitik. Mit ihm als Bundeskanzler werde „das Leben bezahlbar“, sagte er. Außerdem kündigte er an, sich für genügend bezahlbare Wohnungen in Deutschland einsetzen zu wollen, das Renteneintrittsalter nicht weiter anzuheben - dafür aber den Mindestlohn bereits im ersten Jahr auf 12 Euro anheben zu wollen.

In den letzten Umfragen führt die SPD weiterhin - aber nur noch knapp vor der Union.

Wahlkampfstand der Grünen im sächsischen Plauen angegriffen

Update vom 25. September, 16.44 Uhr: Am Nachmittag ist ein Wahlkampfstand der Grünen im sächsischen Plauen offenbar angegriffen worden. „Wir sind schockiert“, schrieben Bündnis 90/die Grünen Sachsen auf Twitter. „Unsere Kreisvorsitzende wurde [...] leicht am Kopf verletzt. Unser anwesender Direktkandidat konnte den Täter überwältigen und bis zum Eintreffen der Polizei
festhalten.“

Ein 50-jähriger Mann sei zu dem Stand auf dem Theaterplatz gegangen, habe „seinen Unmut geäußert“ und anschließend eine Mitarbeiterin mit einem Ei beworfen, berichtete ntv in Berufung auf einen Polizeisprecher. Demnach habe der Mann auch versucht, einen Politiker zu treten. „Wir haben in diesem Wahlkampf viele, oft sehr harte Angriffe bis hin zu Mordaufrufen zu erdulden gehabt. Der Überfall in Plauen zeigt leider nur zu deutlich, wie schnell aus Worten Taten werden können“, sagte die SPD-Landesvorsitzende in Sachsen, Christin Furthenbacher, dazu.

Annalena Baerbock (Grüne) will sich einen Tag vor der Bundestagswahl keine Gedanken über Koalitionen machen

Update vom 25. September, 16.29 Uhr: Einen Tag vor der Bundestagswahl hat die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, zwar keinen großen Wahlkampfauftritt mehr. Sie nutzte aber den Tag für einen Spaziergang durch Potsdam, wo sie als Direktkandidatin für die Grünen antritt.

In der belebten Fußgängerzone warb sie für Stimmen - und bekam laut dpa viel Zuspruch für die Klimapolitik der Grünen. Auf eine Frage wollte sie keine Antwort geben: Sie zerbreche sich momentan nicht den Kopf über mögliche Koalitionen, sondern mache lieber bis zur letzten Minute Wahlkampf. Im Gegensatz zu ihr hatte FDP-Chef Lindner für eine Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen geworben.

Update vom 25. September, 14.15 Uhr: Am Samstagmittag war für Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) noch einmal ein großer Auftritt: Gemeinsam mit Kanzlerin Merkel stellte er sich vor Aachener-Anhänger (siehe Updates vom 25. September, 12.50 und 12.25 Uhr). Wie sollte es auch anders sein: Er gab sich optimistisch, die Bundestagswahl zu gewinnen. Doch was passiert, wenn das nicht gelingt? Muss er dann zurücktreten? Mögliche Szenarien zu Laschets Zukunft lesen Sie bei Merkur.de.

Laschet-Rede kurz vor der Bundestagswahl neben Merkel: „Das waren 23 Leute, die das glauben“

Update vom 25. September, 12.50 Uhr: Armin Laschet, der CDU-Chef, nutzt noch einmal seine Chance, Wahlkampf für sich zu machen. Nach der Kanzlerin (siehe Update vom 25. September, 12.25 Uhr), tritt er ans Pult. Er erinnert an die letzte Landtagswahl in NRW, als er gewann. Am Tag vorher war ebenfalls Merkel in Aachen*, die Umfragen schwankten, Ausgang offen. Am Ende gewann die CDU. „Ich bin sicher, weil sie heute wieder da ist, wird es morgen gelingen, die CDU wird stärkste politische Kraft“, ruft Laschet den Anwesenden entgegen.

Aachen: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Armin Laschet, (CDU) auf der Bühne bei einem gemeinsamen Wahlkampfauftritt.

Er würdigt die Leistungen von Merkel, etwa ihr „Handeln, statt große Reden schwingen“. Merkel bleibt neben ihm auf der Bühne stehen, klatscht und grinst immer mal wieder, hört sonst zu oder hält sich manchmal am Pult fest. Laschet fragt in die Runde, wer am besten ihre Zeit fortführen könne. „Glaubt irgendjemand, Rot-Rot-Grün kann das?“ Aufschreie und Zwischenschreie auf dem Platz. „Das waren 23 Leute, die das glauben, der Rest glaubt das nicht, dass Rot-Rot-Grün das kann“, schätzt Laschet. „Ich will nicht, dass die Linken in der nächsten Bundesregierung sitzen“, schiebt er hinterher.

Vereinzelt lässt sich Laschet kurzzeitig von Buhrufen aus dem Hintergrund irritieren. Doch den Großteil der Rede meistert er souverän, zeigt Kampfwillen. Viel Applaus erhält er etwa, als er vom Bundestag berichtet, „was für ein Ton dort Einzug gehalten hat“ und blickt damit auf die AfD. Merkel stimmt ihm deutlich zu und nickt. Etwas später noch ein Lacher-Moment: „Also da hinten hält einer ein SPD-Plakat hoch und ruft ‚lächerlich‘“, kommentiert Laschet. Für Zuschauer am Fernsehen bleibt unklar, wie die Situation vor Ort aussieht. Laschet kritisiert im Anschluss die SPD, die in NRW „über 50 Jahre lang die Kohlepartei schlecht hin“ gewesen sei und jetzt für die Umweltbewegung vorn mitkämpfe. „Das ist nicht seriös“, findet Laschet. Nach einem inhaltlichen Schwenk etwa zu Gastarbeitern und innerer Sicherheit endet Laschet und wirbt bei seinem Heimspiel in Aachen noch einmal für Stimmen für die CDU.

Merkel im Wahlkampf zur Bundestagswahl: Gegenwind - „Nicht die CDU!“

Update vom 25. September, 12.25 Uhr: Angela Merkel steht in Aachen auf der Bühne und unterstützt einen Tag vor der Bundestagswahl noch einmal Armin Laschet. „Irgendetwas muss ich falsch gemacht haben, also herzlichen Glückwunsch nach Aachen“, sagt sie mit Blick auf das Wetter. Denn erst kürzlich war Laschet in ihrem Wahlkreis in Stralsund, doch da habe Laschet nur wenig sehen können, weil es damals regnete.

Sie lobt Laschet und betont, er habe immer wieder in Reden und bei Auftritten über das Einigkeitswerk der Europäischen Union gesprochen und sich für Frieden und die Zukunft Europas eingesetzt. Es sei nicht egal, unterstreicht Merkel, wer das Land regiert. „Ich möchte Ihnen aus meiner Erfahrung sagen, dass es im politischen Leben eines Bundeskanzlers und einer Bundeskanzlerin immer wieder Punkte gibt, da ist es alles andere als egal, wer regiert, sondern da muss man die Entscheidung richtig treffen.“ Für eine zukünftige Regierung sei man sich doch einig: Sie müsse für Wohlstand, Sicherheit und Frieden sorgen. Direkt darauf sind Rufe aus dem Hintergrund von Protestierenden zu hören: „Nicht die CDU!“

Merkel greift überraschend deutlich in den Wahlkampf ein: Letzter Auftritt mit Laschet

In der Geschichte der BRD sei sicherlich nicht immer alles richtig gelaufen, blickt Merkel auf die letzten Jahrzehnte und auch auf ihre Jahre zurück. Sie spricht anschließend über Corona, den Klimaschutz, Arbeitsplätze und innere Sicherheit, wobei wenig inhaltlich Neues deutlich wird. Zum Schluss wirbt sie noch einmal für Laschet, der bekannt dafür sei, Brücken bauen zu können. „Armin Laschet kommt nicht von irgendwo her, sondern er kommt hier aus Aachen. Er hat Politik von der Pike auf gelernt“, sagt Merkel. Und sein Land, das er bisher als Ministerpräsident regiert, sei vielfältig. „Ich glaube, das Einzige, was euch fehlt, ist Meer, aber dann gehst du nach Stralsund.“ Und dann fällt ihr noch eine Kleinigkeit auf: „Und ein paar Bergen, aber da gehst du nach Bayern.“

Update vom 25. September, 11.35 Uhr: Über 4000 Straftaten stehen in Zusammenhang mit dem aktuellen Wahlkampf. Das geht einem Bericht zufolge aus einer Umfrage unter den Bundesländern hervor. Betroffen ist nicht nur die Bundestagswahl, sondern auch Landtagswahlen wie in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, die am Sonntag parallel stattfinden. Es handele sich dem Bericht zufolge vor allem um Sachbeschädigungen, insbesondere an Wahlplakaten. Es seien aber auch Gewaltdelikte, Propagandadelikte und Beleidigungen verzeichnet worden. Gesundheitsminister Jens Spahn warnt.

Bundestagswahl 2021: Hohe Anzahl an Briefwählern zeichnet sich ab

Update vom 25. September, 11.10 Uhr: Immer ein wichtiger Punkt bei Wahlen: Wie hoch ist die Wahlbeteiligung? Es zeichnet sich eine große Zahl an Briefwählern in dem Jahr bei der Bundestagswahl ab. Auch Andrea Römmele, Politikwissenschaftlerin an der Hertie School of Governance, geht von einer hohen Wahlbeteiligung am Sonntag aus. Man wisse aus der Forschung, dass Wähler noch einmal zusätzlich mobilisiert werden, „wenn es ein enges Rennen ist“, sagte sie im Gespräch mit ntv. Zudem würden die Parteien sich schon auf Sondierungsgespräche und Koalitionsverhandlungen vorbereiten: „Man überlegt parteiintern, wo denn die roten Linien sind, also Themen, die man auf gar keinen Fall aufgeben kann.“ Die ersten Vorbereitungen hinter verschlossenen Türen würden bereits laufen.

Bundestagswahl 2021: Wahlkampf-Endspurt auch für Laschet, Scholz und Baerbock

Update vom 25. September, 10.30 Uhr: Einen Tag vor der Bundestagswahl noch einmal alles geben: Das werden sich die Parteien an diesem Samstag denken. Der gesamte Tag ist voll mit Wahlkampfauftritten. Die Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD) bleiben dabei in ihrer jeweiligen Heimat. Der CDU-Chef tritt mit Kanzlerin Merkel auf (siehe Erstmeldung), Scholz tingelt ab 12.30 Uhr in Potsdam umher. Für Annalena Baerbock endete ihre Wahlkampftour schon am Freitag. Auf ihrer Webseite war für den 24. September der letzte Termin ausgeschrieben. Ob sie heute noch einmal plötzlich auftaucht, wie etwa gestern beim Klimastreik, wird sich zeigen.

Merkels Kanzlerschaft endet bald: Werden die Deutschen sie vermissen?

Kanzlerin Merkel unterstützt Armin Laschet (CDU) auf der Zielgeraden.

Update vom 25. September, 9.25 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel stürzt sich für ihre Partei heute noch einmal ins Getümmel. Sie tritt 12 Uhr gemeinsam mit Union-Kanzlerkandidat Armin Laschet in Aachen auf (siehe Erstmeldung). Bald ist ihre Kanzlerschaft vorbei, nach der Wahl gehen die Koalitionsdiskussionen weiter: Am Ende steht die Wahl eines neuen Kanzlers oder einer Kanzlerin im Bundestag. Wann das passiert, ist noch offen. Auch was Merkel im Anschluss tun wird, ist noch weitgehend offen. Vielleicht weiß sie es selbst noch nicht. Eine Umfrage gibt nun aber Aufschluss darüber, ob die Deutschen Merkel vermissen werden*.

Video: 16 Jahre Merkel - Rückblick auf eine Ära

Endspurt im CDU-Wahlkampf: Merkel bietet noch einmal Unterstützung an - bei Laschet in Aachen

Erstmeldung vom 25. September: Aachen - Es ist das Finale des CDU-Wahlkampfes: Einen Tag vor der Bundestagswahl am Sonntag nehmen Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an einer Kundgebung in Laschets Heimatstadt Aachen teil. Die finale Wahlkampfveranstaltung findet um 12 Uhr im Aachener Stadtteil Burtscheid statt, in welcher Armin Laschet, der aktuell noch nordrhein-westfälischer Ministerpräsident ist, wohnt.

Am Dienstagabend traten die Kanzlerin und der Kanzlerkandidat bereits in Merkels Wahlkreis Stralsund auf. Der offizielle Wahlkampfabschluss von CDU und CSU war bereits für Freitagabend (24. September) in München mit Merkel, Laschet und dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder geplant. Zwei Auftritte in zwei Tagen sind etwas überraschend, nachdem Merkel sich ursprünglich aus dem Kampf um ihre Nachfolge heraushalten wollte.

Endspurt im CDU-Wahlkampf vor Bundestagswahl: Laschet und Merkel in Aachen

Auch für andere Parteien kommt der lange Wahlkampf nun zu einem Ende: Am Samstag beendet auch die FDP mit ihrem Bundesparteichef Christian Lindner ihren Wahlkampf in Form einer Kundgebung in Köln und Düsseldorf. Die Grünen um Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock haben keine größeren offiziellen Wahlkampftermine mehr.

Baerbock war allerdings am Freitag noch überraschend zum Gespräch mit Teilnehmern der Fridays for Future-Demonstration in Köln erschienen. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz ist hauptsächlich in seinem Wahlkreis in Potsdam unterwegs gewesen. Alice Weidel ist als Spitzenkandidatin der AfD unter anderem bei einer Kundgebung in Karlsruhe.

Es bleibt spannend: Aktuelle Umfragewerte der Parteien vor der Bundestagswahl am Sonntag

Den zahlreichen aktuellen Umfragewerten* zufolge bleibt das Rennen um die Kanzlerschaft spannend. Laut der Umfrage von Allensbach würde die SPD aktuell 26 Prozent der Stimmen erhalten, CDU/CSU 25 Prozent und die Grünen 16 Prozent. Dahinter folgen die FDP mit 10,5 Prozent, die AfD mit 10 Prozent und die Linke mit 5 Prozent. Im Vergleich zur letzten Bundestagswahl im Jahr 2017 könnte die SPD also einige Stimmen dazugewinnen (2017: 20,5 Prozent), während CDU/CSU an Unterstützung verlieren könnte (2017: 32,9 Prozent). Fast das Doppelte an Stimmen werden voraussichtlich die Grünen zulegen (2017: 8,9 Prozent).

Laut der Forschungsgruppe Wahlen wünschen sich 47 Prozent Olaf Scholz* (SPD) als Bundeskanzler, 20 Prozent Armin Laschet* (CDU) und etwa 16 Prozent Annalena Baerbock* (Grüne) als neue Bundeskanzlerin. Bis zum kommenden Wahlsonntag bleibt es spannend. Erste Prognosen und Hochrechnungen wird es ab 18 Uhr geben. (dpa/at) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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