Neue CDU-Wirren?

Laschet gibt Amt schnell ab - NRW-Nachfolger schien gefunden, jetzt folgt die Kehrtwende

Armin Laschet gibt einen ersten Posten auf: In NRW soll nun offenbar schnell ein neuer Ministerpräsident gewählt werden. Den Nachfolger hat die Landes-CDU schon gefunden.

Update vom 28. September, 11.15 Uhr: Nach ersten Medieninformationen soll die CDU einen Nachfolger für Ministerpräsident Armin Laschet in Nordrhein-Westfalen gefunden haben (siehe Erstmeldung). Die Christdemokraten selbst dementierten die Einigung am Dienstagvormittag allerdings indirekt. „Der Fahrplan für die inhaltliche und personelle Neuaufstellung steht: Auf dem Landesparteitag am 23. Oktober 2021 in Bielefeld wählen wir einen neuen Landesvorstand“, sagte der nordrhein-westfälische CDU-General Josef Hovenjürgen. Klar dürfte damit allerdings sein, dass Laschet in NRW binnen eines Monats den Rückzug antritt.

Möglich scheint aber, dass eine mutmaßliche schnelle Einigung vor allem parteiintern für Unmut sorgen könnte. „Ich halte es für falsch, ein Votum für die Spitzenkandidatur übers Knie zu brechen“, sagte der NRW-Innenminister und Laschet-Vertraute Herbert Reul dem Kölner Stadt-Anzeiger. Die ganze Partei müsse hinter einer gemeinsamen Lösung stehen. Wenn nun überstürzt ein Laschet-Nachfolger ausgerufen werde, seien Gegenkandidaturen beim Landesparteitag im Oktober zu befürchten.

In jedem Falle gilt der laut Handelsblatt bereits designierte Laschet-Nachfolger Hendrik Wüst als Favorit im Rennen um die Düsseldorfer Staatskanzlei. Zwar werden Reul oder auch Bauministerin Ina Schnarrenbach Ambitionen nachgesagt - beide haben allerdings kein Landtagsmandat, das in NRW für den Ministerpräsidentenposten nötig ist. Der WDR berichtete aber über zwei andere denkbare Szenarios. So könne entweder auch CDU-Fraktionschef Bodo Löttgen Interesse an dem Amt entwickeln. Oder aber Laschet-Vize Joachim Stamp (FDP) übernehme bis zur Landtagswahl, falls sich die CDU nicht einigen könne. Damit würden die Christdemokraten allerdings den Amtsinhaber-Bonus verschenken.

Armin Laschet: CDU-Chef gibt Ministerpräsidenten-Amt in NRW ab - nun soll es schnell gehen

Erstmeldung: Düsseldorf - Armin Laschet* wird offenbar den Posten als Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens schnell abgeben: Nachfolger soll Verkehrsminister Hendrik Wüst werden, wie das Handelsblatt unter Berufung auf Teilnehmer einer Sitzung des CDU-Landesvorstands berichtet. Die Runde sei sich in dieser Frage einig „wie sonst selten“ gewesen.

Auch Laschet selbst war zu dem Termin nach Düsseldorf gereist. Der nach dem Bundestagswahl-Debakel schwer angeschlagene CDU-Chef habe sowohl die Entscheidung für Wüst als auch Pläne für einen schnellen Wechsel unterstützt. Offenbar will Laschet den Prozess schon am Wochenende selbst auf den Weg bringen - beziehungsweise „moderieren“, wie es in dem Bericht heißt.

Hendrik Wüst (CDU).

Eine offizielle Bestätigung für die Einigung auf Wüst gibt es allerdings noch nicht. Der WDR berichtete am Montagabend noch von „heftigen Diskussionen“ in der CDU-Runde. Der Generalsekretär der NRW-Christdemokraten, Josef Hovenjürgen, erklärte am Abend, Laschet werde mit Vertretern von Partei und Fraktion „in dieser und der kommenden Woche die notwendigen Gespräche führen“. Noch deutlich vor dem Landesparteitag am 23. Oktober solle es einen „Personalvorschlag“ geben.

CDU: Laschet soll in NRW an Wüst übergeben - Sorge vor Abwärtsspirale auch im Westen

Als Termin für eine Kür Wüsts zum neuen Regierungschef in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland nannte das Handelsblatt den 26. Oktober genannt. Bis zu diesem Tag muss sich auch der neue Bundestag konstituieren. In Nordrhein-Westfalen wird bereits im Mai 2022 gewählt. In der Landes-CDU gibt es Sorgen, ebenfalls in einen Abwärtssog zu geraten.

Im Bund hatten die Christdemokraten am Sonntag ihr schlechtestes Ergebnis aller Zeiten eingefahren. Für Laschet steht unterdessen am Dienstag der nächste heikle Termin an: Die neu konstituierte Unionsfraktion wählt ihren Vorsitzenden. Laschet schien sich einen Wechsel auf das Amt zumindest mittelfristig offenhalten zu wollen - doch ob das klappt ist unklar. (fn) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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