Militärische Aktivitäten

Stoltenberg: Nato will wegen Russland mehr Präsenz in der Arktis zeigen

Angesichts möglicher neuer Bedrohungen durch Russland wollen die USA und die Nato künftig stärker in der Arktis aktiv werden.

Washington – „Die Nato muss ihre Präsenz in der Arktis erhöhen“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg der Welt am Sonntag. Das Verteidigungsbündnis sei „bereits dabei, in Seeaufklärer zu investieren, um ein klares Lagebild erhalten zu können, was im hohen Norden vor sich geht. Aber wir werden unsere Anstrengungen weiter verstärken.“

Laut Stoltenberg habe Russland seine Aktivitäten in dem rohstoffreichen Gebiet zuletzt intensiviert. „Wir sehen eine deutliche Verstärkung der militärischen Präsenz Russlands in der Arktis.“ Moskau sei „dabei, Stützpunkte aus Sowjetzeiten wieder zu öffnen und neue hochmoderne Waffen wie Hyperschallraketen dort zu stationieren und auszuprobieren“. Zudem sei Russland mit U-Boten und Kampfflugzeugen in der Region aktiv. Auch China interessiere sich zunehmend für die Arktis und habe Forschungsstationen errichtet.

Die Nato und die USA reagieren auf eine gesteigerte Präsenz von Russland und auch China in der Arktis. (Archivfoto)

Bedrohung durch Russlands Aktivitäten in der Arktis? USA ernennen Sonderbotschafter

Auch die USA haben bereits auf die stärkeren Aktivitäten Russlands reagiert und die Ernennung eines Arktis-Botschafters angekündigt. Dieser soll in Kürze von US-Außenminister Antony Blinken ernannt werden, teilte Pressesprecher Vedant Patel bereits am Freitag (26. August) mit. Sorge bereitet den USA neben der stärkeren Präsenz von Russland und auch China in der Arktis, dass durch die Eisschmelze infolge der Erderwärmung und damit zunehmenden eisfreien Seepassagen der Zugang in die Region für Handels- wie auch Militärschiffen erleichtert werde, berichtet die AFP.

Bisher hatte Jim DeHart als US-Koordinator für die Arktis die Entwicklungen der Region im Blick, dieser soll durch den neuen Sonderbotschafter ersetzt werden, berichtet die AFP. Bereits seit 2021 haben die USA die Arktis im Blick. Damals hatte Blinken bei einem Besuch in Grönland angekündigt, die Beziehungen der USA zu dem autonomen Teilgebiet Dänemarks stärken zu wollen. Bei einem Treffen des Arktischen Rats in Island appellierte Blinken im vergangenen Jahr an die Mitglieder, „eine friedliche Zusammenarbeit“ zu gewährleisten.

Friedliche und stabile Arktis von strategischer Bedeutung für die USA

Dem Arktischen Rat gehören Russland, die USA, Kanada, Norwegen, Dänemark, Schweden, Finnland und Island an. Sieben seiner acht Mitglieder setzten wegen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine ihre Teilnahme an weiteren Treffen vorläufig aus. „Eine Arktis, die friedlich, stabil, wohlhabend und kooperativ ist, ist von entscheidender strategischer Bedeutung für die Vereinigten Staaten und eine Priorität für Minister Blinken“, sagte nun Sprecher Patel. (dir mit AFP)

Rubriklistenbild: © Ulf Mauder/dpa

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