Warnung vor weiterer Eskalation

Abschuss von Kampfflugzeugen verschärft Konflikt zwischen Pakistan und Indien - Pilot freigelassen

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Kaschmirische Dorfbewohner versammeln sich bei den Trümmern eines indischen Kampfflugzeugs im Bezirk Budgam im indischen Teil Kaschmirs.

Nachdem die indische Luftwaffe einen Angriff auf eine Islamistengruppe in Pakistan geflogen hat, verschärfte sich der Konflikt der beiden Länder. Nun wurden Kampfflugzeuge abgeschossen.

Update vom 1. März 2019, 17.00 Uhr: Nach der jüngsten militärischen Konfrontation zwischen Pakistan und Indien hat Pakistan einen am Mittwoch gefangen genommenen indischen Piloten freigelassen. Der Oberstleutnant der indischen Luftwaffe wurde am Freitagabend (Ortszeit) den indischen Behörden am Grenzübergang Wagah in der Provinz Punjab übergeben, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

Pakistan schießt indische Kampfjets ab und nimmt zwei Piloten fest

Update vom 27. Februar 2019, 13.55 Uhr: Im Kaschmir-Konflikt zwischen den verfeindeten Nachbarstaaten Indien und Pakistan sind Kampfflugzeuge abgeschossen worden. Pakistan erklärte am Mittwoch, zwei indische Kampfjets abgeschossen und zwei Piloten gefangen genommen zu haben. Indien widersprach dieser Version, bestätigte den Verlust eines Flugzeugs und meldete seinerseits den Abschuss eines pakistanischen Kampfflugzeugs.

Pakistans Premierminister Imran Khan rief Indien zu Gesprächen auf und warnte vor einer weiteren Eskalation des Konflikts zwischen den beiden Atommächten. "Können wir uns irgendeine Fehlkalkulation leisten mit der Art Waffen, die wir haben und die ihr habt?", sagte er in einer Fernsehansprache.

Der pakistanische Armeesprecher Asif Ghafoor sagte vor Journalisten, eines der abgeschossenen indischen Flugzeuge sei in den pakistanischen Teil Kaschmirs gestürzt, das andere in den indischen Teil. Ein Pilot sei in Haft, der andere im Krankenhaus. "Wir wollen keine Eskalation, wir wollen nicht auf einen Krieg zusteuern", sagte Ghafoor und rief die Regierung in Neu Delhi ebenfalls zu Gesprächen auf.

Nach indischen Luftangriffen auf Pakistan - vier Tote bei Feuergefechten in Kaschmir

22.25 Uhr: Bei Feuergefechten zwischen indischen und pakistanischen Soldaten in der umstrittenen Region Kaschmir sind vier Menschen getötet worden, darunter zwei Kinder. Eine indische Granate habe ein Haus im Bereich Nakyal getroffen, sagte ein Vertreter des pakistanischen Zivilschutzes vor Ort am Dienstag. Dabei seien eine Mutter sowie ihr Sohn und ihre Tochter ums Leben gekommen. Drei weitere Menschen seien verletzt worden.

Eine weitere Frau sei bei einem anderen Beschuss in demselben Gebiet getötet worden; sieben weitere Menschen wurden verletzt, wie der Behördenvertreter sagte. Die Polizei bestätigte den Vorfall.

Im Kaschmir-Konflikt zwischen Indien und Pakistan wächst derzeit die Gefahr einer neuen militärischen Eskalation: Das indische Militär flog nach Regierungsangaben vom Dienstag Luftangriffe auf Ziele in Pakistan und tötete dabei eine "sehr große Anzahl" islamistischer Kämpfer. Pakistan drohte "baldige" Gegenmaßnahmen an.

Die Anspannung in der Region ist groß, seit bei einem Selbstmordattentat am 14. Februar 41 indische Sicherheitskräfte getötet wurden. Die Islamistengruppe Jaish-e-Mohammed beanspruchte die Tat für sich. Indien beschuldigt Pakistan, den Anschlag unterstützt zu haben. Islamabad weist die Anschuldigungen zurück.

Seit einem Krieg 1947 ist die Region zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan geteilt, wird aber bis heute von beiden Staaten zur Gänze beansprucht. Seit 1989 kämpfen mehrere muslimische Rebellengruppen teils für die Unabhängigkeit Kaschmirs, teils für den Anschluss der Region an Pakistan.

Pakistans Staatschef kündigt Reaktion auf Angriff der indischen Luftwaffe an

12.10 Uhr: Nach dem jüngsten Luftangriff Indiens in Pakistan hat der pakistanische Ministerpräsident Imran Khan seine Streitkräfte und Landsleute dazu aufgerufen, auf alle Möglichkeiten vorbereitet zu sein. Laut einer Mitteilung des Büros des Premiers kam das Nationale Sicherheitskomitee am Dienstag in einer Dringlichkeitssitzung zu dem Schluss, dass Indien eine ungerechtfertigte Aggression begangen habe. Darauf wolle Pakistan zu einem Zeitpunkt und Ort seiner Wahl reagieren, heißt es in der Erklärung.

Erstmeldung vom 26. Februar um 9.55 Uhr: Indische Luftwaffe attackiert Islamistenlager in Pakistan

Neu Delhi/Islamabad - Der Konflikt zwischen Indien und Pakistan ist am Dienstag weiter eskaliert: Das indische Militär flog nach Regierungsangaben Luftangriffe auf Ziele in Pakistan und tötete dabei eine "sehr große Anzahl" islamistischer Kämpfer. Der Angriff auf das Lager der Islamistengruppe Jaish-e-Mohammed (JEM) sei wegen "drohender" Selbstmordanschläge in Indien erfolgt, sagte ein hochrangiger Vertreter des Außenministeriums. Pakistan kündigte eine baldige Antwort seiner Streitkräfte an.

Indien teilte mit, dass bei dem Angriff "Terroristen, Ausbilder, hochrangige Befehlshaber" und potenzielle Selbstmordattentäter "eliminiert" worden seien. Die Anspannung in der Region ist groß, seit bei einem Selbstmordattentat am 14. Februar 41 indische Sicherheitskräfte getötet wurden. Die Islamistengruppe JEM beanspruchte die Tat für sich.

Indien hält Präventivangriff für „absolut notwendig“

Es habe "glaubwürdige Informationen" über geplante Selbstmordattentate in mehreren Landesteilen gegeben, sagte der Vertreter des Außenministeriums. Ein Präventivangriff sei "absolut notwendig" gewesen. Indiens Landwirtschaftsminister Gajendra Singh Shekhawat schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, ein "Terrorcamp" jenseits der Demarkationslinie in der Kaschmir-Region sei "vollständig zerstört" worden.

Pakistan hatte zuvor eine Verletzung der "Line of Control" gemeldet. Indische Kriegsflugzeuge seien in pakistanischen Luftraum eingedrungen, twitterte ein Armeesprecher. Es habe aber keine Schäden oder Todesopfer gegeben. Er kündete eine "baldige und wirksame Antwort" der pakistanischen Luftwaffe an.

Unterstützung für die eigenen Streitkräfte: Inder demonstrieren für die Luftwaffe des Staates.

Genaues Ziel der Luftangriffe unklar

Zunächst war unklar, wo genau die indischen Luftangriffe erfolgten. Indiens Außenministerium nannte Balakot als Angriffsziel - eine Stadt außerhalb des teilautonomen pakistanischen Gebiets in der Region Kaschmir. Von pakistanischer Seite hieß es, die Attacke sei innerhalb dieser Zone erfolgt.

Seit einem Krieg 1947 ist die Region zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan geteilt, wird aber bis heute von beiden Staaten zur Gänze beansprucht. Seit 1989 kämpfen mehrere muslimische Rebellengruppen teils für die Unabhängigkeit Kaschmirs, teils für den Anschluss der Region an Pakistan.

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