Wetter-Aussichten

September-Wetter in Deutschland: Sommer bereits vorbei? Alle Hoffnungen ruhen auf einem Phänomen

Ist der Sommer 2020 jetzt etwa vorbei? Die Tage werden langsam kürzer. Nach „Kirsten“ fühlt sich alles doch schon recht herbstlich an. Die Wetter-Prognose für den Restsommer.

  • Der Sommer 2020 ist eigentlich noch nicht vorbei - doch es fühlt sich schon herbstlich an.
  • Doch wann fängt der Herbst 2020 eigentlich an?
  • Ob es das Wetter* in Deutschland noch Sommerfreunden verspricht.

München - Der Sommer 2020 geht langsam zu Ende. Was das wettertechnisch bedeutet, wird sich zeigen. Für Meteorologen beginnt der Herbst 2020 - wie jedes Jahr - am 1. September. Um Wetterdaten zu vergleichen und Statistiken aufzustellen beginnt die meteorologische Jahreszeit am Anfang des Monats und dauern immer drei komplette Monate. Das gilt für den Herbst, Winter, Frühling und Sommer.

Der astronomische oder kalendarische Herbstbeginn richtet sich nach dem Stand der Sonne. Sind Tag und Nacht gleich lang, beginnt der kalendarische Herbst. Das Datum der Tagundnachtgleiche im September ändert sich von Jahr zu Jahr. In Mitteleuropa fällt die Herbst-Tagundnachtgleiche auf den 22. oder 23. September. Noch ist es zum meteorologischen wie zum kalendarischen Herbstanfang ein wenig hin. Ein Blick in den Kalender verrät: Noch ist August - und das klingt doch noch sehr nach Sommer und Grillwetter.

Jahreszeitmeterologisch Beginnmeterologisch Endeastronomisch Beginnastronomisch Ende
Frühling1. März 31. Mai19./20/21. März20. Juni
Sommer1. Juni31. August21. Juni21./22. September
Herbst1. September30. November22./23. September20.21. Dezember
Winter1. Dezember28. (29). Februar21./22. Dezember 19./20. März

Die Aussichten auf den Restsommer 2020 könnten besser sein, wohl wahr. Sturmtief „Kerstin bringt Herbst, statt Sommergefühle. Vor Orkanböen*, schweren Sturm, Gewittern und heftigen Regenfällen warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Am Donnerstag beruhigt sich die Wetterlage. Der Wind lässt dann allmählich nach. Doch ist es dann mit dem Sommer schon vorbei? Wie sind die Aussichten?

„Unbeständig und kühler“ wird es am Freitag, laut DWD-Vorhersage. Vom Westen ziehen dichte Wolken mit Schauern auf. Der nächste Tiefausläufer zieht auf und bringt neuen Regen. Es bleibt gewittrig. Am Wochenende gibt es im Süden teils länger andauernde und gebietsweise ergiebiger Dauerregen. Am Samstag gehen die Temperaturen auf 19 bis 24 Grad zurück. Wo es regnet, wird es merklich kühler - Bibber-15-Grad. Am Sonntag sieht es bisher ähnlich aus. Ein Mix aus kräftigen Schauern und Gewittern. Nur im Osten bleibt es freundlicher und trocken.

Wetter in Deutschland: So sind die Aussichten auf den Rest-Sommer 2020

Zum Start in die neue Woche lockert es laut dem DWD-Wetterexperten vor allem im Südwesten sowie im äußersten Norden auf. Südlich der Donau sowie im östlichen Bayern ist jedoch noch zeitweise mit Regen und vereinzelt mit Gewittern zu rechnen. Auch an der Küste sind einzelne Schauer und kurze Gewitter drin. Höchstwerte liegen dann bei 17 bis 22 Grad. Nach stabilem Sommerwetter 2020 sieht es also momentan kaum aus. Die Hitzetage sind scheinbar vorbei. Der Herbst ist da.

Herbst in Deutschland: Kommt im September der „Altweibersommer“

Beim Herbst fällt vielen sofort das Stichwort „Altweibersommer“ ein. Allerdings hat der Begriff kaum etwas mit alten Damen gemein. Sondern geht auf das altdeutsche Wort „weiben“ zurück - das weben bedeutet. Der seltsame Begriff „Altweibersommer“ soll mit Spinnweben zu tun haben. In der Schönwetterperiode im Herbst sind in der Natur Spinnfäden zu beobachten. An den Spinnfäden lassen sich junge Spinnen im warmen Wind davon tragen. Im Gegenlicht sind die schwebenden Spinnfäden gut zuerkennen. Besonders, wenn sich in der Nacht der Tau gebildet hat. Mit dem Wort „Altweiber“ wird auch zu mythologischen Schicksalsgöttinnen, welche allwissend die Lebensfäden der Götter und Menschen hergestellt, erklärt der DWD auf seiner Webseite.

„Altweibersommer“: Woher kommt der Name eigentlich?

 „Die Bezeichnung Altweibersommer erscheint aus meteorologischer Sicht weder frauenfeindlich noch despektierlich“, betont der DWD in seiner Information zum Altweibersommer. Denn, der Begriff landete schon 1989 vor dem Landgericht Darmstadt. Eine im Jahr 1911 geborene Klägerin fühlte sich von dem Begriff „Altweibersommer“ in den Wetterberichten des Deutschen Wetterdienstes herabgewürdigt. Die Frau wollte, dass der Begriff „Altweibersommer“ durch Nach - oder Spätsommer ersetzt werde. Das Gericht wies die Klage ab. Der Begriff würde nicht in die Persönlichkeitsrechte älterer Frauen eingreifen und Persönlichkeitsrechte verletze.

Wetter im August und September: Wann beginnt der deutsche „Altweibersommer“?

Beim „Altweibersommer“ handelt es sich laut DWD um eine beständige frühherbstliche Hochdrucklage über Mitteleuropa, die besonders häufig Mitte September bis Anfang Oktober auftritt. Sommerliche Temperaturen am Tag und kühle Nächte mit Tau und Nebel. Bei dem Wetterphänomen handelt es sich um eine sogenannte Wetter-Singularität, wie Schafskälte oder Hundstage. Eine typische Wetterlage, die mit großer Wahrscheinlichkeit immer wieder kehrt. An einem bestimmten Datum lässt sich der Altweibersommer jedoch nicht festmachen. In der Regel tritt eine Schönwetterperiode in der zweiten Septemberhälfte auf. Zum kalendarischen Herbstbeginn, der dieses Jahr auf den 22. September fällt. (ml) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks 

Rubriklistenbild: © Ulrich Perrey/dpa

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