Hochsommer im Juni

Fast ganz Deutschland kommt am Wochenende ins Schwitzen - Temperaturen bis knapp 40 Grad möglich

Der Sommer schlägt in Deutschland voll zu. Sonne, Hitze und Wärme gibt es auch an diesem Juni-Wochenende satt. Es winkt ein Temperatur-Rekord.

Update vom 17. Juni, 11.27 Uhr: Eine Hitzewelle erreicht am Wochenende (18./19. Juni) Deutschland. „ Das wird so richtig heiß“, prognostizierte Diplom-Meteorologe Dominik Jung gegenüber Wetter.net. Dabei könnte es sogar zu Rekordtemperaturen für den Monat Juni kommen. Noch nie hatte es in Deutschland Werte von 40 Grad oder mehr im sechsten Monat des Kalenderjahres gegeben. „Lokal sind auch Werte knapp um 40 Grad möglich“, meinte Jung.

Schon jetzt hat der Juni 2022 das 30-jährige Klimamittel um rund 2 Grad übertroffen, so der Wetterexperte. Und das bereits zur Monatsmitte. Wer sich am Wochenende in die Hitze begibt, sollte aber vorsichtig sein. „Unbedingt sollte man sich gut eincremen, wenn man draußen unterwegs ist, die Sonnenbrandgefahr ist sehr hoch. Eine Kopfbedeckung gegen Hitzschlag ist ebenfalls sinnvoll“, warnte Meteorologe Jung.

Wetter in Deutschland am Wochenende: Hitze im Westen, Osten und Süden

Erstmeldung vom 16. Juni: München/Bodensee/Hamburg - In Norditalien ist es zwischen Venetien, Gardasee und der Lombardei so heiß und trocken, dass mancherorts das Trinkwasser rationiert werden muss. Aber auch in Deutschland schlägt der Sommer bereits Mitte Juni voll durch. Zumindest vielerorts. Konkret: Am Wochenende (18./19. Juni) soll es in weiten Teilen der Bundesrepublik richtig heiß werden – jedoch mit einer markanten Ausnahme.

„Die Hitzeglocke zieht am Wochenende mehrheitlich über Westen, Osten und Süden hinweg und erreicht den Norden nur ganz knapp, da sich dort aus Nordwesten eher kühle Luftmassen halten können. Daher ist es an diesem Wochenende extrem unterschiedlich“, zitiert die Bild den Diplom-Meteorologen Dominik Jung vom Wetterdienst wetter.net: „Die See bringt dort Wind Richtung Küste, da ist es nun mal kälter als im Rest des Landes. Das Meerwasser ist deutlich kühler als das aufgeheizte Festland.“

Auf Deutschland kommt die erste Hitzewelle zu. In Dresden trocknete die Elbe bereits zum Teil aus.

Heißt: Im Norden, insbesondere im Nordwesten zwischen Nordsee, Hamburg und Bremen wird es zwar angenehm mild, aber bei Weitem nicht hochsommerlich heiß, während der Rest Deutschlands so richtig ins Schwitzen kommt. So soll es am Samstag laut wetter.com in der Metropole Hamburg mit ihren rund 1,9 Millionen Einwohnern zwar noch bis zu 24 Grad warm werden. Aber am Sonntag sollen die Höchstwerte in der Hansestadt und Umgebung gerade mal die 19 Grad nicht mehr nicht überschreiten.

Ganz anders ist das Wetter-Bild im Rest der Republik: Zum Beispiel in Köln werden am Samstag bei strahlendem Sonnenschein bis zu 36 Grad gemessen, so die Prognose. Auch in Teilen von Nordrhein-Westfalen soll am Sonntag das Wetter jedoch kippen. Laut wetter.com könnte es in der Großstadt am Rhein dann nur noch 18 Grad haben, was einen deutlichen Temperatursturz bedeuten würde. Einen solchen müssen der Süden und der Osten Deutschlands am Wochenende indes nicht befürchten.

Die Gletscher schmelzen – Wie der Klimawandel die Erde verändert

Die Erde erwärmt sich, die Gletscher schmelzen. Links zu sehen ist der Okjökull-Gletscher auf dem Gipfel des Vulkans Ok auf Island im September 1986. Im August 2019 (rechtes Bild) ist von dem einstigen Gletscher nur noch ein kleiner Eisfleck übrig geblieben.
Die Erde erwärmt sich, die Gletscher schmelzen. Links zu sehen ist der Okjökull-Gletscher auf dem Gipfel des Vulkans Ok auf Island im September 1986. Im August 2019 (rechtes Bild) ist von dem einstigen Gletscher nur noch ein kleiner Eisfleck übrig geblieben. © dpa/NASA/AP
„Zieht die Notbremse“ steht auf dem Schild, das ein Mädchen in Island trägt. Sie ist unterwegs zu einer Gedenkveranstaltung für den früheren Gletscher Okjökull. Forschende zeigen immer wieder, dass die Zeit drängt: Die Eismassen der Erde schmelzen immer schneller, der Meeresspiegel steigt und die Ozeane werden warm und sauer.
„Zieht die Notbremse“ steht auf dem Schild, das ein Mädchen in Island trägt. Sie ist unterwegs zu einer Gedenkveranstaltung für den früheren Gletscher Okjökull. Forschende zeigen immer wieder, dass die Zeit drängt: Die Eismassen der Erde schmelzen immer schneller, der Meeresspiegel steigt und die Ozeane werden warm und sauer. © Felipe Dana/dpa
Wichtige Gletscherteile des Titlisgletschers werden vor dem Sommer 2018 mit Vlies bedeckt, um sie in den warmen Sommermonaten vor dem Schmelzen zu schützen. Rund 6000 Quadratmeter Vlies sollen bis zum Herbst die Eishöhe von bis zu anderthalb Metern schützen.
Wichtige Gletscherteile des Titlisgletschers werden vor dem Sommer 2018 mit Vlies bedeckt, um sie in den warmen Sommermonaten vor dem Schmelzen zu schützen. Rund 6000 Quadratmeter Vlies sollen bis zum Herbst die Eishöhe von bis zu anderthalb Metern schützen. © Urs Flueeler/dpa
Der Nevado Huascarán ist mit 6768 Metern der höchste Berg Perus. Das Eis am Gipfel des Bergs ist tausend Jahre alt und soll Forschenden Informationen rund um den Klimawandel liefern. Bei einer Expedition im Jahr 2019 wurden Eisproben entnommen.
Der Nevado Huascarán ist mit 6768 Metern der höchste Berg Perus. Das Eis am Gipfel des Bergs ist tausend Jahre alt und soll Forschenden Informationen rund um den Klimawandel liefern. Bei einer Expedition im Jahr 2019 wurden Eisproben entnommen. © Oscar Vilca/INAIGEM/afp
Auch der Rhonegletscher, der älteste Gletscher der Alpen, wird durch spezielle Decken vor dem Schmelzen geschützt. So soll verhindert werden, dass die Gletscher in den Alpen verschwinden.
Auch der Rhonegletscher, der älteste Gletscher der Alpen, wird durch spezielle Decken vor dem Schmelzen geschützt. So soll verhindert werden, dass die Gletscher in den Alpen verschwinden. © Urs Flueeler/dpa
Ein Eisberg schwimmt im Juni 2019 durch die Bonavista Bay in Neufundland. Wasser von Eisbergen gilt als „rein“ und wird für bestimmte Produkte vermarktet – unter anderem für Wodka, Likör, Bier und Kosmetik. Gleichzeitig schmilzt das Eis dieser Erde immer schneller – eine schlechte Kombination.
Ein Eisberg schwimmt im Juni 2019 durch die Bonavista Bay in Neufundland. Wasser von Eisbergen gilt als „rein“ und wird für bestimmte Produkte vermarktet – unter anderem für Wodka, Likör, Bier und Kosmetik. Gleichzeitig schmilzt das Eis dieser Erde immer schneller – eine schlechte Kombination. © Johannes Eisele/afp
Ein Eisberg an der südöstlichen Küste Grönlands kalbt: Eine große Eismasse bricht vom Apusiajik-Gletscher ab und stürzt ins Wasser.
Ein Eisberg an der südöstlichen Küste Grönlands kalbt: Eine große Eismasse bricht vom Apusiajik-Gletscher ab und stürzt ins Wasser. © Jonathan Nackstrand/afp
Der Aletsch-Gletscher ist der größte Gletscher in den Alpen. Wenn nichts getan wird, um den Klimawandel aufzuhalten, könnte er bis zum Ende des Jahrhunderts komplett verschwinden, hat eine Studie im Jahr 2019 gezeigt.
Der Aletsch-Gletscher ist der größte Gletscher in den Alpen. Wenn nichts getan wird, um den Klimawandel aufzuhalten, könnte er bis zum Ende des Jahrhunderts komplett verschwinden, hat eine Studie im Jahr 2019 gezeigt. © Fabrice Coffrini/afp
Das Foto stammt aus dem Jahr 2007, doch an der Situation hat sich seitdem nicht viel geändert: Die massiven Gletscher Tibets leiden unter dem Klimawandel und schmelzen. In den vergangenen Jahrzehnten sei das Eis in dieser Region zehnmal schneller geschmolzen als in den Jahrhunderten davor, heißt es in einer Studie aus dem Jahr 2019. Seit der letzten kleinen Eiszeit seien zwischen 400 und 600 Kubikkilometer Eis verschwunden – das entspricht dem gesamten Eisvolumen der europäischen Alpen, des Kaukasus und von Skandinavien.
Das Foto stammt aus dem Jahr 2007, doch an der Situation hat sich seitdem nicht viel geändert: Die massiven Gletscher Tibets leiden unter dem Klimawandel und schmelzen. In den vergangenen Jahrzehnten sei das Eis in dieser Region zehnmal schneller geschmolzen als in den Jahrhunderten davor, heißt es in einer Studie aus dem Jahr 2019. Seit der letzten kleinen Eiszeit seien zwischen 400 und 600 Kubikkilometer Eis verschwunden – das entspricht dem gesamten Eisvolumen der europäischen Alpen, des Kaukasus und von Skandinavien. © Peter Parks/afp
Der Gletscher Nr. 12 im Laohugou-Tal im westlichen Teil des Qilian-Gebirges in der nordwestchinesischen Provinz Gansu ist der längste Gletscher im Qilian-Gebirge. Da er aufgrund des Klimawandels schrumpft, sind Ausflüge zu dem Gletscher verboten.
Der Gletscher Nr. 12 im Laohugou-Tal im westlichen Teil des Qilian-Gebirges in der nordwestchinesischen Provinz Gansu ist der längste Gletscher im Qilian-Gebirge. Da er aufgrund des Klimawandels schrumpft, sind Ausflüge zu dem Gletscher verboten. © imago/Xinhua
Im Sommer 2010 ist vom Petermann-Gletscher vor der Nordwestküste Grönlands ein gewaltiger Eisbrocken abgebrochen. Das Bruchstück hat etwa zweieinhalb Mal die Fläche der Insel Sylt, mit dem Wasser, aus dem der Eisbrocken besteht, könnte der gesamte Wasserverbrauch der USA für vier Monate gestillt werden.
Im Sommer 2010 ist vom Petermann-Gletscher vor der Nordwestküste Grönlands ein gewaltiger Eisbrocken abgebrochen. Das Bruchstück hat etwa zweieinhalb Mal die Fläche der Insel Sylt, mit dem Wasser, aus dem der Eisbrocken besteht, könnte der gesamte Wasserverbrauch der USA für vier Monate gestillt werden.  © NASA Earth Observatory/Jesse Allen und Robert Simmon/United States Geological Survey/dpa
Während seiner Zeit als Bundesaußenminister besucht Heiko Maas (l., SPD) Gletscher bei Pond Inlet in der kanadischen Arktis. Die Erderwärmung ist in dieser Region zwei bis drei Mal so stark wie in anderen Weltregionen.
Während seiner Zeit als Bundesaußenminister besucht Heiko Maas (l., SPD) Gletscher bei Pond Inlet in der kanadischen Arktis. Die Erderwärmung ist in dieser Region zwei bis drei Mal so stark wie in anderen Weltregionen. © Kay Nietfeld/dpa

Wetter in Deutschland am Wochenende: Am Bodensee, in Stuttgart und in Sachsen wird es richtig heiß

So soll es in Friedrichshafen am Bodensee im Dreiländereck mit der Schweiz und Österreich am Samstag bis zu 32 Grad warm werden. Ideales Ausflugs-Wetter also für das „Schwabenmeer“. Am Sonntag klettern die Temperaturen am Bodensee bei viel Sonnenschein auf bis zu 33 Grad. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart werden am Samstag und Sonntag teils 35 Grad gemessen, auch im „Schwabenkessel“ ist das Regenrisiko sehr gering.

Richtig heiß wird es auch im Osten. Dresden meldet für das Wochenende an der Elbe Höchstwerte von bis zu 34 Grad. Und zumindest am Samstag soll es in Sachsen sehr wahrscheinlich ohne Niederschlag trocken bleiben. Vereinzelt muss wegen der Hitze aber wohl mit Gewittern gerechnet werden – und zwar von West, über Süd bis nach Ost. (pm)

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa

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