Küstenort fatal getroffen

„Es ist eine Tragödie“: Erdrutsch auf italienischer Urlaubsinsel – Schlammlawine reißt alles mit

Zerstörte Häuser, ins Meer gerissene Autos und Busse, die in Schlammmassen versinken. Nach dem schweren Unwetter auf Ischia suchen Einsatzkräfte weiter nach Vermissten.

Ischia – Noch bei Dunkelheit im Morgengrauen am Samstag (26. November) traf ein Unwetter die italienische Insel Ischia. Gegen fünf Uhr sorgten sintflutartige Wassermassen für Überschwemmungen und Chaos. Eine Schlammlawine mit Felsbrocken und Geröll wälzte sich im Küstenort Casamicciola vom Hang Richtung Meer. Sie riss alles auf ihrem Weg, selbst Autos und Busse ins Meer.

Unwetter in Italien: „Es ist eine Tragödie“, heißt es von der Insel Ischia

Bei dem ersten offiziellen Todesopfer handelte es sich um eine 31-jährige Frau. Ihre Leiche soll von den Einsatzkräften tief versunken aus dem Schlamm geborgen worden sein. Ihr Ehemann wird immer noch vermisst, berichten italienische Medien. Die Trauer um die Frau in den sozialen Netzwerken sei groß, heißt es. Die ganze Nacht über suchten Rettungsteams weiter nach Vermissten, in der Hoffnung, die zehn Vermissten zu finden, darunter zwei Kinder. Am Hafen suchen Taucher jeden Zentimeter ab, berichten italienische Medien. Eine weitere Leiche ist, laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA, in einem durch den Erdrutsch zerstörten Häuser gefunden worden. Es soll sich dabei um eine sehr junge Person handeln. Identität und Geschlecht seien zunächst noch unklar. Die Leiche soll im Schlafzimmer unter einer Matratze gefunden worden sein. Da Suchhunde an der Stelle angeschlagen hätten, befürchten Einsatzkräfte noch weitere Opfer zu finden.

„Es ist eine Tragödie“, sagte der Chef des Zivilschutzes vor Journalisten. Die Lage vor Ort sei 24 Stunden nach dem Erdrutsch kompliziert. Aktuell scheint die Sonne über der beliebten Urlaubsinsel im Golf von Neapel, doch es weht ein starker Wind. Und im Süden Italiens – auch auf der Insel Ischia – werden weitere Unwetter erwartet. Der Zivilschutz hat für die Region die Alarmstufe Orange herausgegeben.

Mit neuen Regenfällen wächst jedoch das Risiko für neue Erdrutsche in der Gegend um Casamicciola. Die Risiken seien immer schwer einzuschätzen, aber vorhanden, erklärte Mauro di Vito, Direktor des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV), wie der italienische Nachrichtensender Rai berichtet. Nach dem verheerenden Erdrutsch wird Kritik an den Behörden laut. In den vergangenen Jahren sei zu wenig für den Schutz unternommen worden. Die nördlichen Orte auf der Insel Ischia Casamicciola und Lacco Ameno galten als Risikogebiet für Erdrutsche.

Tragödie auf italienischer Urlaubsinsel Ischia: Schlammwelle verschlingt Häuser und auch Busse, wie auf dem Foto zu sehen ist.

Unwetter in Ischia (Italien): Dramatische Bilder nach Erdrutsch

200 Menschen sollen evakuiert werden, berichtet die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Voraussichtlich soll am Sonntagvormittag der Ausnahmezustand ausgerufen werden. Acht Vermisste, darunter ein Neugeborenes, sind aufgetaucht und in Sicherheit.

Bilder im Fernsehen zeigten einen Hang, an dem ein Erdrutsch abging, und einen Mann, der an einem Gebäude völlig voll Schlamm bis zur Brust im Dunkeln im Wasser steckte. Auf Videos der Feuerwehr waren völlig demolierte Autos und mit Geröll und Erde überflutete Straßen zu sehen. Seit einer Woche suchen schwere Unwetter Italien heim. Eine historische Sturmflut bedrohte Venedig. (ml)

Rubriklistenbild: © Salvatore Laporta/dpa

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