Kritik an einflussreichem Prediger

115 Tote nach Einsturz von Kirchengebäude

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Rettungskräfte suchen in den Trümmern der kollabierten Kirche nach Überlebenden.

Lagos - Die Zahl der Toten nach dem Einsturz eines Kirchengebäudes in der nigerianischen Küstenmetropole Lagos ist nach jüngsten Behördenangaben auf mehr als hundert gestiegen.

Der südafrikanische Katastrophenschutzminister Jeff Radebe sagte am Montag unter Berufung auf Rettungskräfte in Lagos, bislang seien 115 Menschen tot aus den Trümmern geborgen worden, darunter allein 84 Südafrikaner. Die nigerianischen Behörden befürchten, dass noch mehr Menschen unter den Trümmern des Gästehauses einer beliebten Megakirche in der Stadt begraben liegen. Die Behörden gehen von allein rund 350 südafrikanischen Besuchern der Kirche zum Unglückszeitpunkt vor zehn Tagen aus.

Eine aus den Trümmern gerettete Südafrikanerin berichtete von dramatischen Erlebnissen: Fünf Tage lang war Lindiwe Ndwandwe im Schutt begraben, wie sie mehreren Medien sagte. Eingeschlossen in einer Toilette habe sie nur durch eine kleine Spalte atmen können. Um sie herum seien die Schreie anderer Verschütteter leiser geworden und schließlich erstorben. Zum Schluss habe sie ihren eigenen Urin trinken müssen, um nicht zu verdursten. "Es ist wie ein Traum, dass ich da rausgekommen bin", sagte die 33-Jährige.

Eine Militärmaschine brachte am Montag 25 südafrikanische Verletzte, darunter mehr als ein Dutzend mit lebensgefährlichen Verletzungen, nach Pretoria.

In dem Kirchengebäude waren einheimische und ausländische Gäste der Synagogue Church of All Nations (Scoan) des populären Fernsehpredigers T.B. Joshua untergebracht. Nach Angaben von Rettungskräften war das Gebäude wohl durch den Bau zusätzlicher Stockwerke überlastet. Die Behörden warfen Joshua vor, das Ausmaß des Unglücks vertuscht zu haben. Joshua, der nach eigenen Angaben wiederholt Wunder verübt hat, zählt eine Reihe von Regierungschefs und Präsidenten zu seinen Anhängern, was ihm erheblichen politischen Einfluss verleiht.

afp

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