Retter suchen Verschüttete

Tote bei Einsturz eines Wohnhauses in Istanbul

Dieses Standbild aus einem Video zeigt ein eingestürztes siebenstöckiges Gebäude in Istanbul. Foto: DHA

Ein riesiger Schutthaufen, fast 100 Retter: In einem Stadtteil von Istanbul stürzt ein hohes Wohnhaus ein. Wie viele Menschen daheim waren, ist auch in der Nacht noch unklar.

Istanbul (dpa) - Beim Einsturz eines mehrstöckigen Wohnhauses in Istanbul sind am Mittwoch mindestens zwei Menschen getötet worden.

Sechs wurden bis zum späten Abend gerettet, wie regierungsnahe Medien berichteten. Nach weiteren Verschütteten werde auch in der Dunkelheit noch fieberhaft gesucht. Bei CNN Türk hieß es, ersten Erkenntnissen zufolge könnten 15 Menschen unter dem Geröll begraben sein. In dem Haus seien 43 Bewohner registriert gewesen. Wie viele Bewohner zum Zeitpunkt des Einsturzes zu Hause waren, blieb zunächst unklar.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete am frühen Abend (Ortszeit), Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan habe Innenminister Süleyman Soylu und den Minister für Umwelt und Stadtplanung, Murat Kurum, gebeten, sich zur Unglücksstelle zu begeben.

Auch Parlamentssprecher Binali Yildirim, früher Ministerpräsident, erschien. Medien zufolge verhängte die Staatsanwaltschaft am frühen Abend (Ortszeit) ein Berichterstattungsverbot.

Zur Anzahl der Stockwerke des Wohnhauses gab es zunächst noch widersprüchliche Angaben. Die Nachrichtenagentur DHA sprach von sechs Stockwerken, Anadolu von sieben, CNN Türk von sieben plus Keller, zeitweise war auch von acht Etagen die Rede.

Der Gouverneur der Provinz Istanbul, Ali Yerlikaya, sagte vor Fernsehkameras, drei Stockwerke seien illegal erbaut worden. Im Haus habe sich auch ein "Textil-Atelier" befunden, das keine Genehmigung für den Betrieb dort gehabt habe. Mehr wisse er noch nicht - er bitte um Geduld und Gebete. Er mahnte außerdem Ruhe am Unfallort an, damit Retter Hilferufe von Verschütteten hören könnten. Fernsehbilder zeigten, wie Dutzende Helfer auf dem riesigen Schutthaufen herumkletterten. Der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge waren zunächst mindestens 86 Retter und 26 Wagen der Feuerwehr vor Ort.

Das Haus im Stadtteil Kartal auf der asiatischen Seite der türkischen Metropole war am Nachmittag in sich zusammengefallen. Was den Einsturz ausgelöst hatte, blieb zunächst unklar.

Ähnliche Einstürze sind in Istanbul keine Seltenheit. Ursache ist oftmals die schlechte Bauweise. Erst im Juli war im Stadtteil Beyoglu ein vierstöckiges Haus zusammengebrochen, nachdem ein Erdrutsch das Fundament unterhöhlt hatte.

Im Februar 2016 war im Zentrum von Istanbul ein fünfstöckiges Hauses in sich zusammengefallen - wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt, weil das Haus beim Kollaps leer war. Es lag in einer Parallelstraße zu der bei Touristen beliebten Fußgängerzone Istiklal in der Nähe des Taksim-Platzes.

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