Tiere helfen Menschen

Studie bestätigt: Tiere können uns emotional unterstützen

Frau sitzt mit und auf Teppich und kuschelt
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Frau streichelt Hund

Forscher haben herausgefunden, dass Tiere uns bei Depression und Angstzuständen durch emotionale Unterstützung helfen können. Dafür wurden Probanden ein Jahr lang beobachtet.

Toledo - Tiere* können uns emotional unterstützen, da waren wir Menschen uns schon lange sicher. Jetzt gibt es eine neue wissenschaftliche Studie, die das bestätigt. In der Untersuchung ging es um psychische Erkrankungen wie Depressionen oder chronische Angst und um die Wirkung sogenannter Emotional Support Animals - also zum Beispiel speziell ausgebildete Hunde, die ihre erkrankten Besitzer trösten und unterstützen.

Die Studie von Forschern der Universität Toledo hat ergeben, dass betroffene Teilnehmer eine signifikante Verbesserung der Krankheit feststellten. Das geschah ungefähr ein Jahr nach der Adoption eine Tieres.

„Diese Studie zeigt, dass Emotional Support Animals durchaus auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden einwirken“, so Janet Hoy-Gerlach, Professorin für Sozialarbeit an der Universität Toledo. Sie ist leitende Forscherin der Studie.

Hunde als emotionale Unterstützung: Emotional Support Animal

Über das Hope and Recovery Pet (HARP)-Programm wurden die Teilnehmer ausgewählt. Das Programm bringt Tiere als emotionale Unterstützung zu den Betroffenen nachhause. Entwickelt wurde das Konzept 2010 von Hoy-Gerlach und ist in 28 Staaten verfügbar.

„Das Beste am Programm ist, dass es zweifach wirkt“, sagt Gründerin Hoy-Gerlach. „Es kommt der Gesundheit der Menschen zugute und vermittelt Tierheimtieren in ein gutes, liebevolles Zuhause.“

Bei Hausbesuchen würden die Teilnehmer überprüft, bevor sie mit den Tieren zusammenkommen. So wurde die Sicherheit der Tiere gewährleistet.

Studie zu emotionaler Unterstützung durch Tiere: Teilnehmer über langen Zeitraum beobachtet

Vorab führten Forscher bei den Teilnehmern einen Test durch, der die Schwere ihrer Depression* oder Angststörung bewertet hat. Außerdem wurden Speichelproben gesammelt, mit denen drei Biomarker für Bindung und Stress gemessen wurden. Darunter :

  • Oxytocin - das „Liebeshormon“, das vom Gehirn während Bindungsinteraktionen freigesetzt wird.
  • Alpha-Amylase - ein stressanzeigendes Enzym, das im Speichel vorkommt
  • Cortisol - das Stresshormon. Ein anhaltend erhöhter Wert kann das Risiko von Herzerkrankungen, Depressionen und Angstzuständen erhöhen.

Die Teilnehmer wurden in Zeitabständen von 1, 3,6 und 12 Monaten kontaktiert. Jedes Mal entnahmen die Forscher Speichelproben. Dann sollten sich die Teilnehmer 10 Minuten mit den Tieren beschäftigen. Zum Beispiel, indem sie mit ihnen kuscheln oder spielen. Danach wurden wieder Speichelproben gesammelt.

Der psychologische Test vor Beginn der Studie wurde nach 12 Monaten wiederholt. Laut Studie waren die Teilnehmer nicht nur weniger ängstlich und depressiv, sondern auch weniger einsam. Bei den Speichelproben gab es allerdings keine großen Unterschiede. Hoy-Gerlach sagt jedoch, dass es in den 10 Minuten, in denen die Teilnehmer zwischen den Speichelproben mit den Tieren interagieren sollten, einen Anstieg des Oxytocin-Spiegels und eine Abnahme von Stresshormonen gab. Dennoch war dies statistisch nicht wesentlich.

Hunde als emotionale Unterstützung: Die Idee zur Studie gab es schon länger

Ängste sind die häufigste psychische Erkrankung* (tz.de berichtete*). Die Idee kam der Studienautorin schon früh während ihrer Sozialarbeit. Bei der Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen für Suizidgedanken stellte sie sich unter anderem eine Frage: „Was hat Sie davon abgehalten, auf diese Gedanken zu reagieren?“

Die Antwort vieler Betroffener: „‚Das kann ich meinen Kindern nicht antun‘ oder ‚Das ist gegen meinen Glauben‘“. „Aber ich bekam auch regelmäßig Antworten wie ‚Ich möchte mein Haustier nicht zurücklassen‘“, sagt Hoy-Gerlach.

Da sie ohnehin Tiere liebt, erschien ihr die Idee sinnvoll, Tiere zur emotionalen Unterstützung einzusetzen. Aber in ihrer Ausbildung als Psychiaterin kamen Tiere als Heilungshelfer nie vor. Sie werden nicht im Zusammenhang mit menschlicher Gesundheit erwähnt. „Und doch nannten die Leute, mit denen ich sprach, ihre Haustiere als Lebenssinn“, sagt sie. „Das ist ein wirklich mächtiges Werkzeug, jemanden am Leben zu erhalten.“

„Meine Hoffnung ist, dass [diese Studie] mehr Forschung nach sich ziehen wird, damit wir die Vorteile, die durch Emotional Support Animals erzielt werden können, besser verstehen und nutzen können.“ *tz.de ist ein Angebot der IPPEN.MEDIA.

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