Gefahr für die Erde?

„Verschlingt ungewöhnlich große Mengen“: Das schwarze Loch wird hungriger

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Ein Bild aus 2012: Das Chandra X-ray Observatory zeigt das Zentrum unserer Galaxie (links) mit dem schwarzen Loch Sagittarius A*.

Eigentlich sei es recht genügsam, so Forscher über Sagittarius A*, das schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße. Plötzlich ist es jedoch ungewöhnlich aktiv. Wird es der Erde gefährlich?

Im Zentrum unserer Milchstraße existiert ein schwarzes Loch. Das ist so weit nicht ungewöhnlich, in vielen Galaxien gibt es so ein Phänomen. Sagittarius A*, wie das schwarze Loch in unserer Galaxie von Forschern genannt wird, ist eigentlich recht genügsam. Rund 26.000 Lichtjahre entfernt fristet es sein Dasein. 

Mit seiner aktiven Hülle ist es nicht größer als die Erdumlaufbahn um die Sonne. Seine Größe beträgt rund 300 Millionen Kilometer. Laut Berechnungen von Astronomen hat das schwarze Loch selbst einen Durchmesser von rund 22,5 Millionen Kilometer.

Schwarzes Loch Sagittarius A* konsumiere „ungewöhnlich große Mengen“

Nun legt Sagittarius A* allerdings plötzlich ein ungewöhnliches Verhalten an den Tag: Das schwarze Loch scheint „hungriger“ zu werden, wie es in den Forschungsergebnissen von Wissenschaftlern der Universität von Kalifornien in Los Angeles, laut dpa, heißt. In der Fachzeitschrift "The Astrophysical Journal Letters" schreiben diese über ihre Beobachtungen. Sagittarius A* verschlinge „ungewöhnlich große Mengen an Staub und Gas“. Die Ursache für die plötzliche Gefräßigkeit des schwarzen Lochs sei demnach noch nicht bekannt.

Sagittarius A* im Zentrum unserer Milchstraße sei „normalerweise ein ziemlich ruhiges, schwächliches schwarzes Loch auf Diät“, zitiert die dpa Andrea Ghez, die zum Forschungsteam der Universität von Kalifornien gehört. Rund 13.000 Messungen aus 133 Nächten hätten die Forscher demnach seit 2003 analysiert. Seit dem 13. Mai strahle das Schwarze Loch nun plötzlich doppelt so hell, wie zuvor. 

Das schwarze Loch Sagittarius A*: Gefahr für die Erde?

Gründe dafür könnten sein, dass es in eine neue Phase eingetreten sei, so einer der Forscher. Aber auch andere Erklärungsansätze sind demnach möglich: Vielleicht seien beispielsweise große Asteroiden oder Klumpen aus interstellarem Gas in das schwarze Loch gezogen worden. Denkbar sei auch, dass ein Stern im Sommer 2018 Gas in Richtung von Sagittarius A* geschleudert habe. 

Weitere Beobachtungen sollen nun klären, was der tatsächliche Grund ist. Eine Gefahr für die Erde bestehe allerdings nicht. Sagittarius A* sei 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Damit die Strahlung für unsere Erde eine Rolle spiele, müsse sie mindestens zehn Milliarden mal so stark sein, wie beobachtet. 

Erst im April schafften es Forscher das erste reale Foto eines schwarzen Lochs zu machen. Vor kurzem entdeckten Wissenschaftler außerdem das am schnellsten wachsende Loch im Universium

Für Aufsehen sorgte auch ein glühender Feuerball über dem Himmel von Norddeutschland. Durch einen Zufall filmte ein Kitesurfer das Spektakel - und merkte es erst gar nicht.

In Garching gibt es seit 2018 ein Planetarium für Astronomie-Interessierte. 

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