Bäume entwurzelt, Gleise gesperrt

Schneechaos und Unfälle: Sturmtief „Egon“ zieht über Deutschland

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Ein Lastwagen ist am 13.01.2017 auf der Autobahn 30 bei Hörstel (Nordrhein-Westfalen) auf glatter Fahrbahn verunglückt.

Offenbach - Umgestürzte Bäume, gesperrte Bahnstrecken und Unfälle: Tief „Egon“ hat in der Nacht zum Freitag Deutschland erreicht. Am stärksten ist der Westen betroffen.

Sturmtief „Egon“ hat am Freitagmorgen in Teilen Niedersachsen den Verkehr lahm gelegt und mit Schneeregen und ersten Windböen auch Berlin und Brandenburg erreicht. Im Emsland stellten sich Laster quer und Autos rutschten in Gräben. Betroffen war auch der Bahnverkehr.

Bahn muss Strecken sperren

Die Strecke zwischen Hannover und Bremen musste wegen Unwetterschäden gesperrt werden, wie die Bahn mitteilte. Auch in anderen Bundesländern waren Gleise zwischenzeitlich gesperrt und es kam zu Verspätungen. Die Bahn drosselte die Höchstgeschwindigkeit der ICE zudem bis auf weiteres auf Tempo 200.

In Nordrhein-Westfalen blieben die befürchteten Schneemassen in den frühen Morgenstunden aus: Dort brachte „Egon“ vor allem Wind und Regen mit.

Sturmtief "Egon" sorgt für Chaos

Ein Lastwagen ist auf der A30 bei Hörstel (Nordrhein-Westfalen) auf glatter Fahrbahn verunglückt. Foto: Nord-West-Media TV
Ein Lastwagen ist auf der A30 bei Hörstel (Nordrhein-Westfalen) auf glatter Fahrbahn verunglückt. Foto: Nord-West-Media TV  © Nord-West-Media TV
Ein umgestürzter Baum liegt in Wiesbaden auf einem Auto. Foto: Wiesbaden112 GbR
Ein umgestürzter Baum liegt in Wiesbaden auf einem Auto. Foto: Wiesbaden112 GbR  © Wiesbaden112 GbR
Winterdienstfahrzeuge sind am in Braunlage im Oberharz unterwegs. Foto: Swen Pförtner
Winterdienstfahrzeuge sind am in Braunlage im Oberharz unterwegs. Foto: Swen Pförtner  © Swen Pförtner
Der Sturm treibt in Frankfurt am Main Schneeflocken an einer Straßenlaterne vorbei. Foto: Frank Rumpenhorst
Der Sturm treibt in Frankfurt am Main Schneeflocken an einer Straßenlaterne vorbei. Foto: Frank Rumpenhorst  © Frank Rumpenhorst
Feuerwehrkräfte bergen bei Heidelberg einen Mast mit Solarzellen. Foto: Rene Priebe
Feuerwehrkräfte bergen bei Heidelberg einen Mast mit Solarzellen. Foto: Rene Priebe  © Rene Priebe

Orkanböen entwurzeln Bäume

In der Nacht hatte das Tief Deutschland von Westen her erreicht. Im Saarland und in Rheinland-Pfalz fegte der Wind teils mit Orkanstärke über das Land und entwurzelte Bäume. Es kam zu Verkehrsbehinderungen und Stromausfällen. Es habe seit Mitternacht massive Probleme mit dem Sturm gegeben, sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Saarbrücken am frühen Freitagmorgen.

In Baden-Württemberg gab es mehr als 400 Polizeieinsätze. Wie Sprecher der zwölf Polizeipräsidien mitteilten, ging es überwiegend um umgestürzte Bäume, umgewehte Bauzäune und Verkehrsschilder, die der Sturm mitriss. Die meisten Einsätze wurden aus dem Polizeipräsidium Heilbronn gemeldet. Laut einem Sprecher mussten die Beamten seit 0.00 Uhr 126 Mal ausrücken. Er sprach von zum Teil „chaotischen Zuständen“ auf den Straßen.

Bis zu 148 km/h Windgeschwindigkeit

Auf dem 554-Meter-hohen Weinbiet in Rheinland-Pfalz erreichte der Wind Geschwindigkeiten von bis zu 148 Kilometern in der Stunde. Auch in Hessen brachte „Egon“ Sturm. Dort gab es zahlreiche Einsätze wegen umgestürzten Bäumen und Gegenständen, die auf die Fahrbahn geflogen waren.

„Egon“ bringt wohl auch weiter Sturmböen und Schnee. Bei nassem Schnee und starkem Wind könnten erneut Stromleitungen und Bäume umknicken. „Das ist eine sehr gefährliche Kombination“, sagte Meteorologe Adrian Leyser vom DWD.  Für ganz Bayern gilt derzeit eine Wetterwarnung, teilweise besteht sogar eine Unwetterwarnung vor starken Orkanböen.

Am Wochenende dürften vor allem im Hochland winterliche Bedingungen herrschen. Doch der starke Wind könnte Wintersportlern und Spaziergängern auch dann noch den Spaß verderben.

Riesen-Stromausfall in Frankreich

Auch in anderen Teilen Europas zeigte sich der Winter von der ungemütlichen Seite. Nach dem Durchzug eines schweren Wintersturms saßen in Nordfrankreich etwa 230.000 Haushalte im Dunkeln. Das berichtete der Radio-Nachrichtensender Franceinfo am Freitag mit Verweis auf den Netzbetreiber Enedis.

Besonders betroffen seien die küstennahen Regionen Normandie und Picardie. Böen erreichten laut Sender bis zu 150 Stundenkilometer. Zahlreiche Bäume stürzten um. Enedis habe etwa 1200 Techniker eingesetzt, um die Stromversorgung wiederherzustellen.

dpa

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