Ukraine-Krieg

„Lehnt euch gegen euren Diktator auf“: Mit einem Trick umgehen Google-Nutzer die russische Zensur

Im Vordergrund sieht man ein Handy, im Hintergrund eine Karte bei Google-Maps.
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Mit Bewertungen bei Google-Maps wollen viele die Menschen in Russland über den Krieg in der Ukraine informieren (Symbolfoto).

Um die russische Bevölkerung über den Ukraine-Krieg zu informieren, nutzen viele Menschen die Bewertungen bei Google Maps. Damit umgehen sie die Zensur.

Moskau – Der Krieg in der Ukraine dauert weiterhin an. Weltweit protestieren Menschen gegen den russischen Angriff. Jetzt versuchen einige, auch die russische Bevölkerung, die zum Teil kaum etwas über das Geschehen in der Ukraine weiß, über den Krieg zu informieren. Dafür nutzen sie das Bewertungssystem bei Google.

Normalerweise werden die Bewertungen bei Google Maps dafür genutzt, um Leistungen in Restaurants oder Geschäften zu bewerten und Empfehlungen zu geben. Doch in Zeiten, in denen Ukrainer sich in U-Bahn-Stationen retten*, um sich vor Bomben und Schüssen zu schützen, versuchen die Menschen alles, um den Krieg zu stoppen.

Mit Google Maps russische Zensur im Ukraine-Krieg umgehen: „Lehnt euch gegen euren Diktator auf“

Mit Google Maps wollen sie die russische Zensur umgehen. Denn in den Medien in Russland sind Begriffe wie „Angriff“ oder „Krieg“ zu den aktuellen Ereignissen verboten, wie die russische Medienaufsicht Roskomnadsor mitteilte. Nur offizielle russische Informationsquellen würden zuverlässige und aktuelle Informationen liefern, heißt es in der Mitteilung vom Samstag (26.02.2022). Die Menschen in Russland erhalten demnach eine eher einseitige Berichterstattung.

Auch die Hackergruppe Anonymous ruft auf Twitter dazu auf, bei Google Maps Restaurants oder Läden in Russland zu bewerten und dort die Geschehnisse im Ukraine-Konflikt* zu schildern. Als mögliche Bewertungen gibt die Hackergruppe auch einen Text an, der bereits auf Russisch übersetzt ist: „Das Essen war super! Leider hat Putin uns den Appetit verdorben, als er die Ukraine angegriffen hat. Lehnt euch gegen euren Diktator auf, stoppt den Mord an unschuldigen Leuten! Eure Regierung lügt euch an. Steht auf!“ Viele Nutzer haben bereits auf den Tweet reagiert und wollen ebenfalls Bewertungen abgegeben.

Weltweit demonstrieren Menschen gegen den Ukraine-Krieg. Mit Google-Bewertungen wollen viele die Bevölkerung in Russland informieren (Symbolfoto).

Russische Zensur mit Google-Maps umgehen: Hackergruppe Anonymous ruft zur Bewertung auf

Anonymous empfiehlt, eine Fünf-Sterne-Bewertung abzugeben. Handelt es sich allerdings um ein staatliches Unternehmen, dann könnten die Nutzer auch eine Bewertung mit einem Stern schreiben. Da die Plattform bislang noch nicht von Russlands Zensur betroffen ist, könnten die Menschen in Russland damit direkt erreicht werden.

Auch die Klitschko-Brüder haben sich bereits mit einem Hilferuf an Europa gewandt*. (Samira Müller) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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