Säuglinge für 10.000 Euro verkauft

Polizeischlag gegen illegalen Babyhandel

Trikala - Einen Erfolg konnte die griechische Polizei am Mittwoch gegen eine Gruppe von Babyhändlern verbuchen: Sechs Männer, die Babys an Adoptiveltern verkaufen, wurden geschnappt.

Die griechische Polizei hat mit einer Undercover-Aktion eine griechisch-bulgarische Gruppe von Babyhändlern auffliegen lassen. Vier Griechen im Alter von 45 bis 49 Jahren sowie zwei Bulgaren im Alter von 33 und 45 Jahren seien am Dienstag in der Stadt Trikala auf frischer Tat ertappt worden, teilte die griechische Polizei am Mittwoch mit. Dieses "gut organisiere" Netzwerk werde verdächtigt, insgesamt elf Säuglinge an adoptionswillige Paare verkauft zu haben.

Den Ermittlungen zufolge überzeugten die Menschenhändler unverheiratete Schwangere in Bulgarien, ihr Kind an griechische Eltern zu verkaufen. Wenn die Frauen zustimmten, seien sie von den Menschenhändlern betreut und zur Geburt an ein griechisches Krankenhaus vermittelt worden. Die griechischen Ermittler hatten sich zum Schein an die Gruppe gewandt und als interessiertes Elternpaar ausgegeben. Daraufhin seien den vermeintlichen Eltern binnen kurzer Zeit "zwei oder drei verschiedene Säuglinge" angeboten worden, hieß es in der Polizeimitteilung. Kostenpunkt: 10.000 Euro.

Bei der verabredeten Übergabe eines 21 Tage alten Kindes gegen die vereinbarte Summe seien die Täter festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Unter den Festgenommenen waren demnach die 29-jährige Mutter des Babys sowie ein griechischer Anwalt und ein griechischer Notar, die sich um die Formalia der Adoption hätten kümmern sollen. Der Handel mit Kindern zwischen Griechenland und dem wesentlich ärmeren Bulgarien ist seit Jahren ein Problem, dem die Behörden offenbar nur schwer beikommen.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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