Alternative Energieerzeugung

„Was sagt das deutsche Baurecht dazu?“ Mini-Windräder können irgendwo im Nirgendwo Strom erzeugen

Die Frage, woher unsere Energie kommt, ist derzeit aktueller denn je. Eine isländische Firma bietet dafür eine interessante Lösung, gerade für entlegene Gebiete: vertikal-achsige Windräder.

Stuttgart - Atomkraftwerke länger am Betrieb lassen, Kohlekraftwerke wieder verstärkt einsetzen: Durch den Ukraine-Krieg und dessen Auswirkungen ist das Thema Energiegewinnung aktueller denn je. Während hierzulande als Lösung vermehrt auf alte Energielieferanten wie eben Kohle oder Atomkraft gesetzt wird, entwickelt eine Firma in Island eine neue Art von Windrädern. Diese sehen nicht nur kurios aus, sondern sind vor allem für entlegene Gebiete gut geeignet.

Windräder in Island: Besondere Energielieferanten auch für deutsche Gebiete interessant

Aber nicht nur aufgrund der aktuellen Energiekrise könnten die isländischen Windräder interessant sein. Um die Erhitzung unseres Planeten einzuschränken, muss Energie vor allem auch aus nachhaltigen Quellen gewonnen werden, wie eben zum Beispiel Wind. Die Euphorie Windräder in Deutschland zu bauen, scheitert allerdings oft an der Politik oder auch Anwohnern und Naturschützern, die sich gegen die hohen Masten mit den drei Rotorblättern sträuben. Hier kommt Freya von der isländischen Firma IceWind ins Spiel.

Freya ist eine „vertikalachsige Windturbine für netzgebundene und netzunabhängige Anwendungen“, wie der Entwickler IceWind auf seiner Webseite angibt. Sich darunter etwas vorzustellen, ist aber gar nicht mal so einfach.

Isländische Windräder: Werden wir sie bald in Deutschland sehen?

Die Windräder gibt es in drei verschiedenen Ausführungen, die alle auch für extreme Bedingungen angepasst sind. Sie sind um einiges kleiner, als die Windräder, die bei uns bekannt sind und sollen jedem Wetter trotzen. Laut Angaben des isländischen Herstellers können sie sogar Hurrikans standhalten. Gerade in entlegenen Gebieten sollen diese Mini-Windkraftanlagen in Verbindung mit Solarenergie, Notstromdieselgeneratoren und Batteriespeichern, IceWind zufolge, eine gute Lösung für die Energiegewinnung bieten.

Die Anlage für den kommerziellen Gebrauch kostet, laut Angaben der Firma, etwa 6.000 Euro, für netzunabhängigen Verbrauch rund 500 Euro mehr. Auf Facebook zeigen sich einige Menschen interessiert und sehen noch weitere Vorteile. So schreibt einer: „Ist auch nicht so gefährlich für Insekten und Vögel, wie die herkömmlichen Windräder“. Andere sehen die Anlagen eher skeptisch. Ein User meint: „Vertikale Windräder haben sich nicht durchgesetzt, weil ihr Wirkungsgrad um einiges tiefer ist“ und eine andere fragt: „Interessant - was sagt das deutsche Baurecht dazu?“.

Die Freya-Turbine des isländischen Unternehmens IceWind hält arktischen Wetterbedingungen Stand.

Sicherlich wird es noch dauern, bis man die Freya-Turbinen hierzulande zu Gesicht bekommt. Derzeit sind sie nämlich nur in Island erhältlich. Eigenen Angaben zufolge, hofft das Unternehmen aber, seinen Markt weiter ausbauen zu können.

Rubriklistenbild: © IceWind

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