9-Euro-Ticket sorgte für Ansturm

Party-Touristen und Punks auf Sylt: Westerland zieht Betonblockaden hoch - „um Eigentum zu schützen“

Das 9-Euro-Ticket sorgte für eine kleine Punk- und Partyvolk-Invasion auf Sylt. Die Einwohner wehren sich mit unüblichen Methoden gegen die Besucher.

Sylt - Kurz nachdem das 9-Euro-Ticket der Bahn abgesegnet wurde, fürchtete die Urlaubsinsel Sylt bereits einen großen Touristen-Ansturm. Dies veranlasste vor allem Partytouristen und Punks, die Nordseeinsel zu fluten. Deutschlandweit sorgten die Bilder der besetzten Sylter Straße in den letzten Wochen für Aufsehen. Die Einheimischen sowie die Urlauber auf der ansonsten ruhigen Insel wehren sich nun - mit Betonblockaden.

Sylt: Tourismus-Branche fürchtet Einbußen - private Straße mit Betonblöcken zugestellt

Besonders die Pfingsttage waren schwer für die Bewohner der Insel, die normalerweise für Exklusivität und prominente Besucher bekannt ist. Aufgrund der Party-Urlauber hat sich die Lage in diesem Sommer etwas verändert, so sorgen die Menschenmassen sowie der Lärm für Umsatzeinbußen und verschreckte Einheimische. Auch Eigentümer von Immobilien sowie Gastronomen sowie Gewerbebetreiber fürchten sich vor weiteren wirtschaftlichen Schäden.

Die Sylter sahen sich nach Beschwerden der Ansässigen veranlasst, einen privaten Durchgang des 9.000-Bewohner-Orts Westerland mit Betonblöcken zuzustellen. Wie Nikolas Häckel, der parteilose Bürgermeister der Gemeinde Sylt, am Donnerstag bestätigte, schützt sich die Bevölkerung nun so vor den angereisten Punks und Partytouristen, die bereits am ersten Pfingstwochenende lautstark feierten.

Seit Juni ein gewohntes Bild: Punks besetzten die Urlaubsinsel Sylt.

Die Maßnahme sei in Absprache mit den jeweiligen Eigentümern der Grundstücke vollzogen worden, um etwa weitere Verunreinigungen zu verhindern. „Wir haben als Gemeinde einen Privatweg abgesperrt, um das Eigentum zu schützen und Verschmutzungen zu vermeiden“, sagte Häckel gegenüber Bild.

Sylt: Bürgermeister schlägt wegen Party-Touristen bei Polizeiausschuss Alarm

Der Politiker klagt über weitere Probleme mit den Touristen und informierte darum bereits den Polizeiausschuss des Kreises Nordfriesland sowie die Landesregierung. „Die Gemeinde Sylt ist jedoch zur Durchsetzung von ordnungsrechtlichen Maßnahmen auf die Polizei angewiesen“, so der 48-Jährige. Auch der Außendienst des Ordnungsamtes unterstützt die Insel durch einen Sicherheitsdienst, so sollen die unüblichen Besucher in Schach gehalten werden.

In Westerland wurden auch andere Schritte eingeleitet, um den Ort vor den Risikotouristen zu schützen. So wurde das Wasser aus dem Wilhelminen-Brunnen abgelassen, ehe ein Bauzaun rund herum errichtet wurde. Zuvor hatten die Punks den Brunnen zum Kühlen des Biers genutzt. Wie Bild unter Berufung auf den Bürgermeister schreibt, soll dies jedoch angeblich einer Reparatur dienen.

Ob der Andrang nun abklingt, lässt sich angesichts des bis August gültigen 9-Euro-Monatsangebots nicht sagen, Gastronomen und Tourismusvertreter gehen vom Schlimmsten aus und befürchten am Wochenende einen erneuten Sturmlauf des Partyvolks. (ajr)

Rubriklistenbild: © Eibner-Pressefoto/imago-images

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