Forscher rätseln über Ursache

Mysteriös: Dorfbewohner fallen plötzlich in Tiefschlaf

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Kalachi - Seit Jahren fallen immer wieder Bewohner eines russischen Dorfes unvermittelt in Tiefschlaf und verlieren ihr Gedächtnis. Hat eine verlassene Uran-Miene etwas mit dem Geheimnis zu tun?

Die Bewohner von Kalachi, einem Dorf, etwa 300 Kilometer von der kasachischen Hauptstadt Astana entfernt, leben in Angst vor einer geheimnisvollen Schlafkrankheit, die seit zwei Jahren unter ihnen grassiert. Von einer Sekunde auf die andere fallen sie in tiefen Schlaf, der Tage dauern kann. Wenn sie erwachen, können sie sich an nichts mehr erinnern.

So erging es auch Viktor Kasachenko. Er saß auf seinem Motorrad, seine Frau auf dem Sozius, um im Nachbardorf einzukaufen. "Mein Gehirn hat einfach abgeschaltet", erinnert er sich laut dem britischen "Guardian". Als er aufwachte, lag er in einem Krankenhaus, wo die Ärzte dem verwirrten Mann erklärten, dass er vier Tage am Stück wie im Koma gelegen hatte. Wie durch ein Wunder war dem Russen zum Glück sonst nichts passiert. Eine Bäuerin berichtet, sie sei beim Melken weggenickt und ebenfalls erst nach Tagen wieder zu sich gekommen. 

20.000 Tests ergebnislos

Seit dem Frühling 2013 hat etwa ein Viertel des 650-Seelen-Kaffs ähnliche unheimliche Erfahrungen gemacht - manche von ihnen sogar mehrmals. Wenn sie wieder zu sich kommen, haben sie Erinnerungslücken, heftige Kopfschmerzen, Schwindelgefühle und Sehstörungen quälen sie. Vor allem Kinder berichten von unheimlichen Halluzinationen vor ihrem Zusammenbruch.

Die Experten stehen vor einem Rätsel. Die Strahlenwerte in der Umgebung sind nicht ungewöhnlich hoch, ebenso die Belastung durch Kohlenmonoxyd, Schwermetalle und anderen Giften in Luft, Wasser und Erde. Hirnscans und mehr als 20.000 medizinische Untersuchungen blieben ebenso ergebnislos wie Alkoholtests. Die Epidemie, die an Narkolepsie erinnert, aber keine ist, trifft Männer wie Frauen, Erwachsene wie Kinder. Eine Infektionskrankheit schließen die Forscher ebenso aus wie eine Hirnhautentzündung.

Radongas oder Strahlen aus dem All?

Der einzige Hinweis scheinen die erhöhten Radonwerte zu sein, die in Kalachi gemessen wurden. Sie rühren offenbar von einer Uranmine in der Nähe des Dorfes her, die seit den 90er Jahren stillgelegt ist. Das radioaktive Gas kann man weder schmecken noch riechen. Die Theorie ist jedoch mittlerweile so gut wie widerlegt: Es ist nämlich kein Schlaf-Anfall aus der Zeit bekannt, als die Mine noch in Betrieb war. Zudem kann Radon Lungenkrebs verursachen, rätselhafte Symptome wie die genannten jedoch nach bisherigem Wissen nicht.

Unter der betroffenen Bevölkerung werden verschiedene andere Erklärungsversuche ausgetauscht. Tagesschau.de berichtet etwa von einer Wahrsagerin, die behauptet, Strahlen aus dem All würden das Gras genetisch verändern, das dann von Kühen gefressen in die Milch gelangt. Doch auch in den Lebensmitteln von Kalachi fanden die Forscher nichts Verdächtiges. An eine Massenhysterie wollen die Experten auch nicht so recht glauben.

Regierung plant Umsiedlung

Die Regierung will das Dornröschen-Dorf jetzt umsiedeln, doch obwohl bereits etwa 100 Bewohner weggezogen sind, ziehen es viele vor, zu bleiben.

hn

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