zehn Jahre Haft

Saudi-Arabien: Mann muss wegen Twitter ins Gefängnis

Riad - Ein Gericht in Saudi-Arabien hat einen Mann zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil er über den Kurznachrichtendienst Twitter zur Befreiung von wegen Terrorvorwürfen inhaftierten Gefangenen aufgerufen haben soll.

Der Angeklagte soll außerdem an einer Demonstration vor dem Haus eines dieser Gefangenen teilgenommen und dabei dessen Freilassung gefordert haben, wie die saudiarabische Zeitung "Okas" am Dienstag berichtete. 

Der Mann habe mehrere Twitter-Konten benutzt, um zu Demonstrationen aufzurufen, begründete das auf Terrorismusverfahren spezialisierte Gericht dem Bericht zufolge seinen Urteilsspruch. Im Zuge des Chaos, das aus den Demonstrationen entstanden wäre, habe der Angeklagte dann die Gefangenen befreien wollen. 

Dasselbe Gericht hatte der Zeitung zufolge in einem anderen Fall einen Mann zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er eine Fahne der schiitischen Hisbollah-Miliz aus dem Libanon besessen hatte. Er wurde als "Unterstützer der Hisbollah" verurteilt, deren Mitglieder in Saudi-Arabien auf einer schwarzen Liste stehen. 

Saudi-Arabien sieht sich zunehmend als Ziel von Anschlägen von Dschihadisten. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verübte bereits mehrere Anschläge auf die schiitische Minderheit und Sicherheitskräfte des erzkonservativen Königreichs. Twitter ist in Saudi-Arabien ein weit verbreitetes Kommunikationsmittel.

AFP

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

Kommentare

Meistgelesen

Pinguin aus Gehege in Mannheim gestohlen
Pinguin aus Gehege in Mannheim gestohlen
Frankfurter Flüchtlings-Sexmob war frei erfunden
Frankfurter Flüchtlings-Sexmob war frei erfunden
Singen wir bald die DDR-Hymne mit dem Text des Deutschlandliedes?
Singen wir bald die DDR-Hymne mit dem Text des Deutschlandliedes?
Autotransporter bleibt unter Brücke hängen: 300.000 Euro Schaden
Autotransporter bleibt unter Brücke hängen: 300.000 Euro Schaden
Mund-zu-Schnauze-Beatmung: Hier kämpft Feuerwehrmann um das Leben von „Finchen“
Mund-zu-Schnauze-Beatmung: Hier kämpft Feuerwehrmann um das Leben von „Finchen“