Schiffsunglück

Drohende Umweltkatastrophe vor Tunesien: Gesunkener Frachter verliert Öl

Das Handelsschiff "Xelo", das in tunesischen Hoheitsgewässern im Golf von Gabès vor der Südostküste Tunesiens gesunken ist.
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Vor der Küste von Tunesien ist ein Frachter mit 750 Tonnen Diesel an Bord gesunken. Rettungskräfte versuchen, eine Umweltkatatrophe zu verhindern.

Bei einem Unwetter ist ein Frachter vor der Küste Tunesiens in Seenot geraten und gesunken. Um eine Umweltkatastrophe zu verhindern, ist ein Notfallplan aktiviert.

Update vom Montag, 18.04.2022, 16.35 Uhr: Nach dem Schiffsunglück vor der Küste Tunesiens versuchen Rettungskräfte weiterhin, das Austreten von Treibstoff ins Meer zu verhindern. Die Umweltorganisation WWF warnte vor einer Umweltkatastrophe. Der Frachter transportierte eine Ladung von 750 Tonnen Treibstoff, wobei Taucher Ölspuren im Meer gemeldet haben, die allerdings aus dem Motor des Schiffs stammen sollen. Trotzdem sei schnelles Eingreifen nötig, um Lecks am Schiffswrack zu vermeiden. Währenddessen laufen die Vorbereitungen für den angekündigten Notfallplan (siehe Erstmeldung)

Die Umstände des Unglücks vor der Küste von Tunesien werden aktuell ermittelt, wie der Transportminister des Landes mitteilte. So wurden die Crewmitglieder des Frachters für Befragungen in Gewahrsam genommen. Aus dem Ausland kommt mittlerweile Hilfe: Das Militär von Italien hat auf Bitten Tunesiens unter anderem zwei Boote und ein Flugzeug in Bereitschaft gestellt, um etwa nach Ölverschmutzungen Ausschau zu halten.

Frachter mit 750 Tonnen Diesel an Bord sinkt vor Tunesien: Notfallplan soll Umweltkatastrophe verhindern

Erstmeldung vom Samstag, 16.04.2022, 18.40 Uhr: Tunis – Vor der Küste Tunesiens ist nach einem Sturm ein Frachter mit etwa 750 Tonnen Diesel an Bord havariert und auf Grund gelaufen. Nach Regierungsangaben drohte Treibstoff aus dem gesunkenen Schiff auszulaufen, die tunesische Umweltministerin Leila Chikhaoui hat jedoch inzwischen in einem Fernsehinterview versichert, dass die Lage „unter Kontrolle“ sei.

Um eine Umweltkatastrophe zu verhindern, hätten die Behörden an dem Unglücksort im Golf von Gabès, etwa 7 Kilometer von der Küste entfernt, einen Notfallplan aktiviert. So sollten etwa schwimmende Barrieren verhindern, dass sich ausgelaufener Treibstoff verbreite, der nun aus dem Wrack abgesaugt werden soll.

Unterwegs von Ägypten nach Malta: Schiff mit 750 Tonnen Diesel an Bord sinkt vor Tunesien

Laut Angaben der Nachrichtenagentur AFP sei das Schiff, das von der ägyptischen Hafenstadt Damiette in Richtung der Insel Malta unterwegs war, am Freitagabend (15.04.2022) aufgrund eines Unwetters in Seenot geraten. Infolgedessen hätte die siebenköpfige Crew des Frachters darum gebeten, wegen der schlechten Wetterbedingungen in tunesisches Gewässer einfahren zu dürfen.

Unterwegs zur Küste drang laut Angaben des Umweltministeriums Wasser in das unter der Flagge Äquatorialguineas fahrende Schiff ein und Behörden und Seenotretter entschieden, die Besatzung des Frachters zu evakuieren. Zum Zeitpunkt der Evakuierung stand das Wasser bereits zwei Meter hoch im Maschinenraum. Die Schiffsbesatzung wurde nach einer ärztlichen Untersuchung in einem Hotel untergebracht. Am Samstagvormittag ist das Schiff dann gesunken.

Schiffsunglück vor Tunesien: Gericht ermittelt zur Ursache des Untergangs

Nun ermittelt ein tunesisches Gericht zur Ursache des Schiffsunglücks, seinen Folgen sowie möglichen Verantwortlichen: Wie Gerichtssprecher Mohamed Karray der AFP sagte, habe es bislang nur einen minimalen Treibstoffaustritt gegeben. Eine „Katastrophe im Golf von Gabès“, in dem auch die beliebte Urlaubsinsel Djerba liegt, halte er für ausgeschlossen.

Vor etwa einem Jahr hatte in Ägypten das Schiffsunglück des Containerschiffs „Ever Given“* für Chaos im Suezkanal gesorgt. (ska/vbu mit AFP/dpa). *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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