Kündigung nach Entwendung von acht halben Brötchen unwirksam

+
Urteil: Auch die Entwendung geringwertiger Sachen kann grundsätzlich eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen. Foto: David Ebener/Illustration

Hamburg (dpa) - Einer Krankenschwester darf nach 23 Dienstjahren nicht fristlos gekündigt werden, weil sie acht halbe belegte Brötchen aus dem Kühlschrank des Pausenraums genommen und mit ihren Kolleginnen verzehrt hat.

Die Kündigung sei unverhältnismäßig; zuvor hätte eine Abmahnung als milderes Mittel ausgesprochen werden müssen, urteilte das Arbeitsgericht Hamburg (Az. 27 Ca 87/15). Die belegten Brötchen waren für externe Mitarbeiter bestimmt, zum Beispiel Rettungssanitäter.

Das Arbeitsgericht hielt fest, dass auch die Entwendung geringwertiger Sachen grundsätzlich eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen könne. Doch sei eine Prüfung des Einzelfalls erforderlich. Dabei sei zugunsten des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, ob er bei seiner Pflichtverletzung offen oder heimlich gehandelt habe und wie er mit den Vorwürfen umgehe.

Die Krankenschwester hatte umgehend eingeräumt, die Brötchen aus dem Kühlschrank genommen zu haben, weil ihr eigenes Essen gestohlen worden sei.

Pressemitteilung Arbeitsgericht Hamburg

Mehr zum Thema

Kommentare

Meistgelesen

Dieses Video soll vor Kuhattacken schützen
Dieses Video soll vor Kuhattacken schützen
Nach Amokalarm in Esslingen: Mann flüchtig - Polizei bittet um Mithilfe
Nach Amokalarm in Esslingen: Mann flüchtig - Polizei bittet um Mithilfe
Volksfest-Randale und sexuelle Übergriffe in Schwaben
Volksfest-Randale und sexuelle Übergriffe in Schwaben
Umstürzender Baum tötet Frau, als sie gerade im eigenen Garten sitzt
Umstürzender Baum tötet Frau, als sie gerade im eigenen Garten sitzt
Polizist und Feuerwehrleute bei Jacht-Explosion verletzt
Polizist und Feuerwehrleute bei Jacht-Explosion verletzt