Jagd-Quoten laufen 2023 aus

Island verbietet umstrittenen Walfang – Auslöser ist nicht der Tierschutz

Ein längliches Tier springt aus einer großen Wasserfläche heraus.
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In Island ist das Jagen von Zwergwalen (Foto) und Finnwalen aktuell noch erlaubt. Doch bald laufen die geltenden Quoten aus. Dann jagen nur noch Norwegen und Japan die Meeressäuger.

Island gehört neben Norwegen und Japan zu den letzten Walfang-Ländern. Doch damit ist bald Schluss – allerdings nicht in erster Linie wegen des Tierschutzes.

Reykjavik – Islands Regierung verbietet den Walfang – ab 2024. Die Freude dürfte vor allem bei Tierschutz-Organisationen und Tourist:innen groß sein. Doch das Walfang-Verbot in Island kommt nicht primär aus Tierschutz-Gründen.

Der nordische Inselstaat zählt neben Japan und Norwegen zu den letzten Ländern, die die Jagd auf Wale noch erlauben – obwohl die Internationale Walfangkommission (IWC) den kommerziellen Walfang seit 1986 verbietet. Jetzt lässt Island die aktuell noch geltenden Fangquoten Ende 2023 auslaufen.

Island beendet Walfang: Verbot liegt vor allem an Walfleisch-Kunde Japan

209 Finnwale und 217 Zwergwale: So viele Wale dürfen Jäger in Island zurzeit pro Sommer erlegen. Diese Fangquoten gelten noch bis Ende 2023, dann enden sie. Die Realität sieht ohnehin schon seit längerem anders aus: In den vergangenen drei Jahren fand in Island quasi keine Waljagd mehr statt – laut der Nachrichten-Agentur afp erlegten Jäger in diesem Zeitraum nur einen einzigen Wal.

StaatsnameRepublik Island
HauptstadtReykjavik
Einwohner361.000 (Stand: 2019)
BevölkerungsdichteVier Einwohner pro Quadratkilometer
Fläche103.125 Quadratkilometer

Der Grund: Japan, Islands Hauptabnehmer des Walfleisches. Das asiatische Land Japan ging 2019 aus der Tradition heraus wieder auf Walfang. Seitdem hat Island große Schwierigkeiten, Walfleisch an den japanischen Markt zu bringen.

„Wenn es keine gegenläufigen Entwicklungen gibt, wird es wenig Gründe geben, den Walfang ab 2024 zu genehmigen“, teilt Islands Fischereiministerin Svandis Svavarsdottir in der isländischen Zeitung „Morgunbladid“ mit. Die links-grüne Politikerin fügt an: „Es gibt wenige Beweise, dass es einen ökonomischen Vorteil hat, diese Aktivität zu praktizieren.“

Walfang-Verbot in Island ab 2024: Auch Tourismus hat großen Einfluss

Umwelt- und Tierschutz-Organisationen wie Greenpeace und Peta kritisieren die Jagd auf Wale ohnehin bereits seit langer Zeit. Demzufolge erfreut ist die Tierschutz-Organisation International Fund for Animal Welfare (IFAW): Kampagnen-Manager Andreas Dinkelmeyer bezeichnet das Walfang-Verbot nach ARD-Informationen als „fantastische Ankündigung.“

Peta erklärte dabei bereits vor knapp zwei Jahren, dass der Walfang in Island kaum mehr eine Chance habe: So sei Walfleisch in Island selbst unbeliebt und auch isländische Walfänger stünden der Jagd nicht mehr wohlwollend gegenüber.

Hinzu komme die Bedeutung des Tourismus in Island: Denn immer mehr Menschen besuchen Peta zufolge den nordischen Inselstaat, um Wale zu beobachten. Laut Tourismus-Organisation Ice Whale ist es verantwortlich für knapp 20 Prozent der Island-Touristen, wie das Nachrichtenportal watson mitteilt. In Deutschland zeigen sich Wale eher selten, doch Anfang vergangenen Jahres wurde ein zehn Meter langer Wal in der Ostsee entdeckt. (Jan Trieselmann mit afp)

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