Jeder Dritte klagt über Probleme

Erschreckende Studie: Homeoffice macht Menschen krank

Ein Mann sitzt im Homeoffice vor einem Computer.
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Homeoffice ist für viele zur Normalität geworden. Für Körper und Psyche bedeutet das eine Umstellung.

Für viele ist es aktuell Gewohnheit, anstatt im Unternehmen in den eigenen vier Wänden zu arbeiten. Gesundheitliche Auswirkungen sind jedoch nicht zu unterschätzen, wie eine Umfrage zeigt.

Stuttgart - In Deutschland gilt seit Anfang des Jahres eine Homeoffice-Regelung*, die bis zum 30. April verlängert wurde. Um Kontakte am Arbeitsplatz zu reduzieren, müssen Arbeitgeber dort, wo es möglich ist, Homeoffice anbieten. Beschäftigte sind zwar nicht zur Heimarbeit verpflichtet. Angesichts der aktuell wieder starken Ausbreitung des Coronavirus* nehmen viele Angestellte das Angebot aber dankend an. Manche arbeiten seit vielen Monaten nur von zu Hause aus. Eine aktuelle Studie zeigt: Nicht allen tut das Arbeiten in den eigenen vier Wänden gut.

Eine repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts Forsa im Auftrag des Stuttgarter Prüfkonzerns Dekra ergab: Mehr als jeder dritte Homeoffice-Nutzer klagt über gesundheitliche Probleme aufgrund eines schlechten Arbeitsplatzes. „Die häufig neue Arbeitssituation in der Pandemie hat für viele Beschäftigte negative Auswirkungen auf die körperliche und häufig auch auf die mentale Gesundheit“, sagt Karin Müller, Leiterin des Bereichs Mensch und Gesundheit bei Dekra.

Coronavirus in Deutschland: Umfrage offenbart drastische Auswirkungen des Homeoffice für Arbeitnehmer

36 Prozent der befragten Heimarbeiter gaben an, dass bei ihnen aufgrund eines „mangelhaften, nicht-ergonomischen Arbeitsplatzes“ Verspannungen sowie Rücken- oder Kopfschmerzen auftraten. Frauen sind demnach etwas häufiger betroffen als Männer. Weitere Mankos des Homeoffice kamen in der Studie zutage:

  • Mangelnde Ausstattung am heimischen Arbeitsplatz, zu kleiner Bildschirm oder instabiles Internet (34 Prozent)
  • Längere Arbeitszeiten oder Arbeitsphasen zu untypischen Zeiten, zum Beispiel am Abend oder am Wochenende (32 Prozent)
  • Störung durch die Wohnsituation - zum Beispiel durch Familienangehörige oder Nachbarn (30 Prozent)
  • Störungen wegen nicht klar von der Restwohnung abgegrenztem Arbeitsbereich (27 Prozent)
  • Fehlende Wahrnehmung durch den Arbeitgeber oder Chef (23 Prozent)
  • Probleme mit der IT-Ausstattung (21 Prozent)

Im Corona-Jahr 2020 registrierten die Krankenkassen einen Anstieg von Krankmeldungen in verschiedenen Bereichen. So stiegen laut DAK die Ausfalltage aufgrund von Rückenbeschwerden um sieben Prozent. Auch die Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen erreichten einen neuen Höchststand: Sie nahmen um acht Prozent zu.

Coronavirus in Deutschland: Flexible Arbeitszeiten sind ein Pluspunkt fürs Homeoffice

Während die Studie, an der bundesweit 1.502 Beschäftigte teilnahmen, teils erschreckende Ergebnisse offenbart, gibt es jedoch auch Positives zum Thema Homeoffice zu berichten: So halten 84 Prozent derjenigen, die derzeit zumindest zeitweise im Homeoffice arbeiten, die Gefahr, sich dort mit dem Coronavirus* zu infizieren, für deutlich geringer als im Betrieb. 84 Prozent der Befragten finden es gut, dass sie sich den Weg zum Büro sparen können. 67 Prozent begrüßten außerdem, dass sie daheim in gemütlicher Kleidung arbeiten und ihre Arbeitszeit flexibel einstellen können.

Falls die von Bund und Ländern beschlossene „Bundesnotbremse“* in ein paar Tagen in Kraft tritt, ändert sich bezüglich der aktuellen Homeoffice-Regelung erst mal nichts. Zwar muss Homeoffice überall, wo es geht, ermöglicht werden. Eine Homeoffice-Pflicht für Arbeitnehmer wird es aber nach wie vor nicht geben. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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