Influenza

Grippe-Impfung: Wann sollte man sich impfen lassen?

Das RKI empfiehlt für bestimmte Gruppen die Grippe-Impfung jährlich aufzufrischen.
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Das RKI empfiehlt für bestimmte Gruppen die Grippe-Impfung jährlich aufzufrischen.

Jedes Jahr wird vor der bevorstehenden Grippe-Welle zum Schutz der Influenza eine Impfung empfohlen. Doch wann ist der beste Zeitpunkt?

Frankfurt – Hohes Fieber, Gliederschmerzen und starke Müdigkeit, das sind einige typische Symptome einer Grippe-Erkrankung. Die Influenza wird durch Viren verursacht, die über eine Schmieren- oder Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden können.

Anders als eine einfache Erkältung (grippaler Infekt), ist die Grippe eine ernstzunehmende Erkrankung. Vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Vorerkrankungen oder Schwangeren kann die Influenza ein hohes Risiko darstellen. Deshalb empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI) zum Schutz die jährliche Grippe-Impfung.

Grippe-Impfung: Jährliche Dosis wird empfohlen

Da die Erreger schnell mutieren, wird der Impfstoff jedes Jahr an die jeweils aktuell zirkulierenden Viren-Stämme angepasst. Die Impfstoffe schützen daher nur für die aktuelle Saison. Zudem lässt die Wirksamkeit nach, je länger die Impfung zurückliegt. „Daher sollten sich alle Personen, für die eine saisonale Grippeimpfung empfohlen wird, mit dem Grippeimpfstoff für die aktuelle Saison impfen lassen“, informierte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Doch wer sollte seine Impfung jährlich auffrischen? Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippe-Impfung für:

  • Menschen ab 60 Jahren
  • Schwangere
  • Medizinisches Personal und Personal in Pflegeeinrichtungen
  • Personen, die durch Kontakt zu vielen Menschen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben
  • Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln

Gegen Grippe impfen: Wann ist der beste Zeitpunkt für die Impfung?

Wer allergisch gegen Bestandteile der Impfung reagiert, etwa Hühnereiweiß, sollte sich nicht impfen lassen. Es steht allerdings auch ein hühnereiweißfreier Impfstoff zur Verfügung. Kinder und Jugendliche mit Immunschwäche, schwerem Asthma oder einer Salicylat-Therapie sollten nicht den zugelassenen Lebendimpfstoff per Nasenspray verabreicht bekommen, wies die BZgA hin. In jedem Fall sollte sich vorher bei einer Ärztin oder einem Arzt informiert werden.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Und wann ist der beste Zeitpunkt, sich das Präparat injizieren zu lassen? Da die jährliche Grippe-Welle in Deutschland meist kurz nach Neujahr beginnt, empfiehlt das RKI, sich ab Oktober bis Mitte Dezember impfen zu lassen. Danach dauert es etwa 10 bis 14 Tage, bis der Körper einen ausreichenden Schutz aufgebaut hat. Wer die Impfung in diesen Monaten versäumt hat, kann „auch zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle“ die Impfung noch nachholen, schreibt die BZgA.

Grippe: Warum tritt die Influenza vor allem im Winter auf?

Warum die Influenza vor allem in den Wintermonaten auftritt, ist noch nicht abschließend wissenschaftlich erforscht. Fest steht, dass die Viren bei kühlen Temperaturen und trockener Luft stabiler sind. Dadurch seien sie länger ansteckend, so die BZgA. Zudem könnten Viren leichter in den Körper eindringen, da die trockene Luft die Schleimhäute in Nase und Mund auszutrocknen scheint.

Grippe-Impfung: Diese Nebenwirkungen können auftreten

Wie jede Impfung können auch die Grippe-Präparate Impfreaktionen und Nebenwirkungen hervorrufen. Die meisten Reaktionen auf die Impfung verschwinden nach ein bis zwei Tagen wieder. Schwere Nebenwirkungen sind dagegen sehr selten. Diese Nebenwirkungen können laut BZgA auftreten:

  • Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle
  • Frösteln
  • Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Muskelschmerzen
  • Verstopfte oder laufende Nase (bei Lebendimpfstoff über Nasenspray)
  • Allgemeines Krankheitsgefühl mit Fieber, Müdigkeit, Glieder-, Kopf- und Muskelschmerzen

Die Influenza-Impfung kann zusammen mit der Corona-Impfung verabreicht werden. „Die Impfung soll jeweils an unterschiedlichen Gliedmaßen erfolgen“, hieß es seitens der BZgA. Dabei seien aber vermehrt Impfreaktionen möglich. Eine Studie aus den USA deutete an, dass eine Grippe-Infektion die Ausbreitung von Corona-Viren ausbremst. Forschende zweifeln allerdings. (kas)

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