Verfahren eingestellt

Gesetzeslücke: Schwimmbad-Spanner bleibt straffrei

Fulda - Er wurde erwischt, als er heimlich Kinder in der Umkleidekabine eines Hallenbads filmte. Verurteilt werden kann der einschlägig vorbestrafte 36-Jährige jedoch nicht.

Wegen einer Gesetzeslücke hat das Amtsgericht Fulda das Verfahren gegen einen geständigen Spanner eingestellt. Der 36 Jahre alte Mann räumte am Dienstag ein, ein höchstens zehnjähriges Mädchen und einen kleinen Jungen am 27. Februar 2014 heimlich in der Umkleide eines Hallenbades in der Stadt in Hessen gefilmt zu haben. Für eine Verurteilung wäre nach der damaligen Gesetzeslage zwingend ein Strafantrag erforderlich gewesen. Die Eltern der aufgenommenen Kinder waren als Kläger aber nicht zu ermitteln.

Andere Mädchen hatten Alarm geschlagen, als sie den Mann in der Sammelumkleide-Kabine für Damen entdeckten. Sie aber waren keine Opfer und konnten deshalb keine Anzeige erstatten. Folglich blieb der Angeklagte in dieser Sache straffrei, obwohl er einschlägig vorbestraft ist und ein Gutachter ihm bereits vor Jahren pädophile Neigungen bescheinigt hatte. Das Gericht verurteilte ihn allerdings wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis unter Drogeneinfluss zu 1100 Euro Geldstrafe.

Mittlerweile ist der Strafgesetzbuch-Paragraf zur Kinderpornografie verschärft worden, so dass das öffentliche Interesse ausreicht, um entsprechende Taten zu ahnden. Der Strafrahmen reicht von einer Geldstrafe bis zu zwei Jahren Gefängnis.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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