Flutkatastrophe

Nach der Flutkatastrophe: „Geldwäsche“ bei der Bundesbank

Verschmutzte Euro-Banknoten liegen in der Trommel einer Waschmaschine.
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Verschmutze Euroscheine müssen von der Bundesbank wortwörtlich gewaschen werden.

Die Bundesbank in Mainz hat einiges zu tun: Mehr als 50 Millionen Euro müssen nach der Flutkatastrophe von Spezialisten gereinigt werden.

Mainz – Bei der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Juli 2021 wird bislang mit Versicherungsschäden in Höhe von rund sieben Milliarden Euro gerechnet. Durch Starkregen und Hochwasser hatte das Tiefdruckgebiet Häuser, Hausrat und Betriebe und Kraftfahrzeugen zerstört oder in Mitleidenschaft gezogen. Die Sturzflut war laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die historisch schadenreichste Naturkatastrophe in Deutschland. Die Bundesregierung hatte einen Wiederaufbaufonds mit einem Volumen von 30 Milliarden Euro auf den Weg gebracht*.

Doch nicht nur diese Sachschäden sind nach der Katastrophe zu vermelden, auch große Summen Bargeld werden nun zur Rückerstattung eingereicht: Die Bundesbank tauscht das Geld um – um es wortwörtlich zu waschen. Mehr als 50 Millionen Euro, die oft mit Schlamm, Abwässern und Heizöl verdreckt sind, wurden von Privatleuten und Sparkassen bisher zur Rückerstattung eingereicht. Die Scheine werden von Spezialisten der Bundesbank in Mainz gewaschen, getrocknet und geprüft.

Geld wird „hart wie Beton“ – Betroffene sollten die Scheine schnell einreichen

Wer ebenfalls noch verschmutztes Geld sein Eigentum nennen „darf“, sollte nicht allzu lange mit der Einreichung warten. Bundesbankvorstand Johannes Beermann im Analysezentrum für Falschgeld und beschädigtes Geld erklärte: „Die Bearbeitung der Noten muss so schnell wie möglich erfolgen, bevor sie verklumpen und hart wie Beton werden.“

Die verdreckten und übelriechenden Geldbündel werden eingeschweißt angeliefert. Spezialisten waschen sie daraufhin mit aller Vorsicht, trocknen und glätten sie. Anschließend werden die Scheine noch einmal geprüft und gezählt.

Flutkatastrophe: Keine Chance für Geldfälscher

Bürger:innen können diesen Service kostenlos in Anspruch nehmen. Die eingereichte Summe wird registriert und erstattet. Zwei Bedingungen gelten dabei: Erstens müssen von jeder beschädiften Banknote mindestens 50 Prozent sowie „ein weiterer Schnipsel“ vorhanden sein, wie Beermann erklärte. Außerdem darf es sich – wenmig überraschend – nicht um Flaschgeld handeln. Die Überprüfung ließe Geldfälschern hier „keine Chance“, so Beermann.

Privatleute können ihr „Flutgeld“ entweder direkt bei der Bundesbank einreichen, bei ihrer Geschäftsbank abgeben oder per Post schicken. Die bisher eingereichte Summe beschädigter Noten übersteigt den Jahresdurchschnitt durch die Flutkatastrophe um ein Weites: Üblicherweise werden pro Jahr 40 Millionen Euro im Analysezentrum eingereicht. (Nadja Austel/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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