Umwelt und Klima

Geflügel, Rind, Schwein & Co.: Fachleute fordern Fleischsteuer in Deutschland

Fleischsteuer
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In ihrer Studie fordern die Fachleute eine neue Fleischsteuer. (Symbolfoto)

Expertinnen und Experten betonen die Dringlichkeit einer Fleischsteuer: Doch der Vorschlag ist keineswegs neu.

Frankfurt – Seit Jahren steht das Thema Billigfleisch auf der politischen Agenda. In der vergangenen Legislaturperiode sollte die Problematik schließlich gelöst werden. Die ehemalige Landwirtschaftsministerin, Julia Klöckner (CDU*), betonte in einem Interview mit der Wochenzeitung Zeit, dass es „kein Recht auf Billigfleisch“ gebe. Konkrete Maßnahmen blieben aus. Nun will der neue Landwirtschaftsminister, Cem Özdemir von den Grünen*, das Thema fokussieren.

Die Tierhaltung müsse massiv verbessert werden, so Özdemir in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Das habe höhere Preise zur Folge. Fleisch solle jedoch „kein Luxusgut“ werden, so der neue Minister. Dennoch gehe es in der Landwirtschaft vor allem auch um soziale Gerechtigkeit. „Soziale Gerechtigkeit beginnt für mich auch bei den Arbeiterinnen und Arbeitern in den Schlachthöfen, deren Mindestlohn wir endlich anheben werden. Und es geht um unsere Landwirtinnen und Landwirte, die wie alle anderen auch von ihrer Arbeit leben können müssen“, sagte er dem RND.

Billigfleisch: Fachleute fordern Fleischsteuer

Forscherinnen und Forscher der Technischen Universität Berlin und der Universität Oxford haben diesbezüglich einen Vorschlag: eine Fleischsteuer. In einer Studie, welche in der Fachzeitschrift Review of Enviromental Economics and Policy veröffentlicht wurde, plädierten sie für ein neues Steuermodell. Es könne zu einer ausgeglichenen Umwelt- und Klimabilanz führen, hieß es.

„Die Viehwirtschaft trägt in hohem Maße zu Treibhausgasemissionen sowie zur Boden- und Wasserverschmutzung bei. Zudem werden wertvolle Wälder für Weiden und Nahrungsmittelanbau gerodet“, erklärte Linus Mattauch von der TU Berlin in einer Mitteilung. Die Fleischsteuer habe den zentralen Vorteil, dass der Staat Einnahmen generieren könne, die umgehend in Klimaschutz investiert werden könnten. Beispielsweise könnten Landwirte unterstützt werden, hieß es in der Studie.

Fleischpreise würden deutlich teurer werden

Was dem Modell der Forschenden zufolge vor allem teurer werden würde, ist Rindfleisch. In der Studie war dafür eine Preissteigerung von 35 auf 56 Prozent vorgesehen. Lammfleisch und Schweinefleisch würde demnach um 19 Prozent im Preis steigen. Geflügel würde 25 Prozent teurer werden.

Kommentar als Gastbeitrag

Fleischsteuer und Tierwohl? Bitte nicht so kompliziert!*

Ähnliche Vorschläge hatte bereits das „Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung“ im Jahr 2020 im Auftrag der damaligen Bundesregierung vorgelegt. Die Forscherinnen und Forscher forderten einen allgemeinen Preisaufschlag von 40 Cent pro Fleischprodukt. Auch in diesem Fall war Teil der Forderungen, mit den Steuereinnahmen Landwirte zu unterstützen. Insbesondere die höhere Kosten für die besser Haltung der Tiere solle auf diese Weise ausgeglichen werden.

Im selben Jahr hatte zudem der heutige Wirtschaftsminister Robert Habeck* einen „Tierschutzcent“ vorgeschlagen. Dieser solle an der Supermarktkasse „Ramschpreisen“ entgegenwirken. „Dieses Preisdumping im Supermarkt macht mich wütend. Das muss die Bundesregierung untersagen.“ „Damit wird der Umbau von Ställen finanziert, und Tiere bekommen mehr Platz“, sagte Habeck der Bild am Sonntag. (tu) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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