Wirbel im Finanzamt

Steuerschulden mit Cent-Münzen beglichen

Sallanches - Aus Protest gegen die in ihren Augen zu hohen Steuern hat eine Französin einen Teil ihrer Schulden beim Fiskus mit Cent-Münzen beglichen. Die kiloschwere Aktion sorgte für Aufsehen.

Die 28-jährige Audrey D. aus der Alpenstadt Sallanches musste für das vergangene Jahr 1107 Euro Einkommensteuer zahlen, wie sie am Dienstagabend der Nachrichtenagentur AFP sagte. Nachdem sie in drei Tranchen insgesamt 900 Euro beglichen hatte, brachte sie die verbleibenden 207 Euro in Ein-, Zwei- und Fünf-Cent-Münzen ins Finanzamt. An der Steuerschuld hatte sie schwer zu schleppen: 30 Kilogramm wog die Summe.

"Eine gute Freundin, die in einer Bank arbeitet, hat mir ein bisschen geholfen", sagte die derzeit arbeitslose Saisonarbeiterin. Einen Teil des Geldes brachte sie in einem rosa Sparschwein mit, das sie am Schalter des Finanzamtes zerschlug.

Audrey D. hatte im vergangenen Jahr im Schnitt 1400 Euro pro Monat verdient. "Ich habe nichts dagegen, Steuern zu bezahlen", beteuerte sie. "Was ich nicht normal finde, ist, so viel zahlen zu müssen. Wir sind keine Geldschubladen." Um ihre Steuern rechtzeitig bezahlen zu können, habe sie sogar ihr Auto verkaufen müssen.

Anfangs hätten die Mitarbeiter wenig erfreut reagiert, dann hätte sich die Situation aber entspannt, berichtete die 28-Jährige - einige hätten die Szene sogar fotografiert. "Die Reaktionen waren wohlwollend. Der Leiter des Amtes hat mir gesagt: 'Kommen Sie beim nächsten Mal direkt zu mir.'"

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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