Kokain-Welle überschwemmt Europa

Europol zerschlägt Kokain-„Superkartell“ – Festnahmen in Dubai

In einer konzertierten Aktion ist Europol nach eigenen Angaben ein Schlag gegen ein Kokain- „Super-Kartell“ gelungen. Es gab 49 Festnahmen, tonnenweise Drogen wurde beschlagnahmt.

Den Haag – Bei koordinierten Razzien in mehreren Ländern Europas sowie in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAR) seien insgesamt 49 Verdächtige festgenommen worden, teilte Europol am Montag in Den Haag mit. Sechs davon waren den Angaben zufolge sechs als „hochrangige Zielpersonen“ eingestufte Mitglieder des Kartells. Sie wurden in Dubai festgenommen. Diese hätten sich zu einem „Super-Kartell“ zusammengeschlossen, „das rund ein Drittel des Kokainhandels in Europa kontrollierte“.

Europol gelingt Schlag gegen „Super-Kartell“

Festnahmen gab es Europol zufolge auch in vier europäischen Ländern: 14 in den Niederlanden, zehn in Belgien, sechs in Frankreich und 13 in Spanien. Mehr als 30 Tonnen Kokain seien im Zuge der Außerdem gegen das „Super-Kartell“ beschlagnahmt worden. Das Kokain stammte den Angaben zufolge größtenteils aus Lateinamerika. Es sei durch den niederländischen Hafen Rotterdam und den belgischen Hafen Antwerpen nach Europa geschleust worden.

„Hochrangige Zielpersonen“ in Dubai festgenommen

„Das Ausmaß des Kokain-Imports nach Europa unter der Kontrolle und dem Kommando der Verdächtigen war massiv“, so Europol. Von den sechs „hochrangigen Zielpersonen“ hatten demnach zwei Verbindungen in die Niederlande, zwei nach Spanien und zwei nach Frankreich.

An den Einsätzen im November 2022 sowie im Vorjahr waren demnach Polizeibehörden Spaniens, Frankreichs, Belgiens, der Niederlande, der VAR und der USA beteiligt. Die Razzien hätten sich sowohl gegen eine Kommandozentrale als auch gegen die logistische Infrastruktur für den Drogenhandel in Europa gerichtet.

Um den organisierten Drogenschmuggel aufzudecken, musste die verschlüsselte Kommunikation der Bande geknackt werden. In den vergangenen zwei Jahren sei eine Strategie entwickelt worden, das gesamte Netzwerk zu zerschlagen. Die Festnahmen in den Emiraten sei auch durch Verbindungsbeamte möglich geworden. Momentan sind laut Europol mehr als 250 Verbindungsbeamte aus über 50 Ländern mit einer ständigen Vertretung bei Europol angeschlossen. Das koordinierte Durchgreifen würde laut Europol eine „starke Botschaft an Kriminelle“ senden, die Zuflucht vor der Strafverfolgung suchten.

Kokainhandel in Europa: Angebot war nie höher

Der Kokainhandel in Europa ist aktuell auf einem Höchststand. Kokain ist die am häufigste konsumierte illegale Droge in Europa. Die Verfügbarkeit und Reinheit des Angebots an Kokain war in Europa nie höher. Das teilt die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) mit. Die Droge sei auch für die Verbraucher erschwinglicher als in der Vergangenheit. Jedes Jahr werden demnach Rekordmengen beschlagnahmt. (afp/dpa/ml)

Derzeit erhalten viele Bürger einen Europol-Anruf, bei dem es sich um eine Betrugsmasche handelt. Das BKA warnt vor derartigen Kontaktversuchen und erklärt, was zu tun ist.

Rubriklistenbild: © Marcus Brandt/dpa

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

„Geht arbeiten!“ Passanten zerren Klima-Kleber von der Straße
„Geht arbeiten!“ Passanten zerren Klima-Kleber von der Straße
„Geht arbeiten!“ Passanten zerren Klima-Kleber von der Straße
Erdbeben in der Türkei und Syrien: Erdogan ruft Notstand aus – Potenziell 23 Millionen Betroffene
Erdbeben in der Türkei und Syrien: Erdogan ruft Notstand aus – Potenziell 23 Millionen Betroffene
Erdbeben in der Türkei und Syrien: Erdogan ruft Notstand aus – Potenziell 23 Millionen Betroffene
Erdbeben-Katastrophe in der Türkei und Syrien: Tausende tote Kinder befürchtet
Erdbeben-Katastrophe in der Türkei und Syrien: Tausende tote Kinder befürchtet
Erdbeben-Katastrophe in der Türkei und Syrien: Tausende tote Kinder befürchtet
Genderloser Drachen: Foto zeigt, wie er früher aussah – selbst sein Sohn redet nicht mehr mit ihm
Genderloser Drachen: Foto zeigt, wie er früher aussah – selbst sein Sohn redet nicht mehr mit ihm
Genderloser Drachen: Foto zeigt, wie er früher aussah – selbst sein Sohn redet nicht mehr mit ihm

Kommentare