Lange geplantes Firmenfest soll stattfinden

Polizei sucht weiter Entführer von Milliardärs-Sohn

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Reste von Absperrbändern der Polizei in einem Wald bei Kist in Bayern. In dem Waldstück war der Entführte gefunden worden. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Schlitz/Fulda - Der Entführte ist wieder da, die Suche nach den Tätern läuft unter Hochdruck weiter. Ein Experte vermutet, dass Profis mit Insider-Wissen den Sohn des Unternehmers Würth entführten.

Eine Sonderkommission soll den oder die bisher unbekannten Täter im Fall des vorübergehend entführten Sohns von Milliardär Reinhold Würth aufspüren. Eine heiße Spur fehle bisher, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen am Freitag. „Wir gehen allen Spuren am Ort des Verschwindens und des Auffindens nach“, sagte er. Die Sonderkommission wurde am Freitag noch weiter zusammengestellt, wie ein Polizeisprecher in Fulda sagte. Wie viele Beamte ermitteln, wurde nicht bekanntgegeben.

Der 50 Jahre alte Sohn des Schraubenherstellers war am Mittwoch im hessischen Schlitz entführt worden, wo er in einer Wohngemeinschaft für behinderte Menschen lebt. Er wurde am Donnerstagmorgen rund eine Stunde Autofahrt entfernt in einem Wald bei Würzburg gefunden - unversehrt. Zuvor war am Stammsitz des Unternehmens in Künzelsau bei Heilbronn (Baden-Württemberg) nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Lösegeld-Forderung von drei Millionen Euro eingegangen. Zu einer Übergabe kam es aber nicht.

Um die Fahndung nicht zu gefährden, nannten die Ermittler keine weiteren Details. Viele Fragen zu dem Fall blieben daher offen. Der Geschäftsführende Direktor des Kieler Instituts für Krisenforschung, Frank Roselieb, vermutet Profis mit Insiderwissen als Täter. Es habe kaum jemand von Würths Sohn gewusst, sagte der Experte. Der Mann sei nicht auf der Straße gekidnappt, sondern aus einem Therapiezentrum entführt worden. Dies habe detailliert geplant werden müssen.

In dem kleinen Ort, in dem die Tat geschah, war es allerdings kein Geheimnis, dass der 50-Jährige dort lebte: „Das weiß ja hier allein schon jeder im Ort“, hatte ein Anwohner am Donnerstag gesagt.

Die Entführung überschattet ein Sommerfest zum 70. Firmenjubiläum am Wochenende. Die Veranstaltungen auf dem Würth-Betriebsgelände in Künzelsau finden aber wie geplant statt, wie eine Sprecherin am Freitag sagte. Der 80-jährige Unternehmenschef wird beim Tag der Offenen Tür nicht dabei sein. Zum Musikfestival am Freitagabend und Samstag werden laut einer Sprecherin rund 5600 Besucher erwartet, zum Jubiläumsfest am Sonntag bis zu 40.000 Menschen.

dpa

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