Kurznachrichtendienst

Elon Musk will Twitter kaufen: Donald Trump lobt „guten Mann“

Der Deal zwischen US-Milliardär und Tesla-Chef Elon Musk und Twitter ist fast vollzogen. Der Online-Dienst will doch verkaufen.

Update vom Dienstag, 26. April, 10.15 Uhr: Nach der geplanten Übernahme von Twitter durch Elon Musk bestehen Zweifel, in welche Richtung sich die Online-Plattform unter Führung des ebenso visionären wie umstrittenen High-Tech-Pioniers entwickeln wird.

Der eifrige Twitter-Nutzer Musk, dem auf der Plattform mehr als 83 Millionen Menschen folgen, hat dem Netzwerk wiederholt eine Einschränkung der Meinungsfreiheit vorgeworfen. Der 50-Jährige schlägt dabei einen ähnlichen Tonfall an wie rechte Politiker, die eine angebliche „Zensur“ durch die Online-Plattformen aus dem liberal gesinnten Silicon Valley anprangern.

Twitter hatte in den vergangenen Jahren versucht, gegen die Verbreitung von Hassbotschaften und Falschinformationen vorzugehen - und nach der Erstürmung des US-Kapitols am 6. Januar 2021 den damaligen US-Präsidenten Donald Trump verbannt. Musk, der selbst auf Twitter immer wieder ausfallend über Kritiker herzieht, könnte einer solchen Form der Moderation von Inhalten ein Ende bereiten.

Elon Musk übernimmt Twitter, Donald Trump will aber nicht zurück.

Elon Musk will Twitter „besser machen“

Musk selbst erklärte am Montag, er wolle Twitter „besser machen als jemals zuvor“ und dazu nicht nur neue Funktionen anbieten, sondern auch die Algorithmen der Plattform öffentlich machen. „Die freie Meinungsäußerung ist das Fundament einer funktionierenden Demokratie. Und Twitter ist der digitale Ort, an dem Themen debattiert werden, die von grundlegender Bedeutung für die Zukunft der Menschheit sind.“

Derweil äußerte sich auch Ex-Präsident Donald Trump, den Kritiker eher nicht als Garanten für eine funktionierende Demokratie ansehen, über die Übernahme. Musk sei ein „guter Mann“, der Twitter „Verbesserungen“ bringen könne, sagte der Rechtspopulist dem Nachrichtensender Fox News. Er selbst wolle aber nicht zu Twitter zurückkehren - sondern nur noch die von ihm selbst lancierte Plattform Truth Social nutzen: „Ich gehe nicht zu Twitter, ich bleibe bei Truth.“

Widerstand von Twitter gebrochen: Deal mit Elon Musk in trockenen Tüchern

Update vom Montag, 25. April, 21.12 Uhr: Nun ist es doch passsiert: Twitter hat den Widerstand gegen eine Übernahme durch Tech-Milliardär Elon Musk aufgegeben. Der Online-Dienst teilte am Montag (25. April) mit, dass er sich mit Musk auf einen Deal verständigt hat. Twitter soll danach von der Börse genommen werden. Angeblicher Kaufpreis: 44 Milliarden Dollar.

Twitter wehrt sich gegen Kauf durch Elon Musk

Update vom Freitag, 15.04.2022: Der Milliardär Elon Musk will Twitter kaufen, doch das Unternehmen wehrt sich. Wie aus einem Statement hervor geht will Twitter den Versuch Musks abwehren. Geschehen soll das mit einem Manöver, das auch „poison pill“, also „Giftpille“ genannt wird, wie die New York Times berichtet. Bei einer Übernahme des Unternehmens werde der Markt mit neuen Unternehmensanteilen geflutet oder bereits existierende Anteilseigner bekämen sie zu einem günstigen Preis angeboten, heißt es bei der US-Zeitung.

Tesla-Chef Elon Musk will Twitter komplett übernehmen.

Die bittere Pille würde demnach aktiviert werden, wenn eine Einzelperson oder eine Gruppe von Personen, die zusammenarbeitet, gemeinsam 15 oder mehr Prozent der Twitter-Anteile kauft. Derzeit besitzt Elon Musk alleine mehr als neun Prozent. Der Plan soll ein Jahr lang in Kraft bleiben und soll nach Angaben von Twitter das Unternehmen nicht davon abhalten, mit einem potenziellen Käufer über einen Verkauf zu sprechen. Der Mechanismus soll dem Unternehmen offenbar nur mehr Zeit verschaffen, um einen Handel auszuarbeiten.

Elon Musk will Twitter kaufen – das Unternehmen wehrt sich mit einer „Giftpille“

Erstmeldung vom Donnerstag, 14.04.2022: San Francisco – Tech-Milliardär Elon Musk startet einen Versuch, Twitter zu kaufen. Der Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla gab am Donnerstag ein Angebot zum Kauf aller Aktien des Kurznachrichtendienstes bekannt. Er wolle Twitter nach einer Übernahme von der Börse nehmen, weil der Dienst nur so das Potenzial als Plattform für Redefreiheit ausschöpfen könne, argumentierte der 50-Jährige.

Musk hält bisher gut neun Prozent an Twitter. Er bietet nun allen Aktionären 54,20 Dollar pro Aktie, wie aus einer Mitteilung bei der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Das Papier schloss am Mittwoch bei knapp 46 Dollar. Allerdings verweist Musk darauf, dass der vorgeschlagene Preis einen Aufschlag von mehr als 38 Prozent auf den letzten Preis vor Bekanntwerden seines Einstiegs bei Twitter bedeute.

Twitter: Elon Musk will Unternehmen komplett übernehmen

Musk schrieb, dass der Preis sein letztes Angebot sein. Scheitere mit dem Übernahmeversuch, müsse er sein Engagement bei Twitter überdenken. Der Tesla-Chef hat mehr als 80 Millionen Follower bei Twitter und zählt zu den populärsten Nutzern des Dienstes.

Die Erfolgsaussichten von Musks Übernahmeattacke sind unklar. Twitter hat mehrere Finanzinvestoren als große Anteilseigner, die jeweils zwischen zwei bis acht Prozent der Anteile halten. Es würde also nicht reichen, nur wenige Großaktionäre von Verkauf zu überzeugen.

Übernahmeattacke von Elon Musk zeichnete sich im Vorfeld ab

Dass Musk eine Übernahmeattacke starten könnte, wurde von Beobachtern bereits vermutet, nachdem er am Wochenende einen Sitz im Verwaltungsrat des Unternehmens ausschlug. Laut einer Vereinbarung mit Twitter hätte er sich damit nämlich verpflichtet, seinen Anteil nicht über 14,9 Prozent zu erhöhen. Der Verzicht auf die Mitgliedschaft in dem Aufsichtsgremium öffnete Musk hingegen die Tür, um mehr Anteile zu kaufen. Ein Twitter-Aktionär hat Elon Musk verklagt, weil er den Zeitpunkt seines Twitter-Einstiegs verschwiegen haben soll.

Twitter war zuletzt insgesamt gut 36 Milliarden Dollar wert. Musk ist der mit Abstand reichste Mensch der Welt – vor allem dank seiner Beteiligungen am Elektroauto-Hersteller Tesla und der Raumfahrtfirma SpaceX. Der Finanzdienst Bloomberg schätzt sein Vermögen zu jüngsten Aktienkursen auf rund 260 Milliarden Dollar. (dpa)

Rubriklistenbild: © Nicholas Kamm/afp

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