Neuer Omikron-Typ auf dem Vormarsch

Corona-Inzidenz sinkt – Kommt jetzt die Grippe-Welle?

RKI: Bei Kindern wird nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit häufiger Grippe als Corona diagnostiziert (Symbolfoto)
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RKI: Bei Kindern wird nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) derzeit häufiger Grippe als Corona diagnostiziert (Symbolfoto).

Die Corona-Lage in Deutschland entspannt sich offenbar weiter. Omikron BA.5 nimmt leicht zu. Das RKI beobachtet gerade bei Kindern eine deutliche Zunahme einer anderen Atemwegserkrankung.

Berlin – Die Corona-Neuinfektionen in Deutschland nehmen weiter rapide ab. Binnen 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter 48.910 Corona-Neuinfektionen und 151 Todesfälle. Die bundesweite Inzidenz liegt aktuell bei 361,8. Das geht aus den Daten des Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen (20. Mai) hervor. Die Dunkelziffer bei den Infektionszahlen ist nach Ansicht von Experten derzeit aber groß. Viele Fälle werden vom RKI gar nicht erfasst. Gesundheitsämter sind immer noch überlastet, zudem lassen sich weniger Menschen per PCR-Test auf Corona testen.

Zahl der Corona-Intensivpatienten sinkt

Auf den Intensivstationen in Deutschland müssen derzeit 829 Corona-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden. Davon werden 347 künstlich beatmet. Das geht aus den Daten des DIVI-Intensivregisters am Freitag (Stand: 8.05 Uhr) hervor. Zuletzt lagen im August 2021 „so wenig“ Menschen mit einer Corona-Infektion auf einer Intensivstation.

RKI zur Corona-Lage in Deutschland: Infektionsdruck bleibt weiter hoch

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zur Vorwoche um 13,5 Prozent gesunken, teilt das RKI in seinem jüngsten Corona-Wochenbericht mit. Viele Indikatoren zu Krankenhauseinweisungen und Todesfällen nähmen weiter ab. „Der Infektionsdruck bleibt mit ca. 400.000 innerhalb der letzten Woche an das RKI übermittelten Covid-19-Fällen hoch.“

Omikron-Variante BA.5: Anteil nimmt in Deutschland zu

Der Anteil der Omikron-Subvariante BA.5 in Deutschland wächst, laut RKI - bisher auf einem sehr niedrigen Niveau. Derzeit ist die Omikron-Variante BA.2 hierzulande dominant. Doch das Wachstum scheint gestoppt. Der Wert sank leicht auf 97,4 Prozent.

Variant of Concern (VOC)Anteil 18 KW 2022Anteil 17 KW 2022
Delta0 %0 %
Omikron BA.10,7 %1,4 %
Omikron BA.297,4 % 97,7 %
Omikron BA.30 %0,1 %
Omikron BA.40,3 %0,1 %
Omikron BA.51,4 %0,5 %

RKI hat Infektionsgeschehen in Südafrika und Portugal im Blick

„Der aktuell besonders in Südafrika und zuletzt auch in Portugal zunehmende Trend der Omikron-Linien BA.4 und BA.5 geht dort mit einem Anstieg der Covid-19-Fallzahlen und Positivenrate einher“, schreibt das RKI zudem. In Deutschland ist bei BA.4 bisher nur eine sehr kleine Zunahme auszumachen, von 0,1 auf 0,3 Prozent. Auch bei Mischvarianten ist dem Bericht zufolge bisher kein starker Anstieg zu verzeichnen. Es werden aber nicht alle positiven Proben dahingehend untersucht.

RKI-Grafik zum Anteil der Omikron-Varianten mit Anteil von mehr als 1 Prozent.

Grippe statt Corona: RKI sieht deutlichen Anstieg bei Atemwegserkrankungen bei Kindern

Bei Kindern wird nach Einschätzung des RKI derzeit häufiger Grippe als Corona diagnostiziert. Betroffen seien insbesondere 5- bis 14-Jährige, schreibt das Institut in seinem am Donnerstagabend veröffentlichten Wochenbericht. Das RKI beruft sich auf Erkenntnisse aus der virologischen Überwachung.

„Bei Auftreten von Symptomen einer neu auftretenden Atemwegserkrankung wie z.B. Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten wird – unabhängig vom Impfstatus und auch bei negativem Covid-19 Testergebnis – dringend empfohlen, Kontakte zu meiden und bei Bedarf die hausärztliche Praxis zu kontaktieren“, heißt es im RKI-Wochenbericht daneben.

Eine Grippewelle hat auch bislang in der Saison 2021/22 nach wissenschaftlicher Definition gar nicht erst begonnen, in der jüngsten Zeit wurden in Deutschland aber doch noch etwas mehr Grippefälle verzeichnet. Die RKI-Fachleute sprechen an dieser Stelle von geringfügig erhöhter Influenza-Aktivität. Die Arbeitsgemeinschaft Influenza hatte für die vergangene Woche von knapp 2.000 gemeldeten Fällen berichtet. Bei Grippe wird eine hohe Dunkelziffer nicht erkannter und nicht gemeldeter Fälle angenommen. (ml/dpa)

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