Mordfall Kim Wall

Dänischer U-Boot-Bauer Madsen leugnet in Prozess Mord an Journalistin

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Dänischer U-Boot-Bauer Madsen leugnet in Prozess Mord an Journalistin (Symbolfoto).

Der Mord an der Journalistin Kim Wall schockierte die Welt. Die Details zu dem U-Boot-Fall erschütternd. Nun findet der Prozess in Kopenhagen statt.

Kopenhagen - Zum Auftakt seines Mordprozesses in Kopenhagen hat der dänische U-Boot-Tüftler Peter Madsen den Vorwurf des Mordes an der schwedischen Journalistin Kim Wall zurückgewiesen. Er habe die 30-Jährige nicht umgebracht, erklärte Madsen am Donnerstag vor Gericht. 

Hat Madsen die Journalistin gefesselt und misshandelt?

Dem 47-Jährigen wird vorgeworfen, Wall an Bord seines selbst gebauten U-Boots gefesselt, misshandelt und ermordet zu haben, bevor er ihre Leiche zerstückelte und in Plastiksäcken im Meer versenkte.

Madsen hat seine Angaben zu dem Fall bereits mehrmals geändert. Zunächst behauptete er, die Journalistin wohlbehalten an Land gebracht zu haben. Nach dem Fund ihres Torsos sprach er dann von einem Unfall: Der Schwedin sei die 70 Kilogramm schwere Ladeluke des U-Boots auf den Kopf gefallen. Sie sei sofort tot gewesen. Er habe die Leiche in Panik über Bord geworfen. Anfang Oktober entdeckten Taucher dann außer Walls Beinen und Kleidung auch ihren Kopf, der keinerlei Verletzungen aufwies.

Erfinder Madsen: Kim Wall ist im U-Boot erstickt

Der Angeklagte hatte zuletzt gesagt, die junge Frau könne im Inneren des U-Bootes an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben sein. Er habe etwas reparieren wollen und habe deshalb einen Kompressor und zwei Motoren gestartet. Dann sei er durch ein Luk nach draußen geklettert, sagte der 47-Jährige. Er habe das Luk nicht wieder öffnen können, wohl weil sich ein Unterdruck im Boot gebildet habe. „Ich konnte Kim da unten rufen hören“, sagte er. Erst nach einer Weile habe er das Luk wieder öffnen können. Ihm sei warme Luft entgegengekommen. Wall habe leblos im Boot gelegen.

Technische Gutachter hielten es zwar für möglich, dass sich plötzlich Kohlenmonoxid im Boot gebildet habe, sagte Staatsanwalt Jakob Buch-Jepsen am Donnerstag vor Gericht. Doch zugleich hätte sich das U-Boot dann rasant und gewaltig aufgewärmt, was an der Leiche Spuren hätte hinterlassen müssen.

Die Suche nach den abgetrennten Armen der Verstorbenen dauert nach Angaben der Polizei an. Das Obduktionsergebnis erschütternd.

Anfang Januar wurde Peter Madsen wegen der Ermordung der schwedischen Journalistin Kim Wall angeklagt. Die Behörden sprachen von einem extrem brutalen Fall.

Keine DNA-Spuren von Erfinder Madsen an Kim Walls Leiche

An der Leiche der schwedischen Journalistin Kim Wall sind keine DNA-Spuren des mordverdächtigen dänischen Erfinders Peter Madsen gefunden worden. Weder auf noch in ihrem Körper gebe es Spuren, die vom Angeklagten stammten, sagte Staatsanwalt Jakob Buch-Jepsen am Donnerstag vor Gericht. Er zeigte dazu eine Zeichnung ihres Torsos, auf der Schnitte und Einstichstellen vermerkt waren.

In Madsens Unterhose sei Sperma gefunden worden, sagte der Staatsanwalt. Der Angeklagte nahm die Erklärungen vor Gericht äußerlich unbewegt hin.

Die Anklage wirft ihm vor, die 30 Jahre alte Journalistin an Bord seines U-Bootes gefoltert und ermordet zu haben. Vermutet wird ein sexuelles Motiv.

AFP/dpa

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