Angst vor Infektionen wächst weiter

Coronavirus in China: Zahl der Toten steigt weiter drastisch - Nächstes Groß-Event abgesagt

Die Zahl der Todesopfer in China ist inzwischen höher als durch Sars - und führt zu heftigen Protesten gegen die Regierung. Zur Inkubationszeit gibt es neue Erkenntnisse.

Update vom 13. Februar, 7.11 Uhr: Schlechte Nachrichten aus der Provinz Hubei: Die Zahl der Infizierten in China ist drastisch gestiegen. Alle weiteren Entwicklungen aus Asien erfahren Sie in unserem neuen Ticker.

Update vom 12. Februar, 20.10 Uhr: Das neue Coronavirus mit mehr als 1100 Toten in China bremst Großveranstaltungen von internationalem Interesse aus. In der Formel 1 verschob der Weltverband FIA am Mittwoch den für 19. April geplanten Großen Preis von China. Auch die weltweit wichtigste Mobilfunkmesse MWC in Barcelona steuert auf eine Absage oder Verschiebung zu. 

Das Virus breitet sich auch immer weiter aus. In Deutschland ist der Kreis Heinsberg besonders hart getroffen. Hier gibt es die meisten Infizierten. 

Update vom 12. Februar, 19.30 Uhr: Trotz all den Schreckensmeldungen aus China, die vielen Menschen auch hierzulande Sorgen vor dem Coronavirus bereiten, gibt es auch immer wieder Positives zu berichten. Eine gute Nachricht ist beispielsweise, dass Kinder offenbar meist von dem Virus verschont bleiben. Das berichten Forscher im 2019 Novel Coronavirus—Important Information for Clinicians (JAMA). Zur Überraschung der Ärzte infizieren sich nur wenige Kinder mit dem Coronavirus und haben im Falle einer Infektion meist nur milde Symptome

Gegenüber dem Portal Live Science erklärte Infektiologe Dr. Andrew Pavia von der University of Utah, dass die Forscher bisher nicht wissen, wieso Kinder seltener infiziert sind. Eine Hypothese sei aber, „dass das angeborene Immunsystem, das sich als erste Reaktion gegen eine breite Gruppe von Erregern richtet, bei Kindern stärker aktiv ist“, so der Wissenschaftler.

Coronavirus-Alarm: Ein Münchner sitzt auf der „Diamond Princess“ fest - zweimal am Tag darf er kurz an die frische Luft.*

Coronavirus in China: Zahl der Toten steigt drastisch - Aussteller bleiben Großevent in Europa fern

Update vom 12. Februar, 15.20 Uhr: Nach der Absage eines Formel 1-Rennens in Shanghai scheint nun aus Angst vor dem Coronavirus auch ein Großereignis in Europa bedroht zu sein. Zwar wollen die Veranstalter die weltgrößte Mobilfunkmesse MWC in Barceleona nicht komplett canceln. Immer mehr Aussteller bleiben der Veranstaltung aus Vorsicht allerdings fern, berichtet das Handelsblatt. Neben Sony und Amazon sagten nun unter anderem auch Intel und Vivo ab. Zu der Messe werden rund 100.000 Besucher und etwa 2800 Aussteller erwartet. Die Veranstalter kündigten an, dass es zusätzliche Reingungs - und Desinfektionsmaßnahmen geben soll, so das Handelsblatt weiter.

Coronavirus in China: Zahl der Toten steigt drastisch - Formel-1-Rennen abgesagt

Update vom 12. Februar, 10.20 Uhr: Die Formel 1 wird aufgrund des Coronavirus nun einen Bogen um China machen. Der für das dritte April-Wochenende (17. bis 19.4.) angesetzte Grand Prix von China fällt dem Coronavirus zum Opfer. Nach längerer Prüfung hatte sich die Formel 1 sich gegen die Austragung des Rennens in Shanghai an diesem Termin entschieden.

Unklar ist auch, ob die Premiere des Grand Prix in Vietnam stattfinden wird. Der Austragungsort Hanoi liegt nur rund 150 Kilometer entfernt von der chinesischen Grenze.

Coronavirus in China: Todeszahlen steigen weiter an - Mutation des Virus in isolierten Städten

Update vom 12. Februar, 8.22 Uhr: Die Todeszahlen der Coronavirus-Infizierten in China steigt drastisch. Innerhalb von 24 Stunden melden die Behörden fast 100 weiter Todesfälle. Experten vermuten, dass die Todesrate in China auf die Pflegebedingungen und die ärztliche Versorgung zurückzuführen sind. Es könne aber auch an einer Mutation des Virus innerhalb der isolierten Städte und Regionen liegen.

Die Zahl der Infektionen stieg nach Angabe der Behörden um 2015 Fälle. Sowohl die Zahl der neuen Opfer als auch die der neu erkrankten Patienten ging den offiziellen Angaben zufolge damit im Vergleich zum Vortag etwas zurück. Am Dienstag waren noch 108 Todesfälle und 2478 neue Infektionen gemeldet worden. Allerdings wird eine hohe Dunkelziffer vermutet.

Doch wie viele Menschen sind bisher an dem neuartigen Coronavirus gestorben? Auf dem chinesischen Festland sind mittlerweile insgesamt 1113 Tote zu beklagen. Bei mehr als 44.000 Menschen ist eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigt, das inzwischen den Namen Sars-CoV-19 erhielt. Die von ihm verursachte Krankheit heißt nun Covid-19, abgeleitet von „Corona Virus Disease“.

Update vom 11.02.2020, 18.52 Uhr: Das Thema Coronavirus beschäftigt die Menschen längst nicht mehr nur in China, sondern weltweit. In Genf sind daher nun internationale Experten zusammengekommen, um die Erforschung des Virus voranzubringen und möglichst die Grundlage zur Entwicklung eines Impfstoffs zu legen. 

Expertengipfel zum Corona-Virus: WHO-Chef fordert Solidarität

Zum Auftakt dieses Expertengipfels rief der Chef der WHO die Welt zu Solidarität auf. „Es geht jetzt nicht um Publikationen, Patente und Profite“, wird Tedros Adhanom Ghebreyesus von der dpa zitiert. „Jetzt geht es darum, den Ausbruch zu stoppen und Leben zu retten. Mit Ihrer Unterstützung können wir das hinbekommen.“

Corona-Expertengipfel: Neuer Name für Virus und Erkrankung

Noch bis Mittwoch soll diese Expertenkonferenz dauern, eine Neuerung hat sie schon jetzt hervorgebracht. So soll das Corona-Virus sowie die Lungenkrankheit, die es auslöst, fortan einen neuen Namen bekommen. 

Coronavirus - China

Wie WHO-Chef Tedros Adhanom bekannt gab, solle die neuartige Lungenerkrankung aus China künftig „Covid-19“ genannt werden und das Corona-Virus „Sars-CoV-2“. Damit bezieht man sich auf die sehr enge Verwandtschaft des Corona-Virus zum Sars-Virus „Sars CoV“, der vor rund 20 Jahren hunderte Todesopfer gefordert hatte. Experten zufolge sind beide Viren Varianten ein und derselben Virusart. 

Coronavirus in China: Ärzte mit beunruhigender Entdeckung - Todeszahl überschreitet traurige Marke

10.33 Uhr: Wegen des dramatischen Ausbruchs der neuartigen und hochinfektiösen Coronaviruserkrankung dürfen die Badmintonteams des Serien-Weltmeisters China sowie die Sportler aus Hongkong nicht bei den asiatischen Manschaftsmeisterschaften in Manila antreten. Das teilte der asiatische Badminton-Verband mit. Das bis Sonntag dauernde Turnier zählt als Qualifikationswettbewerb für die diesjährige Mannschafts-WM sowie für die Olympischen Spiele in Tokio .

„Die Entscheidung der philippinischen Regierung, eine 14-tägige Quarantäne für alle Reisenden aus China, Hongkong und Macau einzuführen, muss respektiert werden“, hieß es in der Mitteilung: „Deshalb werden die Teams aus China und Hongkong nicht teilnehmen.“

Coronavirus: Gefahr weitaus größer als bisher angenommen - Todeszahl überschreitet traurige Marke

Update vom 11. Februar, 9.23 Uhr: Das Coronavirus hat in China eine neue erschütternde Marke geknackt: Bereits mehr als 1000 Menschen sind an den Folgen der Viruserkrankung gestorben. Die Zahl der Toten steigt dramatisch und immer kürzeren Abständen. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden sind weitere 108 Menschen an der Lungenkrankheit gestorben und lässt die Zahl der Toten auf 1016 steigen. Das teilte die Gesundheitskommission in Peking mit. 

Rund 100 neue Todesopfer wurden aus der abgeschotteten Provinz Hubei gemeldet. Die chinesischen Behörden konnten aber auch eine positive Meldung bekannt geben: Erstmals seit dem Ausbruch der Krankheit wurden am Montag weniger Neuinfektionen gemeldet als am Vortag. 

Rund 200 Menschen befinden sich in Deutschland aktuell in Quarantäne. 14 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus sind bekannt. Doch die Zahl der Infizierten könnte viel höher sein. 

Forscher machen Coronavirus-Entdeckung: Inkubationszeit deutlich länger als 14 Tage

Update vom 10. Februar, 15.58 Uhr: Offenbar kann die Inkubationszeit beim Coronavirus bis zu 24 Tage betragen. Das berichten der Spiegel und der Tagesspiegel unter Bezugnahme auf China Daily. Bislang waren Experten davon ausgegangen, dass die Symptome spätestens nach zwei Wochen auftreten würden, weshalb die Quarantäne bei Verdachtsfällen auch 14 Tage lang aufrechterhalten wurde.

Der Zeitraum zwischen Ansteckung und dem Auftreten erster Symptome liegt im Schnitt demnach bei drei Tagen, also zwei Tage kürzer als bislang angenommen. Diese neuen Erkenntnisse sind das Ergebnis einer Auswertung des renommierten Wissenschaftlers Zhong Nanshan, Leiter des nationalen Expertengremiums zur Eindämmung der Lungenkrankheit. Sein Team hatte 1099 Fälle aus 52 Krankenhäusern in China untersucht.

Hält China in Atem: Das Coronavirus hat schon mehr als 900 Menschen das Leben gekostet.

Unterdessen gibt es eine andere Virus-Gefahr in Bayern, wie Merkur.de* berichtet. 

Coronavirus in Bayern: „Tödlichster Tag“ seit dem Ausbruch

Update 12.30 Uhr: Das Coronavirus hat China weiter fest im Griff. Wie die Tagesschau mit dem Verweis auf chinesische Behörden berichtet, sind am gestrigen Sonntag landesweit 97 Menschen am Coronavirus gestorben. Die Behörden sprechen deshalb von dem „tödlichsten Tag“ seit dem Ausbruch des Coronavirus im chinesischen Wuhan. 

Update vom 10. Februar: Die Anzahl an Menschen, die durch das neuartige Coronavirus ums Leben gekommen sind, ist nun auf über 900 gestiegen. 910 Menschen sind nun offiziell an dem neuartigen Virus gestorben. Die überwiegende Mehrheit davon auf dem chinesischen Festland. Lediglich zwei Todesfälle wurden außerhalb Chinas registriert. Einer in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong und einer auf den Philippinen. Die Gesamtzahl der Infizierten ist mittlerweile auf ca. 40.500 angestiegen, der Großteil der Infizierten kommt ebenfalls aus China.

Coronavirus in China: Reporter meldet Zustände wie nach „Zombie-Katastrophe“ - offene Kritik an Regierung Alle Autoren

Update vom 9. Februar: Die Wut auf die Regierung in China wächst: Nach dem Tod des Arztes, der als einer der Ersten vor dem neuartigen Coronavirus warnte (siehe unten), zirkulieren jetzt zwei offene Briefe in dem chinesischen Internetdienst Weibo. In ihnen fordern Aktivisten Meinungsfreiheit von der Führung in Peking. Die chinesische Zensur stoppte die Verbreitung der Schriften weitgehend, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.

Ein Brief wurde von zehn Professoren aus Wuhan veröffentlicht. Sie betonten, der Einsatz des mittlerweile selbst am Coronavirus gestorbenen Augenarztes Li Wenliang habe den „Interessen des Landes und der Gesellschaft“ gedient. Der zweite Brief wurde von ehemaligen Studenten der bekannten Tsinghua-Universität in Peking veröffentlicht. Die anonymen Autoren forderten die Regierung auf, die in der Verfassung garantierten Rechte der Chinesen zu sichern. Sie sprachen sich dagegen aus, „politische Sicherheit“ zur obersten Priorität zu erklären. Die Zahl der Todesopfer in China durch das neuartige Coronavirus ist auf 811 angestiegen.

Coronavirus in China: Reporter meldet Zustände wie nach „Zombie-Katastrophe“ - Tier als Überträger?

Update vom 8. Februar, 13.18 Uhr: Nicht nur in Wuhan herrscht Ausnahmezustand. Der Coronavirus hält ganz China in Atem. Auch die 24-Millionen-Einwohner-Metropole Shanghai befindet sich nach Angaben des  Stern-Korrespondenten Philipp Mattheis in einer „Extremen Ausnahmesituation“. Der Journalist berichtet für das Blatt im Video-Blog aus Shanghai.

Demnach befinde sich die Stadt in einer „absolut außergewöhnlichen Lage. Das sieht in etwa so aus, wie man sich eine Zombie-Katastrophe vorstellt“. Demnach hätten bis auf kleiner Ausnahmen alle Geschäfte geschlossen, die riesigen vielspurigen Straßen der Metropole seien menschenleer. Falls man doch Menschen auf der Straße begegne, würden alle Masken tragen und einen großen Bogen um Mitmenschen machen, um sich nicht zu nahe zu kommen. Auf den Straßen würden zudem Ordnungshüter darauf achten, dass Atemmasken getragen würden.

Der Journalist habe zudem auch den Eindruck, dass die chinesische Regierung versuche bestimmte Umstände des Coronavirus zu vertuschen. Der Fall eines Arztes, der bereits im Dezember vor dem Virus warnte, anschließend von der Regierung wegen des Streuens von Gerüchten angeklagt wurde und schließlich selbst am Coronavirus starb, erregt in China aktuell viel Aufsehen. Viele Menschen sehen in ihm ein Symbol der Vertuschung.

Coronavirus fordert erste ausländische Todesopfer in China

Update vom 8. Februar, 8.17 Uhr: Nach dem Ausbruch des Coronavirus ist das erste ausländische Opfer in China bestätigt worden. Wie die US-Botschaft in Peking am Samstag bestätigte, kam ein mit dem Virus infizierter 60-jähriger US-Bürger in der besonders schwer betroffenen Stadt Wuhan am 6. Februar ums Leben. 

Auch ein Japaner starb in Wuhan, wie Japans Außenministerium mitteilte. Demnach handelte es sich um einen Mann in seinen 60ern, bei dem eine Infektion mit dem Virus vermutet wurde. Der Patient habe an einer schweren Lungenentzündung gelitten.

Aus Respekt vor der Privatsphäre der Familie des Opfers würden keine weiteren Details bekanntgegeben. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen und der Toten durch das neuartige Coronavirus in China war bis Samstag erneut schnell gestiegen. Die Pekinger Gesundheitsbehörde meldete 86 neue Todesfälle in den vergangenen 24 Stunden.

Coronavirus in China: Forscher mit komplett neuem Ansatz - Infizierte sich erster Patient an diesem Tier?

Update vom 7. Februar, 14.35 Uhr: Bisher ist unklar, wie genau sich der erste Mensch in China am Coronavirus infiziert hat. Chinesische Forscher haben jetzt einen neuen Verdacht, wie Spiegel.de unter Beruf auf die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet: Wurde das gefährliche Virus, das in China bereits 636 Todesopfer gefordert hat, von einem Pangolin übertragen? 

Die seltenen Schuppentiere sind streng geschützte Säugetiere, die in China, Afrika und anderen Teilen der Welt wegen ihres Fleischs illegal gehandelt werden. Exemplare der seltenen Rasse gelangten auf diese Weise auch schon nach Deutschland. Am Münchner Flughafen wurde beispielsweise das geräucherte Fleisch eines Pangolins entdeckt, wie Merkur.de* berichtet

Das seltene Schuppentier Pangolin könnte Erreger auf Mensch übertragen haben.

Die Forscher der South China Agricultural University mutmaßen nun, dass durch den Handel mit Pangolinen Menschen mit dem Virus in Berührung gekommen sein könnten. Das Erbgut der neuartigen Coronaviren 2019-nCoV gleiche zu 99 Prozent dem Erbgut von Coronaviren, die bei den Schuppentieren entdeckt worden waren. Es sei deshalb sehr wahrscheinlich, dass das Pangulin als Zwischenwirt fungierte. „Diese neue Entdeckung ist sehr wichtig, um den Ursprung des Erregers in den Griff zu bekommen und neuen Infektionen vorzubeugen“, erklärten die Wissenschaftler. 

Allerdings waren zu Beginn des Ausbruchs auch schon Schlangen in Verbindung mit dem Virus gebracht worden. Forscher warnen vor voreiligen Schlüssen, noch könne nicht mit Sicherheit gesagt werden, dass die Ursache für das Coronavirus gefunden wurde. 

Die chinesische Regierung sieht sich unterdessen wegen Mängel im Umgang und anfänglicher Vertuschung im Zusammenhang mit dem Coronavirus unter Beschuss. Nach dem Tod eines Arztes, der schon im Dezember gewarnt hatte, startet China nun eine Untersuchung zum Coronavirus-Krisenmanagement gestartet.

Update vom 7. Februar, 11.31 Uhr: Das chinesische Fußball-Nationalteam der Frauen unter 23 Jahren hat nach dem Ende der Quarantänezeit das Olympia-Qualifikationsspiel gegen Thailand gewonnen. China schlug Thailandsauswahl am Freitag (Ortszeit) mit 6:1 (4:0). Die chinesischen Spielerinnen waren im Zuge des Coronavirus-Ausbruchs in ihrem Hotel in Brisbane für beinahe zwei Wochen unter Quarantäne gestellt worden.

Update vom 7. Februar, 8.16 Uhr: Nach dem Tod des chinesischen Arztes Li Wenliang, der frühzeitig vor dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus gewarnt hatte, hat die chinesische Regierung eine offizielle Untersuchung gestartet. Mit Zustimmung des Zentralkomitees der Partei schickte die staatliche Aufsichtskommission ein Ermittlungsteam nach Wuhan, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Der Tod des 34-jährigen Augenarztes, der am Donnerstagabend selbst an der Lungenkrankheit gestorben war, hatte große Anteilnahme im ganzen Land ausgelöst.

Sein Schicksal symbolisiert für viele Chinesen die Folgen der Untätigkeit oder langsamen Reaktion der Behörden auf den Ausbruch. Bei den Ermittlungen gehe es um Fragen des Volkes zu diesem Geschehen, hieß es. Li Wenliang hatte am 30. Dezember in einer Online-Diskussionsgruppe von Medizinern und Studenten unter Hinweis auf eine wachsende Zahl von mysteriösen Virusfällen in Wuhan vor einer Wiederkehr des Sars-Virus gewarnt, das vor 17 Jahren zu der Pandemie mit 8000 Infizierten und 774 Toten geführt hatte.

Acht Teilnehmer an der Chatgruppe waren danach von der Polizei wegen der Verbreitung von „Gerüchten“ vorgeladen und verwarnt worden. Auch mussten sie unterschreiben, dass sie nichts mehr über den Ausbruch enthüllen. Einige Tage später infizierte sich der Arzt selbst bei einer Patientin.

Dieses Bild aus dem Video, zeigt ein Selfie von Dr. Li Wenliang. Nach dem Tod des chinesischen Arztes Li Wenliang, der frühzeitig vor dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus gewarnt hatte, hat die chinesische Regierung eine offizielle Untersuchung gestartet.

Coronavirus in China: Prominenter Todesfall - doch plötzlich gibt es auch eine gute Nachrichten

Update vom 7. Februar, 6.39 Uhr: Das Coronavirus hält die Welt weiter in Atem. 31.161 Infektionen sind inzwischen bestätigt, das sind 3143 mehr als noch am Donnerstag. Die Zahl der Toten in China stieg über Nacht um 73 auf 636

Aber: Es gibt auch gute Nachrichten: Es war der zweite Tag in Folge, an dem nicht mehr neue Ansteckungen als am Vortag gemeldet wurden. Ob mit den neuen Zahlen bereits ein weitergehender Trend bei den Ansteckungen erkennbar ist, scheint offen, da die Statistik auch mit der Zahl der laufenden Untersuchungen schwanken kann. 

Coronavirus: Zahl der Infektionen und Toten steigt - aber langsamer

Zudem sind weiter mehr als 26.000 Verdachtsfälle registriert. Der Verlauf der Epidemie ist aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch schwer vorherzusagen. Außerhalb der besonders betroffenen Gebiete in Zentralchina scheine die Lage in China im Moment relativ stabil zu sein, sagte WHO-Experte Michael Ryan in Genf.

Ein prominentes Oper wurde am Donnerstagabend der Augenarzt Li Wenliang, der bereits am 30. Dezember 2019 vor dem Virus gewarnt hatte. Nachdem erste chinesische Medienmeldungen über seinen Tod noch dementiert wurden, bestätigte das Wuhan Central Hospital in der Nacht chinesischen Medien die Todesnachricht. Li Wenliang und sieben weitere Teilnehmer einer Medizinergruppe waren nach ihrer Warnung zunächst von der Polizei vorgeladen und verwarnt worden und mussten unterschreiben, dass sie nichts mehr über den Ausbruch enthüllen.

Coronavirus: Gegenmittel gefunden? Patienten nehmen an Tests teil

Update vom 7. Februar, 6.07 Uhr: Zur Behandlung von Erkrankten haben chinesische Behörden das Anti-Virus-Medikament Remdesivir für klinische Versuche mit dem neuen Coronavirus zugelassen, wie Xinhua berichtete. 

Die erste Gruppe von Patienten sollte das Medikament am Donnerstag nehmen. Es habe gute Ergebnisse bei anderen Coronaviren wie Sars oder Mers und zumindest auf Zellebene auch bei dem neuen Virus 2019-nCov gezeigt. 761 Patienten nähmen an den Tests teil.

Coronavirus in China: Baby Stunden nach Geburt positiv getestet

Update vom 6. Februar, 11.51 Uhr: 30 Stunden nach der Geburt ist bei einem Neugeborenen das Coronavirus nachgewiesen worden. Das Baby ist am 2. Februar in Wuhan auf die Welt gekommen, berichtet der britische Nachrichtensender BBC und damit der jüngste mit dem Virus infizierte. Vor der Geburt sei die Mutter positiv auf den Erreger getestet worden. Unklar ist, ob sich das Baby im Mutterleib oder nach der Geburt mit dem Virus angesteckt hat.
Am Mittwoch sei die Infektion durch staatliche Medien in Xinhua bekannt gegeben worden. Das Baby wog demnach bei der Geburt 3,25 Kilogramm, sei stabil und unter Beobachtung. Mediziner vermuten, dass sich der Säugling im Mutterleib angesteckt hat.

Update vom 6. Februar, 8.01 Uhr: Die Zahl der Toten durch das neue Coronavirus in China ist schneller gestiegen als bisher. Innerhalb eines Tages waren bis Donnerstag 73 neue Todesfälle zu beklagen, wie die chinesische Gesundheitskommission in Peking berichtete. 

Damit stieg die Zahl der Toten in China auf 563. Die bestätigten Infektionen mit der Lungenkrankheit kletterten auch stark um 3694 auf 28.018 Fälle. Die Kommission sprach von mehr als 24.000 Verdachtsfällen. Auch unter Ärzten und Pflegern gibt es inzwischen viele Infektionen.

Coronavirus in China: Zahl der Infektionen und Toten steigt wieder schneller - WHO schlägt Alarm

Update vom 5. Februar, 19.08 Uhr: In China ist die Zahl der Infektionen und der Toten durch das Coronavirus wieder schneller gestiegen als in den Tagen zuvor. Bis Mittwoch kletterte die Zahl der Patienten innerhalb eines Tages um 3.887 auf 24.324, die Zahl der Toten stieg auf 490.

Jetzt schlägt die Weltgesundheitsorganisation Alarm. Die WHO braucht nach eigenen Angaben in den nächsten drei Monaten zusätzlich mehr als 600 Millionen Dollar für die Eindämmung des neuen Coronavirus. Nach den Berechnungen sind 675 Millionen Dollar nötig, um auch ärmeren Ländern zu helfen, sich auf einen möglichen Ausbruch vorzubereiten, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. „675 Millionen Dollar ist viel Geld, aber es ist deutlich weniger als das, was auf uns zukommen könnte, wenn wir nicht jetzt in die Vorkehrungen investieren“.

Coronavirus: WHO-Generaldirektor eindringlich: „Nicht der Zeitpunkt für Angst oder Panik“

Er äußerte Verständnis für die Menschen weltweit. „Wir verstehen, dass die Menschen besorgt sind“, sagte er. „Aber dies ist nicht der Zeitpunkt für Angst oder Panik. Dies ist ein Zeitpunkt für rationales Handeln, so lange wir noch ein Fenster haben, diesen Ausbruch unter Kontrolle zu bringen.“

Update vom 5. Februar, 13.01 Uhr: Schwangere Frauen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, können die Krankheit offenbar an ihr Neugeborenes weitergeben. Das berichtet die Nachrichtenagentur China News Service. Demnach sei bei einem Säugling ein dementsprechender Infektionsfall 30 Stunden nach der Geburt festgestellt worden. Das Kind hat demnach eine Lungenentzündung und eine leicht veränderte Leberfunktion. Die Lebenszeichen seien aber stabil.

Allerdings hätten zuvor auch infizierte Mütter Kinder geboren, bei denen ein Coronavirus-Test negativ ausgefallen sei, heißt es weiter. Eine Ansteckung der Neugeborenen durch infizierte Mütter ist demnach nicht zwingend.

Coronavirus in China: Videos zeichnen dramatische Zustände - Tote in Klinik-Gang neben Patienten

Update vom 5. Februar, 10.11 Uhr: Die Angst vor dem Coronavirus ist weltweit zu spüren. Vor Japan ist nun etwa ein Kreuzfahrtschiff unter Quarantäne gestellt. Am schlimmsten ist die aktuelle Situation aber sicher für die Chinesen selbst. Wegen Reisebeschränkungen und Ausgangssperren ist das wirtschaftliche Leben in weiten Teilen des Landes zum erliegen gekommen. Nicht nur in Wuhan, der Millionen-Metropole, die als Ausgangspunkt des Coronavirus gilt. Auch Peking wirkt wie ausgestorben, die meisten Läden im Land sind geschlossen.

Wie dramatisch die Situation in China für die Bevölkerung wirklich ist, zeigen Videos, die im Netz kursieren und die unter anderem der ARD vorliegen. Darauf ist zu sehen, wie chinesische Zivilisten selbst ihre Dörfer abriegeln. Es werden improvisierte Straßensperren errichtet und Wachen mit Speeren wollen verhindern, dass Fremde und womöglich Infizierte in das Dorf kommen. 

Coronavirus in China: Wut der Bürger auf den Staat wächst - Dramatische Zustände in Kliniken

Hinzu kommen die Sperren der Regierung selbst. Diese werden umso drastischer je näher man zur Stadt Wuhan kommt. Die entsprechende Region Hubei soll aktuell etwa niemand verlassen. Dies führt zu teils dramatischen Situationen: Der Spiegel veröffentlichte etwa Video-Aufnahmen, die eine Mutter zeigen, die weinend vor einer Sperre steht. Ihre Tochter sei an Leukämie erkrankt, müsse behandelt werden. Doch in Hubei sei dies wegen des Coronavirus aktuell nicht möglich.

Diese Aussage macht Sinn, nimmt man Videos aus den sozialen Medien für wahr, die zeigen, wie überlastet die Kliniken in Wuhan aktuell sind. Darauf zu sehen sind lange Schlangen, Klinik-Personal an der Belastungsgrenze und chaotische Zustände. Gegenüber der ARD berichtet ein Chinese von vor Ort, dass in den Krankenhäusern nur etwa je 100-200 Test-Sets für den Coronavirus vorhanden seien. Das würde dazu führen, dass Menschen von Klinik zu Klinik ziehen würden, in der Hoffnung sich testen lassen zu können. Ein anderer Chinese berichtet, dass Kälte in den Krankenhäusern ein Problem sei. Die Heizungen seien abgestellt, damit sich das Virus nicht verbreite.

Coronavirus in China: Videos zeichnen dramatisches Bild - Tote in Klinik-Gang neben wartenden Patienten

All dies ist in den staatlichen Medien Chinas nicht zu sehen. Hier werden nur etwa Bilder von eilig errichteten Krankenhäusern gezeigt. Das staatliche Fernsehen zeigt viele Ärzte, die sich um wenige Patienten kümmern. Dem gegenüber zeichnen private Videos, die vermeintlich in Krankenhäusern in Wuhan gedreht wurden ein ganz anderes Bild: Darauf zu sehen ist etwa, wie Tote in einer Klinik neben lebendigen Patienten liegen. Sogar im Warteraum sind den Aufnahmen zu Folge Tote in Leichensäcken auf Stühlen aufgebahrt, während wenige Meter daneben Menschen auf eine Behandlung warten. „Das ist die Realität“, schreibt ein Twitter-Nutzer zu dem Video, das von einem Bewohner Wuhans stammen soll.

Die ARD-Tagesthemen sprachen zudem mit einem chinesischen Journalisten. Dieser bestätigt, dass das chinesische Staatsfernsehen nicht die Realität vor Ort abbilde. Auch er zeigt Videos von Leichensäcken im Bestattungswagen und Aufnahmen aus einem Krankenhaus, in dem sterbende Patienten alle in einem Raum untergebracht sind. 

Die Menschen in China werden deshalb zunehmend wütend auf den Staat. Präsident Xi Jinping hatte wohl auch deshalb gerade erst Fehler in der Reaktion auf den Virus eingeräumt (siehe Update von 9.42 Uhr). ARD-Frau Caren Miosga sprach in der Anmoderation in den Tagesthemen bereits von möglicherweise „verheerenden Folgen“ für die Regierung der Volksrepublik.

Der Coronavirus hat unterdessen für viele Haustiere drastische Konsequenzen. Auch, da sich hartnäckig das Gerücht hält, das Coronavirus würde etwa von Hunden und Katzen übertragen.

Coronavirus in China: Bedenkliche Statistik - Zahl der Toten steigt rasend

Update vom 5. Februar, 9.42 Uhr: Die chinesische Regierung hat wegen des Coronavirus zarte selbstkritische Botschaften gesendet. Ein eher ungewöhnlicher Vorgang. Wie etwa die „Irish Times“ berichtet habe Chinas Präsident Xi Jinping die Krise bei einer Sondersitzung des Politbüros als „eine große Bewährungsprobe für Chinas System und seine Regierungsfähigkeit“ bezeichnet. Für das Blatt ist dies ein „ausdrückliches Eingeständnis, dass die offizielle Reaktion unzureichend war“.

Die Tagesschau bestätigt dies und berichtet, dass die chinesische Führung über das Staatsfernsehen Unzulänglichkeiten und Defizite in der Reaktion auf den Virus eingeräumt habe. Demnach wurde im TV ein dementsprechender Text verlesen.

Update vom 5. Februar, 7.15 Uhr: Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen und der Toten durch das neuartige Coronavirus ist in China wieder schneller gestiegen als in den Tagen zuvor. Bis Mittwoch kletterte die Zahl der Patienten innerhalb eines Tages um 3.887 auf 24.324, berichtete die Gesundheitskommission in Peking

Die Zahl der Toten legte um 65 auf 490 zu. Außerhalb von Festland-China gibt es in mehr als zwei Dutzend Ländern rund 220 weitere Fälle, davon zwölf in Deutschland. In Hongkong und den Philippinen sind auch zwei Patienten gestorben.

Coronavirus in China: Zahl der Toten steigert sich exorbitant - auch in Hongkong stirbt ein Mensch

Update vom 4. Februar, 13.55 Uhr: Ist das Coronavirus noch zu stoppen? China weitet jetzt die Quarantäne auf eine Nachbarprovinz von Shanghai aus. In der chinesischen Provinz Zhejiang sind zwölf Millionen Menschen von der Maßnahme betroffen. In der Provinz Zhejiang befindet sich die Hangzhou, wo sich der Sitz chinesischen Internetriesen Alibaba befindet. Von dort bis zu chinesischen Wirtschaftsmetropole Shanghai sind es nur 150 Kilometer.  

Das Coronavirus hat sich von China (Provinz Hubei) in mindestens 24 Länder weltweit verbreitet. Die Cornoavirus-Epidemie ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch keine Pandemie, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.  „Im Moment befinden wir uns nicht in einer Pandemie“, sagte die Direktorin der WHO-Abteilung zur Vorbereitung auf Infektionsgefahren, Sylvie Briand, am Dienstag vor Journalisten in Genf. Derzeit handele es sich um eine Epidemie mit „mehreren Brennpunkten“.

Coronavirus: Zahl der Todesfälle in Wuhan alarmierend

Update vom 4. Februar, 12.06 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Todesfälle ist am Dienstag sprunghaft um 64 auf 425 Tote gestiegen, die Zahl der bestätigten Virusfälle auf 20438. 

Die Sterblichkeitsrate der neuartigen Lungenkrankheit in China liegt im Schnitt bei 2,1 Prozent. Das bedeutet, dass rund jeder 50. nachweislich Erkrankte an dem Virus stirbt. 

In der schwer betroffenen Metropole Wuhan in Zentralchina erreicht sie allerdings 4,9 Prozent, wie Jiao Yahui von der Gesundheitskommission am Dienstag in Peking berichtete. In der gesamten Provinz Hubei, dessen Hauptstadt Wuhan ist, sind es demnach 3,1 Prozent. 

Coronavirus in China: Junge stirbt, weil Vater in Quarantäne muss

Update vom 4. Februar, 10.27 Uhr: Ein Junge ist in China auf tragische Weise beim Kampf gegen das Coronavirus gestorben. Der 19-Jährige war schwerbedindert und auf einen Rollstuhl angewiesen. Sein Vater wurde am 22. Januar in Quarantäne genommen, fünf Tage später wurde bei ihm das Virus diagnostiziert.  

Verzweifelt veröffentlichte der Vater einen Hilferuf in den Online-Netzwerken und bat darum, dass jemand nach seinem hilflosen Sohn sehen möge. Der Hilferuf kam jedoch zu spät: Der Jugendliche, der an den Folgen einer frühkindlichen Hirnschädigung litt, starb am 29. Januar, wie die Regierung des Bezirks Hongan jetzt mitteilte. 

Nach dem Vorfall wurden der örtliche Vorsitzende der Kommunistischen Partei und der Bürgermeister abgesetzt. In den Online-Netzwerken brachen sich Wut und Empörung Bahn. „Ich bin so wütend und traurig“, schrieb ein Nutzer. „Es ist zu widerlich.“  

Coronavirus: Macau schließt vorrübergehend Casinos

Update vom 4. Februar, 8 Uhr: Die chinesische Sonderverwaltungszone Macau schließt wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zwei Wochen lang ihre Casinos. Dies teilte der Regierungschef von Macau, Ho Iat-seng, am Dienstag mit. Die Glücksspielmetropole ist ein beliebtes Ziel von Reisenden aus Festlandchina.

Coronavirus in China: Höhepunkt noch nicht erreicht - erster Toter in Hongkong

Update vom 4. Februar, 06.43 Uhr: Durch den neuartigen Coronavirus ist erstmals auch ein Patient aus Hongkong ums Leben gekommen. Die Krankenhausbehörde der chinesischen Sonderverwaltungsregionen bestätigte am Dienstag den Tod eines 39-Jährigen. Wie die Hongkonger Zeitung South China Morning Post berichtete, hatte der Mann zuvor die besonders schwer vom Virus betroffene Stadt Wuhan besucht. Seit Ausbruch der neuen Lungenkrankheit ist es erst der zweite bestätigte Todesfall außerhalb des chinesischen Festlands. Zuvor war auch ein Patient auf den Philippinen ums Leben gekommen. Mittlerweile gibt es 426 Todesopfer und mehr als 20.000 Erkrankungen in China.

Coronavirus in China: Politik mit überraschendem Geständnis

Update, 3. Februar, 22.30 Uhr: Chinas Führung hat angesichts der immer weiter steigenden Ansteckungszahlen „Fehler“ im Umgang mit der Epidemie eingeräumt. Die Reaktion auf die Virus-Epidemie habe „Fehler und Schwierigkeiten“ beim nationalen Notfallmanagement offengelegt, hieß es am Montag (3.2.) von Seiten des Ständigen Ausschusses des Politbüros der regierenden Kommunistischen Partei in Peking. 

Nach neuen Angaben der chinesischen Regierung sind inzwischen mehr als 17.200 Menschen an dem Coronavirus erkrankt. 361 Infizierte starben. 

Coronavirus in China: Experten mit erschreckender Prognose - Zahl der Toten gestiegen

Update, 3. Februar, 19.55 Uhr: Chinesische Experten gehen davon aus, dass die Coronavirus-Epidemie ihren Höhepunkt in zehn bis 14 Tagen erreichen wird. Vorbeugende Maßnahmen müssten verstärkt werden, so Zhong Nanshan, Chef des nationalen Expertenteams im Kampf gegen das Virus. In Wuhan, das als Ausgangsort der Epidemie gilt, ist nach weniger als zwei Wochen Bauzeit bereits das erste von zwei Notkrankenhäusern errichtet worden. 

Die Gesundheitskommission in Peking meldete am Montag den bisher stärksten Anstieg der Infektionen und Todesfälle innerhalb eines Tages. Die Zahl der Toten in China erhöhte sich auf 361, die Zahl der bestätigten Infektionen in China kletterte sprunghaft um 2829 auf 17.205 Fälle.

Derweil hat das Virus Chinas Aktienmärkten die größten Verluste seit Jahren beschert. Die Börse in Shanghai meldete am Montag (3.2.) einen Kursrutsch um 7,72 Prozent und verlor damit binnen eines Handelstages 2,8 Billionen Yuan an Wert - das sind etwa 360 Milliarden Euro.

Coronavirus in China: Hongkong macht Grenzübergänge nach China dicht 

Update vom 3. Februar, 16 Uhr: Hongkong macht Grenzübergänge nach China dicht, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatten hunderte Hongkonger Krankenhaus-Angestellte für eine Grenzschließung gestreikt. Wie Regierungschefin Carrie Lam demnach am Montag mitteilte, bleiben nur der Flughafen, die Brücke nach Shenzhen und die Brücke nach Zhuhai und Macao geöffnet. Bis Montag wurden in Hongkong 15 bestätigte Coronavirus-Fälle gemeldet.

Die Lufthansa verlängerte ihren Flugstopp von und nach China. Die Lufthansa und die Töchter Swiss und Austrian Airlines fliegen bis Ende Februar nicht nach Peking und Shanghai. Nanjing, Shenyang und Qingdao werden sogar bis Ende März nicht angeflogen.

„So erschreckend“: Arzt in China wollte alle vor Coronavirus warnen, da eskalierte es

Update vom 3. Februar, 14.18 Uhr: Wollte China den Ausbruch des neuartigen Coronavirus vertuschen? Die New York Times erhebt in einem Artikel Vorwürfe gegen die Regierung.

Wochenlang habe die chinesische Regierung demnach von dem neuartigen Virus gewusst. Einen Arzt, der seine Kollegen vor einer mysteriösen Lungenkrankheit warnen wollte, wurde offenbar sogar zum Schweigen gebracht. 

Der Arzt habe demnach in einer Online-Chat-Gruppe am 30. Dezember 2019 von sieben Patienten in seiner Klinik mit einer mysteriösen Krankheit geschrieben. Die Patienten seien in der Notaufnahme unter Quarantäne gestellt, schrieb der Arzt laut New York Times.  

„So erschreckend“, antwortet ein Mitglied der Chat-Gruppe. Und fragte dann wohl sofort „Kommt SARS wieder?“. Bei der Sars-Pandemie (Schwere Akute Atemwegssyndrom) im Jahr 2002/2003 hatte es 349 Todesfälle in Festland-China gegeben, weltweit 774.

Schon in der Nacht hätten Beamten der Gesundheitsbehörde, laut dem Artikel, den Arzt kontaktiert und wollten wissen, warum er die Informationen über das Virus verbreitet habe. Drei Tage später zwang die Polizei den Arzt eine Erklärung zu unterzeichnen, die besagte, dass seine Warnung „illegales Verhalten“ darstelle.

Die Kritik der New York Times-Autoren: „Der anfängliche Umgang der Epidemie durch die Regierung ermöglichte es dem Virus, sich hartnäckig zu halten.“ In diesen kritischen Momenten entschied sich die Regierung dafür, die wachsende Krise geheim zu halten, um offenbar öffentliche Panik und politische Peinlichkeiten zu vermeiden, vermuten die Autoren. Ihrer Ansicht nach habe es eine „konzertierte Offensive“ gegen Meldungen eines Virus-Ausbruchs der chinesischen Behörden gegeben. Die Behörden hätten die Gefahr für die Öffentlichkeit heruntergespielt.

Die New York Times-Autoren haben die sieben Wochen seit dem Auftreten erster Symptome Anfang Dezember und der Entscheidung, Wuhan abzuriegeln, rekonstruiert. Dafür haben sie Interviews mit Bürgern, Ärzten und Beamten der Stadt geführt, sowie Regierungserklärungen und chinesische Medienberichte analysiert.

Die Welt wurde übrigens am 31. Dezember erstmals über die mysteriöse Lungenkrankheit informiert. Am 7. Januar gelang es chinesischen Experten den Erreger 2019-nCoV zu identifizieren.

Update vom 3. Februar, 10.49 Uhr: Und wieder ist die Zahl der Todesfälle um einen weiteren traurigen Rekord gestiegen. Wie die chinesischen Behörden am Montag mitteilten, wuchs die Zahl der Verstorbenen um 57 auf 361 an. 56 der neuen Todesfälle wurden in der Provinz Hubei verzeichnet, von wo die Epidemie ihren Ausgang genommen hatte. Hinzu kommt ein Todesfall in der südwestlichen Millionenmetropole Chongqing.

Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus ist damit schon höher als während der Sars-Epidemie der Jahre 2002 und 2003. An diesem Erreger waren damals in Festlandchina laut der offiziellen Bilanz 349 Menschen gestorben.

Auch die Zahl der Infizierten steig dramatisch. Nach den neuen Angaben des Gesundheitsausschusses der chinesischen Regierung wurden bis Montagmorgen landesweit 2829 weitere Fälle von Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus registriert. Die offizielle Gesamtzahl der Krankheitsfälle nahm damit auf mehr als 17.200 zu.

Coronavirus in China: Trump sicher - „Haben es ausgeschaltet“

Weltweit sind rund 180 Erkrankungen durch das Virus in zwei Dutzend anderen Ländern bestätigt. Nach dem Einreisestopp der USA für alle Chinesen und andere Ausländer, die in China waren, zeigte sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich. „Wir haben es so ziemlich ausgeschaltet, dass es aus China kommt“, sagte Trump am Sonntagabend dem Fernsehsender Fox New. US-Bürger, die in der stark betroffenen Region Wuhan oder der umliegenden Provinz Hubei waren, müssen für zwei Wochen in Quarantäne. In den USA sind acht Fälle bestätigt.

Im Kampf gegen das Corona-Virus hat China in weniger als zwei Wochen das erste von zwei Notkrankenhäusern in Wuhan hochgezogen. Das „Huoshenshan“ („Berg des Vulkan-Gottes“) genannte Hospital in Schnellbauweise hat rund tausend Betten und wurde am Montag eröffnet. Ein zweites Hospital mit mehr als tausend weiteren Betten soll am Mittwoch eröffnet werden.

Erstmeldung vom 2. Februar 2019: Peking - Das Coronavirus in China breitet sich mehr und mehr aus. Zuletzt wurde ein Rekordanstieg an infizierten Menschen vermeldet. Trotzdem immer wieder betont wird, Ruhe zu bewahren, mehrten sich in den vergangenen Tagen die Hiobsbotschaften. So hat das Coronavirus in China bereits über 300 Leben gefordert, am Sonntag lag die Zahl bei 304. Insgesamt stieg die Zahl der infizierten Menschen auf 14.380. In der Nacht auf Sonntag soll es einen Rekordanstieg gegeben haben - mit 2580 neuen Fällen stieg die Zahl so schnell wie noch nie innerhalb eines Tages. 

Coronavirus in China: In weiterer Millionen-Stadt herrscht Ausnahmezustand 

Zudem wurde erstmals seit Ausbruch des Virus eine Millionenmetropole außerhalb der schwer betroffenen Provinz Hubei mit einem Ausgehverbot belegt. In der Stadt Wenzhou dürfen die rund neun Millionen Einwohner nämlich nur noch beschränkt vor die Tür gehen. Wie die Stadtregierung meldete, dürfe jede Familie ein Mitglied auswählen, das alle zwei Tage zum Einkaufen gehen darf. „Andere sollten grundsätzlich nicht das Haus verlassen.“ Wenzhou liegt mehr als 800 Kilometer östlich vom Ursprungsort der Epidemie in Wuhan. 

Coronavirus greift in China um sich: Schulen und Universitäten bleiben vorerst geschlossen

Der öffentliche Nahverkehr wurde ebenso stillgelegt - auch der Überlandverkehr mit Bussen in andere Regionen. In Schulen und Universitäten ist der Betrieb vorübergehend eingestellt worden. Mit mehr als 660 Erkrankten hat die Provinz Zhejiang, in der Wenzhou liegt, nach der Provinz Hubei die zweithöchste Zahl von nachgewiesenen Virusfällen.

Ausnahmen von dem grundsätzlichen Ausgehverbot gelten nur für die medizinische Versorgung und Aufgaben zur Eindämmung und Vorbeugung gegen die Lungenkrankheit.

Auch außerhalb Chinas gab es den ersten Todesfall zu vermelden, der auf das Coronavirus zurückzuführen ist. Zudem ist auch die Zahl der Infizierten in Deutschland gestiegen. 

Die Firma Webasto im Landkreis Starnberg hat die Mitarbeiter ins HomeOffice geschickt. Das bekommt nun eine lokale Gastronomie zu spüren, da deutlich weniger Gäste kommen. 

Auch in Passau werden derzeit zwei Personen untersucht. Sie wurden wegen des Verdachts auf das Coronavirus „vorsichtshalber isoliert“. 

Ein Brite hat mindestens zehn Menschen mit dem Coronavirus angesteckt und gilt nun als „Superverbreiter“.

Die Epidemie hat auch Folgen für die Formel 1 - die Rennserie sagt den Grand Prix von China ab.

Ein Kreuzfahrtschiff mit rund 1200 Menschen hängt in Norwegen fest. Zwei deutsche Passagiere stehen unter Verdacht, mit dem neuartigen Coronavirus infiziert zu ein. 

Kein Land in Europa hat das Coronavirus so schwer getroffen wie Italien. Die Schauspielerin Brigitte Nielsen fürchtet um ihre Kinder, die in dem Land leben.

kus

*Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk

Rubriklistenbild: © dpa / Jiang Wenyao

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