23 Millionen Menschen betroffen

Nicht mehr Arbeiten ohne 3G: Heftige Proteste gegen Corona-Pass in Italien

Ab Freitag (15.10.2021) dürfen alle Berufstätigen in Italien nur noch mit einem Corona-Pass arbeiten. In Rom kommt es zu Ausschreitungen und Protesten.

Rom – In Italien sind tausende Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen einen Corona*-Pass bei der Arbeit zu demonstrieren. Für alle Berufstätigen gilt die 3G-Regel ab Freitag (15.10.2021) verpflichtend. Sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Bereich müssen dann Nachweise über eine Impfung, einen negativen Test oder eine Genesung vorgelegt werden.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, soll ein solcher sogenannter „Grüner Pass“ oder „Green Pass“ die Covid-Lage in Italien nun weiter verbessern. Die 7-Tage-Inzidenz liegt laut Daten der Johns-Hopkins-Universität dort aktuell landesweit bei 29,0 (Stand: 14.10.2021). In Deutschland ist die Corona-Inzidenz wieder leicht gestiegen*.

In Italien gilt künftig ein verpflichtender Corona-Pass an der Arbeit.

Corona-Pass in Italien: Berufstätige müssen künftig 3G nachweisen

Ausschließlich mit einem 3G-Nachweis dürften Berufstätige künftig ihre Arbeitsstätte, beispielsweise Büros, Geschäfte, Gastronomiebetriebe oder Fabriken, betreten. Die neue Regelung betreffe derzeit insgesamt rund 23 Millionen Italienerinnen und Italiener. „Für die Unternehmen und die Angestellten erhöht der Green Pass die Sicherheit am Arbeitsplatz und garantiert die Produktion“, erklärte Maurizio Stirpe, Vizepräsident der Arbeitgeberorganisation Confindustria.

In Schulen sowie im Gesundheits- und Sanitätswesen galt bereits eine Nachweispflicht des Corona-Passes. Nun möchte die Regierung diese Pflicht auf die komplette Arbeitswelt ausweiten. Wer nicht nachweisen kann, dass man geimpft, genesen oder getestet ist, darf nicht arbeiten und bekommt für die Abwesenheit kein Gehalt mehr.

Italien: Corona-Pass in der Arbeit verpflichtend – Tausende demonstrieren

Viele Menschen wollen sich die Nachweispflicht für die Arbeit allerdings nicht vorschreiben lassen. In Rom demonstrierten am vergangenen Samstag (09.10.2021) daher Tausende gegen den Grünen Pass. Dabei kam es vereinzelt zu Ausschreitungen, Zusammenstößen mit der Polizei sowie Verletzten. Auch an diesem Freitag, an dem das Gesetz endgültig in Kraft treten soll, ist eine weitere Großdemonstration in der italienischen Hauptstadt und anderen Städten geplant. Unter anderem hatten der dpa zufolge Arbeitende in Norditalien angekündigt, den wichtigen Adria-Hafen in Triest zu blockieren.

Tausende Menschen demonstrierten am Wochenende in Rom gegen die 3G-Regel.

Auch im Güterverkehr droht ein Chaos, da zahlreiche Fernkraftfahrer aus Osteuropa über kein Covid-Zertifikat verfügen. Doch in Italien will man diesbezüglich standfest bleiben. „Die Regierung darf sich nicht erpressen lassen“, forderte Stirpe. Insbesondere Politikerinnen und Politiker aus dem rechten Spektrum kritisieren die 3G-Regel in der Arbeit und beschimpfen Ministerpräsident Mario Draghi. Wie mittlerweile in Deutschland auch sind Corona-Tests in Italien nicht mehr kostenfrei. Nicht-geimpfte Erwachsene müssten demnach regelmäßig 15 Euro zahlen, um arbeiten zu können.

Draghi wolle in erster Linie mit der Einführung des Grünen Passes die Bevölkerung somit zum Impfen bewegen. Rund 69,49 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner sind bereits vollständig, 85 Prozent der über Zwölfjährigen mindestens einmal geimpft (Stand 14.10.2021). (Alina Schröder) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Cecilia Fabiano/dpa

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