SPD-Politiker will neue Bund-Länder-Runde

Corona: Karl Lauterbach warnt vor „schwerem Winter“ - Kritik an RKI-Chef Wieler von FDP und Grünen

Coronavirus in Deutschland - Covid-19-Dashboard des Robert Koch-Institut 09.10.2021
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Die Sieben-Tage-Inzidenz bewegt sich momentan wenig: Sie liegt laut Angaben des RKI am Samstag bei 64,4, am Vortag waren es noch 63,8.

Corona in Deutschland: SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach regt eine neue Bund-Länder-Runde an. Derweil wird Kritik an RKI-Chef Wieler laut. Alle Infos im News-Ticker.

  • Corona* in Deutschland: Die Inzidenz bleibt laut Robert-Koch-Institut* konstant (siehe Erstmeldung).
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach regt eine neue Bund-Länder-Runde an (siehe Erstmeldung).
  • Fälle von Depressionen und Panikattacken steigen durch Corona weltweit (siehe Update vom 9. Oktober, 11.56 Uhr).
  • Dieser News-Ticker wird fortlaufend aktualisiert.

Update vom 9. Oktober, 20.45 Uhr: Jan Josef Liefers wirft Deutschland in der Corona-Krise vor, auf Ungeimpfte Druck „bis an den Rand der Erpressung“ auszuüben. Karl Lauterbach* ist auf Twitter außer sich.

Update vom 9. Oktober, 18.30 Uhr: Laut einem Bericht kommen am Montag die Gesundheitsminister der Länder mit Jens Spahn (CDU) zu den Corona-Regeln in Deutschland* zusammen. Der Arbeitsplatz soll im Fokus stehen.

Update vom 9. Oktober, 16.30 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mahnt, die Pandemie nicht aus den Augen zu verlieren*. Er fordert eine „intensivere Nutzung der 2G-Regel“ und eine baldige Bund-Länder-Runde.

Corona in Deutschland: Mehr Menschen leiden durch die Pandemie an Depressionen

Update vom 9. Oktober, 11.56 Uhr: Depressionen und Panikattacken stiegen im ersten Corona-Jahr weltweit um ein Viertel. Insgesamt litten global 52 Millionen mehr Menschen an Depressionen, als dies ohne die Pandemie der Fall gewesen wäre. Das berichtet die Presseagentur AFP unter Berufung auf eine Studie in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet.

Die Ergebnisse basieren auf Daten aus Europa, Nordamerika und Ostasien. Die Studie ergab einen engen Zusammenhang zwischen Covid-Fallzahlen, Bewegungseinschränkungen und erhöhten Raten von Depressionen und Angstzuständen. In Ländern, die von Corona stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, fanden die Forscher auch die größten psychischen Belastungen. Frauen waren unverhältnismäßig stark betroffen, da in vielen Ländern gesundheitliche und soziale Unterschiede noch verstärkt wurden.

Gerade Frauen übernehmen oft „Care-Arbeit“, etwa die Betreuung Angehöriger oder Haushaltspflichten. Ebenfalls stach die Gruppe der jungen Menschen zwischen 20 und 24 Jahren heraus. Auch bei ihnen schlug die Pandemie besonders stark auf die Psyche, etwa aufgrund der Schließung von Schulen und Hochschulen.

Der Hauptautor der Studie Damian Santomauro, von der School of Public Health der University of Queensland in Australien sieht nun Handlungsbedarf. Psychosoziale Dienste sollen aus seiner Sicht „dringend gestärkt werden, um die wachsende Belastung durch schwere Depressionen und Angststörungen weltweit zu bewältigen.“ Das sei eine Herausforderung, aber Nichtstun sei keine Lösung.

Corona-Impfquote in Deutschland höher als gedacht: Kritik an RKI-Chef Wieler

Update vom 9. Oktober, 9.39 Uhr: Politiker der FDP und Grünen kritisieren den Chef des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler*. Am Donnerstag hatte das RKI eingestanden, dass die Anzahl der geimpften Menschen in Deutschland lange Zeit zu niedrig angegeben wurde.

Die Verzerrung betrug rund fünf Prozentpunkte: Demnach sind nicht 75,4 Prozent wie bislang angegeben, sondern 80 Prozent in der Erwachsenenbevölkerung vollständig geimpft. Bei den einmal Geimpften liegt der korrekte Wert bei 84 Prozent statt bei 79,1 Prozent.

Die FDP fordert laut Bild, dass „dem RKI künftig politische Unabhängigkeit“ garantiert werde. Grünen-Politiker Dieter Janecek sagte der Bild, dass er eine Mitverantwortung von Lothar Wieler für die langen Schulschließungen sehe.

Corona in Deutschland: Sieben-Tage-Inzidenz konstant

Meldung vom 9. Oktober, 8.55 Uhr:

Berlin - Das Robert-Koch-Institut meldete am Samstagmorgen 65 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona. Vor einer Woche lag die Zahl bei 66. Innerhalb von 24 Stunden wurden dem RKI 8854 Corona-Neuinfektionen gemeldet, eine Woche zuvor gab es 8517 neue Ansteckungen.

Der Hospitalisierungsindex lag am Freitag bei 1,67. Dieser Wert bezeichnet die innerhalb von sieben Tagen in Krankenhäuser aufgenommenen Corona-Patienten, gerechnet auf je 100.000 Einwohner in Deutschland. Im Vergleich zur Vorwoche gab es hier keine Veränderung. Ein allgemeiner Schwellenwert ist für den Hospitalisierungsindex nicht vorgesehen, da es deutschlandweit große regionale Unterschiede gibt. Der bisherige Höchstwert lag bei 15,5.

Seit Beginn der Pandemie gab es 4.302.661 nachgewiesene Corona-Infektionen in Deutschland, wobei die Dunkelziffer vermutlich deutlich höher liegt.

Karl Lauterbach will neue Bund-Länder-Runde, um Corona-Regeln und Booster-Impfungen zu besprechen

Der Arzt und Politiker Karl Lauterbach erinnert während der noch laufenden Koalitionsverhandlungen daran, die Corona-Pandemie nicht aus dem Blick zu verlieren. „In der Pandemie stehen sehr viele Entscheidungen an - von den Corona-Regeln bis zu den
Booster-Impfungen. Wir dürfen [...] nicht den Überblick verlieren“, sagte er der Funke-Mediengruppe am Samstagmorgen.

Wenn keine gefährlichere Virusvariante auftrete, werde die Pandemie im späten Frühjahr 2022 aus seiner Sicht vorbei sein. Allerdings gäbe es einen schweren Winter, wenn die nötige Impfquote nicht erreicht werde. Die Schutzmaßnahmen brauche es daher weiterhin. Um den Impfanreiz zu fördern, schlägt der SPD-Gesundheitsexperte vor: „Wir sollten die 2G-Regel intensiver nutzen, also nur Geimpften und Genesenen den Zugang zu Restaurants, Kinos oder Veranstaltungen ermöglichen.“

Lauterbach wird als möglicher nächster Gesundheitsminister gehandelt*. Darauf angesprochen gab er an, weder öffentlich noch im Privaten über Ministerposten zu spekulieren, fügte aber hinzu: „Falls jemand gesucht wird, der in dem Bereich eine gewisse Erfahrung mitbringt, dann würde ich darüber nachdenken.“ *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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