Alle Entwicklungen im News-Ticker

Corona-Lage in Deutschland weiter extrem angespannt - Mediziner mahnt: „Kommen um echten Lockdown nicht herum“

Deutschland ächzt weiterhin unter der Last zweiten Corona-Welle. Die Neuinfektionen und Todesfälle hatten am Freitag einen Höchstwert erreicht - nun folgen die Zahlen für Samstag.

  • Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Die Corona-Fallzahlen erreichen am Freitag (11. Dezember) ihren bisherigen Höchstwert.
  • Die einzige gute Nachricht: Der Samstag, 12. Dezember, bringt keine neuen Rekordwerte (Update vom 12. Dezember, 7.37 Uhr).
  • Der Landkreis Görlitz hat eine 7-Tage-Inzidenz von 650 überschritten.
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 15.12.2020 finden Sie hier.

Update vom 12. Dezember, 22.10 Uhr: Aufgrund anhaltend hoher Corona-Zahlen soll in Deutschland spätestens ab Mittwoch ein harter Lockdown gelten. Darauf sollen sich die Chefs der Staats- und Senatskanzleien der Länder am Samstagabend mit dem Kanzleramt verständig gaben. Davon berichtete das Wirtschaftsmagazin Business Insider. Das Kanzleramt befürworte den Dienstag als Starttermin. Der geplante Lockdown soll demzufolge vorerst bis zum 10 Januar gelten. Am 4. Januar soll über eine Verlängerung beraten werden.

Update vom 12. Dezember, 21.20 Uhr: In Nordrhein-Westfalen haben sich in einem Landkreis nach einem Gottestdienst dutzende Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Der Landkreis gilt bereits als Corona-Hotspot mit einer 7-Tage-Inzidenz über 300.

Update vom 12. Dezember, 19.45 Uhr: Der ostsächsische Landkreis Görlitz überschreitet einen 7-Tage-Inzidenzwert von 650. Wie der Landkreis am Samstag meldete, verzeichnet der Landkreis 654,07 Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Als eigentlicher Grenzwert gilt eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50. Das RKI hatte die Inzidenz am Samstagmorgen mit 457,8 angegeben. Der große Unterschied ergibt sich aus verzögerten Meldungen.

Deutschlandweit ist Görlitz damit nach Stand vom 12. Dezember Hotspot Nummer eins und überholt den Landkreis Regen, der laut RKI eine Inzidenz von 572,3 verzeichnet. Insgesamt sind 4011 Menschen in Görlitz mit dem Coronavirus infiziert. Hiervon befinden sich 227 Menschen in stationärer Behandlung.

Coronavirus: Vor hartem Lockdown - Innenstädte in Deutschland voll

Update vom 12. Dezember, 18.15 Uhr: In Deutschland haben viele Menschen vor dem drohenden harten Lockdown den Samstag noch einmal genutzt, um Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Die Innenstädte waren gut besucht, wie beispielsweise ein Bild aus Erfurt veranschaulicht. Auch in Nürnberg zog es die Menschen in die Innenstadt.

Es sei der stärkste Tag im Weihnachtsgeschäft gewesen, sagte der Bernd Ohlmann. Die Umsätze lägen trotzdem noch knapp 25 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Auch in Niedersachsen und Bremen nutzen die Kunden den vielleicht letzten Einkaufssamstag vor Weihnachten. „Im Vergleich zu den Vorwochen merkt man, dass mehr Menschen da gewesen sind“, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbandes Niedersachsen-Bremen, Mark Alexander Krack.

Zahlreiche Menschen waren am Samstag in der Fußgängerzone in Erfurt unterwegs.

Corona in Deutschland: Mediziner fordert Maßnahmen „so früh wie möglich“

Update vom 12. Dezember, 17.15 Uhr: Kurz vor den Beratungen zwischen Bund und Ländern am Sonntag mehren sich die Rufe nach einem schnellen und harten Lockdown. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte der Welt am Sonntag: „Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren. Wir brauchen einen kompletten Lockdown.“ Die Zahlen seien „so schlimm wie nie“, sagte er mit Blick auf die aktuellen Neuinfektionen und Covid-19-Todesfälle (siehe Update 12. Dezember, 7.37 Uhr).

Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD) forderte in der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag) bundesweit einheitliche „Regelungen, die stärker wirken“. Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis appellierte indes in einem Interview mit der FAZ, dass „so früh wie möglich“ weitere Einschränkungen veranlasst werden sollten. „Um das Weihnachtsfest möglichst sicher zu machen, würde ich sagen: Montag. Wir sollten nicht bis Weihnachten warten. Wer die Zahlen sieht, muss feststellen: Da kommen wir um einen echten Lockdown nicht herum. Wer jetzt noch sagt, wir können mit dem Lockdown light so weitermachen, der hat‘s nicht verstanden. Lieber jetzt radikal runter und dann im Januar wieder lockern, auch im Wissen, dass die Zahlen dann wieder steigen werden.“

Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer wollen am Sonntag ab 10 Uhr über eine Verschärfung der geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beraten.

Coronavirus in Deutschland: Oberbürgermeister von Frankfurt entsetzt Virologin mit Aufruf an die Bürger

Update vom 12. Dezember, 14.05 Uhr: Während Deutschland kurz vor einem kompletten Lockdown steht, sorgt Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) mit einer Aktion für Aufsehen. Durch ein vergünstigtes ÖPNV-Ticket sollen Menschen zum Weihnachtsshopping in der Innenstadt animiert werden. Die Virologin Sandra Ciesek reagierte mit Unverständnis.

Die Maskenpflicht ist eine viel diskutierte Maßnahme zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Eine neue Studie zeigt nun, dass sie das Infektionsrisiko deutlich verringert. Forscher verglichen dabei Daten aus Jena, das als erste Stadt in Deutschland eine Maskenpflicht einführte, mit denen anderer deutscher Städte.

Corona in Deutschland: Altmaier drängt zu schnellem Handeln noch vor Weihnachten

Update vom 12. Dezember, 11.20 Uhr: „Wir müssen jetzt klären, wie es weitergeht. Sonst gerät der Pandemie-Verlauf vollständig außer Kontrolle“, erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Man könne auf gar keinen Fall bis nach Weihnachten warten, ehe man reagiere. „Das Infektionsgeschehen hat sich in den letzten drei Tagen dramatisch beschleunigt. Wir sind wieder in einer Phase exponentiellen Wachstums und sehen, dass die ersten Intensivstationen an ihre Kapazitätsgrenzen gelangen“, sagte Altmaier.

Sowohl im privaten Bereich als auch im öffentlichen Raum müssten Kontakte drastisch reduziert werden. Ins Visier genommen werden müssten Bereiche, die möglichst wenig ins wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eingreifen. „Aber klar ist: Das wird nicht zum Nulltarif gehen“, sagte Altmaier. Bereits zuvor hatte er höhere Corona-Hilfen im Fall eines harten Lockdowns in Aussicht gestellt.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier drängt in der Corona-Pandemie zu schnellem Handeln noch vor Weihnachten. (Archivbild)

Einer Homeoffice-Pflicht erteilte der Bundeswirtschaftsminister eine Absage. „Ich halte wenig davon, in die betriebliche Praxis hinein zu dirigieren“, sagte Altmaier. Für neue Rechtsansprüche sei jetzt, wo viele Unternehmen ums Überleben kämpften, einfach keine Zeit. Der Staat habe an die Wirtschaft appelliert, Beschäftigte wo immer möglich ins Homeoffice zu schicken. Die Reduzierung von Kontakten sei aber auch am Arbeitsplatz organisierbar.

Corona in Deutschland: Lage weiter dramatisch - mehr als 28.000 Neuinfektionen

Update vom 12. Dezember, 7.37 Uhr: Die Corona-Lage in Deutschland ist weiter dramatisch. Aus den neuen Zahlen lässt sich nur eine gute Nachricht herauslesen: Der Samstag bringt keine neuen Rekordwerte mit sich. Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 28.438 neue Corona-Infektionen übermittelt. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor. Der Höchststand war am Freitag mit 29.875 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Samstag hatte die Zahl bei 23.318 gelegen. Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 496 neue Todesfälle.

Der bisherige Höchstwert von 598 Toten war am Freitag erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 21 466. 

Insgesamt zählt das Robert Koch-Institut seit Beginn der Pandemie 1.300.516 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 12.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 957.500 Menschen inzwischen genesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,11 (Vortag: 1,03). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 111 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Neuer Corona-Rekord in Deutschland - R-Wert über 1

Update vom 11. Dezember, 22.04 Uhr: Die Neuinfektionen in Deutschland erreichen nach übereinstimmenden Medienberichten mit 27.599 am Freitag einen neuen Rekord. Bundesweit haben sich seit Beginn der Pandemie 1.287.141 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das geht unter anderem aus Zählungen von Spiegel und Focus, die die Daten der Gesundheitsämter der Bundesländer addieren, hervor. Besonders in NRW (5.555), Bayern (4.944) und Baden-Württemberg (3.798) gab es viele neue Fälle.

Binnen eines Tages stiegen die Todesfälle um 524 an und stehen nun bei 21.228. Laut RKI sind 942.000 Menschen genesen. Die aktiven Fälle belaufen sich also auf 323.814. Der R-Wert stieg von 0,9 auf 1,02. 100 Infizierte stecken also 102 weitere mit Corona an.

Saarland kassiert Weihnachts-Lockerung wieder ein

Update vom 11. Dezember, 22.03 Uhr: Im Saarland werden die Kontaktbeschränkungen nun doch nicht für die Weihnachtszeit gelockert. Tobias Hans (CDU) und seine Stellvertreterin Anke Rehlinger (SPD) teilten dies am Freitag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Saarbrücken mit. „Klar ist jetzt schon, dass Corona unseren Hoffnungen auf ein möglichst unbeschwertes Weihnachtsfest einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und an einem harten Lockdown kein Weg vorbeiführt“, sagte Hans.

Nach der bisherigen Planung sollten sich im Saarland zwischen dem 23. und dem 27. Dezember Angehörige eines Haushaltes mit höchstens zehn weiteren Menschen aus drei weiteren Haushalten oder „dem familiären Bezugskreis“ treffen dürfen, Kinder bis 14 Jahre nicht eingerechnet.

Coronavirus Deutschland: Gipfel-Termin steht fest

Update vom 11. Dezember, 21.17 Uhr: Der Termin steht nun fest: Der Krisengipfel von Bund und Ländern, um einen bundesweiten harten Lockdown zu besprechen, findet am Sonntag statt. Ab 10.00 Uhr soll es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Schaltkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten geben. Über den genauen Zeitpunkt gab es lange Unklarheit. Erwartet wird eine Entscheidung über einen bundesweiten Lockdown. Einige Bundesländer haben bereits verschärfte Einschnitte in das private und öffentliche Leben beschlossen.

Coronavirus Deutschland: Sachsen verhängt Lockdown

Update vom 11. Dezember, 19.27 Uhr: Sachsen macht dicht: Das Bundesland verhängt zur Eindämmung der Corona-Pandemie von Montag an einen Lockdown und fährt das öffentliche Leben herunter. Die Maßnahmen beschloss das Kabinett am Freitagabend in Dresden in seiner neuen Corona-Schutzverordnung. Schulen, Kitas und Horte bleiben demnach zu, ebenso zahlreiche Geschäfte im Einzelhandel. Der Lockdown soll bis zum 10. Januar dauern.

In besonders betroffenen Gebieten soll es zwischen 22 und 6 Uhr Ausgangsbeschränkungen geben. Die nächtlichen „Ausgangssperren“, kündigte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) an. Sie sollen von einem Inzidenzwert von 200 an greifen. Dann darf das Haus nur aus triftigen Gründen verlassen werden. Zum Einkaufen und für Sport gilt ein 15-Kilometer-Radius um das eigene Wohnumfeld.

Köpping verwies auf die drastisch gestiegenen Infektionszahlen in Sachsen. Das mache sie sehr besorgt. 2754 Patienten befänden sich im Krankenhaus, davon 494 auf Intensivstationen. „Ich will damit sagen, dass die Lage in Sachsen nach wie vor ernst ist.“ Deshalb habe man die neue Schutzverordnung beschlossen. „Das Land muss zur Ruhe kommen“, betonte die Ministerin.

Bremen nimmt Lockerungen für Weihnachten und Silvester zurück

Update vom 11. Dezember, 18.42 Uhr: Wegen der steigenden Zahl an Corona-Infektionen und Toten nimmt auch Bremen die geplanten Lockerungen für Weihnachten und Silvester zurück. Damit dürfen sich auch an den Festtagen höchstens fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen, zuzüglich Kindern. „Wir müssen eine Überlastung unseres Gesundheitssystems verhindern“, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) nach einer Sondersitzung des Senats.

Die Schulen sollen offen bleiben, allerdings wird ab kommenden Mittwoch bis zum 23. Dezember die Präsenzpflicht aufgehoben. Schülerinnen und Schüler können so bis zu den Weihnachtsferien zuhause lernen. Der Verkauf von alkoholischen Getränken zum Mitnehmen wie etwa ein Becher Glühwein wird von Montag an vorerst verboten.

Ältere Menschen müssen aus Sicht der Bremer Landesregierung dringend besser geschützt werden. „Es muss flächendeckend getestet werden“, so Bovenschulte. Für das Personal sowie für Besucherinnen und Besucher brauche es Schnelltests. Für den Einzelhandel zeichnet sich dem Regierungschef zufolge eine Schließung an.

Brandenburg plant Ausgangsbeschränkung und Ladenschließungen

Update vom 11. Dezember, 17.23 Uhr: Das Bundesland Brandenburg plant eine drastische Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Im Entwurf der neuen Verordnung, über den sich das Kabinett am Freitag verständigte, ist eine Ausgangsbeschränkung mit Ausnahmen vorgesehen. Im Entwurf ist auch die Schließung von Läden geplant - außer etwa Supermärkten, Drogerien und Apotheken.

Schulen sollen vom 16. Dezember für Schüler ab der siebten Klasse den Präsenzunterricht schließen, ausgenommen Abschlussklassen. Hinzu kommt laut Regierung ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit. Der Kabinettsbeschluss soll spätestens am Dienstag fallen.

Update vom 11. Dezember, 17.08 Uhr: Schlechter Überblick über Covid-19-Regeln? Als Winfried Kretschmann Corona-Ausgangsbeschränkungen für Baden-Württemberg verkündet, passiert dem Landeschef ein Missgeschick. Und nicht nur das.

Update vom 11. Dezember, 16.37 Uhr: In der Corona-Pandemie wurde immer wieder der Unterricht an Schulen eingeschränkt. Die zweite Welle bringt eine Diskussion erneut ins Rollen: Müssen wir dicht machen? Eine neue Studie lässt nur diesen Schluss zu.

Update vom 11. Dezember, 14.17 Uhr: Kretschmer schließt sich seinen politischen Kollegen an und stellt sich hinter einen bundesweiten harten Lockdown. Man sei mit Maßnahmen „spät dran“. Der Einzelhandel müsste erneut schließen. Er unterstreicht, dass die Umsetzung der neuen sächsischen Corona-Maßnahmen ab dem 14. Dezember oberste Priorität habe.

„Wir erleben eine gespaltene Gesellschaft“, erklärt er. Noch vor kurzem habe es ausschließlich Nachrichten mit Aufforderungen zu Lockerungen der Maßnahmen gegeben. „Als vollkommene Verkennung der Situation in Deutschland“, beschreibt er diese Forderungen. Die Bevölkerung müsse mehr Disziplin zeigen, „ein leichtfertiger Umgang“ sei unentschuldbar. Wirte und Hoteliers hätten ihre Betriebe geschlossen, sie würden nun zu Recht erwarten, dass sich auch alle anderen an die Regeln halten.

Corona-Pandemie in Deutschland: Sachsens Ministerpräsident ruft zu mehr Disziplin auf

Update vom 11. Dezember, 14.04 Uhr: Es geht Schlag auf Schlag. Nachdem sich im Laufe des Tages bereits viele Politiker für einen schnellen, harten Lockdown ausgesprochen haben, nimmt nun auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zur Lage Stellung und verkündet das weitere Vorgehen für sein Bundesland.

Besonders die Situation in den Krankenhäusern beunruhigt den Politiker. „Vor nicht einmal zehn Tagen hat mir ein Klinikum in Sachsen von seiner Sorge berichtet, die medizinische Versorgung über Weihnachten nicht mehr gewährleisten zu können“, erklärt er. Die strengen sächsischen Maßnahmen seien unumgänglich, um das Gesundheitssystem zu entlasten und die „Pandemie wieder unter Kontrolle“ zu bekommen. Die Intensivbetten seien knapp, das medizinische Personal arbeite „bis zur Erschöpfung“.

Nächtliche Ausgangsbeschränkung in Baden-Württemberg: Kretschmann fährt harten Kurs

Update vom 11. Dezember, 12.11 Uhr: Aufgrund der „dramatischen Entwicklungen“ habe seine Regierung beschlossen, zwischen 20 Uhr und fünf Uhr eine Ausgangsbeschränkung für Baden-Württemberg zu verhängen, erklärt Kretschmann. Nur zwischen dem 23. und dem 27. Dezember dürfe man auch abends private Veranstaltungen besuchen. An allen anderen Tagen muss ein triftiger Grund vorliegen. Tagsüber gelten mehr Ausnahmen für die Beschränkungen. Dazu zählt. zum Beispiel auch Einzelsport. Flanieren sei nicht möglich, man brauche einen konkreten Grund, um sich im öffentlichen Raum aufzuhalten. Die Maßnahmen treten morgen in Kraft und gelten für vier Wochen.

Corona in Deutschland: Baden-Württemberg reagiert auf „dramatische Lage“

Update vom 11. Dezember, 12.03 Uhr: Nach Spahn und Söder, äußerte sich auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zur Situation in seinem Bundesland. Jetzt spricht auch Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Die Lage sei dramatisch, unterstreicht der Grünen-Politiker gleich zu Beginn. Besonders betroffen seien ältere Menschen, die ein höheres Risiko für schwere Krankheitsverläufe hätten. „Die Zahl der Todesfälle ist erschreckend hoch“, so Kretschmann.

Deswegen müsse man sich nun auch von milderen Maßnahmen verabschieden, auf die man zuerst gehofft hatte. „Wir müssen die Zahlen schnell und radikal drücken“, betont er, um die Kontrolle über die Pandemie zurückzuerlangen. Er schätzt die Dunkelziffer an Neuinfektion auf vier bis fünf Mal so hoch wie die offiziellen Angaben.

Harter Lockdown in Deutschland? Jens Spahn fordert entschlossenes Handeln

Update vom 11. Dezember, 11.47 Uhr: „Wir können stolz sein“, unterstreicht Spahn mit Blick auf den Impfstoff. Die schnelle Entwicklung sei ein großer Erfolg. Er kündigt über 400 Impfzentren in ganz Deutschland an, die von mobilen Teams unterstützt werden. So will man auch Senioren und Pflegebedürftige besser erreichen. „Es wird zu Beginn nicht genügend Impfstoff für alle geben, die wollen“, warnt er. Zuerst gelte es Risikogruppen zu schützen.

Aber mit den zu erwartenden Impfstoffzulassungen „die Perspektive auf Normalität in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres“

Update vom 11. Dezember, 11.43 Uhr: Jetzt spricht Jens Spahn und beginnt mit den aktuellen Todeszahlen. „598 Menschen sind in den letzten 24 Stunden gestorben“, erklärt der Gesundheitsminister. Der Diskurs dürfe nicht nur um volle Glühweinstände und Innenstädte gehen, man müsse auch mehr über volle Intensivstationen in Krankenhäusern sprechen.

„Es braucht entschlossenes staatliches Handeln“, betont Spahn. Es brauche „ohne Zweifel auch bundesweit einheitlich
zusätzliche Maßnahmen - besser früher als später“. „Wir könnten uns nicht verzeihen, wenn Weihnachten nur ein Fest für das Virus wird“. Er fordert daher zusätzliche Maßnahmen und bürgerliche Verantwortung. Zusammenstehen, zusammenhalten und aufeinander acht zugeben, sei jetzt wichtig. „Das Wir ist wichtiger als das Ich“, sagt er mit Blick auf den Verzicht.

Corona in Deutschland: Markus Söder mit Hoffnung und Besorgnis - „Der Impfstoff ist kein Zaubertrank“

Update vom 11. Dezember, 11.39 Uhr: „Es läuft uns in Deutschland wieder davon. Wir müssen so schnell wie möglich handeln“, gibt Söder aber auch zu bedenken. Die Infektionszahlen seien besorgniserregend. Man dürfe keinen Tag verlieren. Er ist sicher, dass man nicht bis nach Weihnachten warten dürfe und deutet damit auch einen harten Lockdown noch vor den Feiertagen an.

Söder ist entschlossen im Zweifelsfall auch mit den Nachbarländern im Süden eine Einigung zu finden, sollte man in den anstehenden Besprechungen keine bundesweite Lösung finden. „Gesundheitsschutz steht an oberster Stelle“, betont er. Die Schließungen von Geschäften vor Weihnachten und ein Vorziehen der Schulferien schließt er nicht aus.

Update vom 11. Dezember, 11.33 Uhr: Nach einem Besuch eines Impfzentrums in Nürnberg sprechen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einer Pressekonferenz. Rund 1000 Leute sollen dort täglich geimpft werden können. Geöffnet soll es künftig sieben Tage die Woche sein.

„Es ist heute ein Tag der Hoffnung aber auch der ganz großen Besorgnis“, beginnt Söder seine Ansprache. Die Impfstrategie und die Infrastruktur, die momentan aufgebaut werden, seien ein Zeichen der Hoffnung. Man müsse aber bedenken, dass uns die Corona-Pandemie noch einige Zeit begleiten werde. „Der Impfstoff ist kein Zaubertrank“, mahnt Söder.

Corona-Pandemie in Deutschland: Schleswig-Holstein will sofortigen Krisengipfel

Update vom 11. Dezember, 11.24 Uhr: Aus Schleswig-Holstein kommt eine klare Forderung: ein sofortiger Krisengipfel von Bund und Ländern, um einen bundesweiten harten Lockdown zu besprechen. Das Treffen soll „am besten“ noch am Freitag stattfinden, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Freitag im Kieler Landtag. Zuvor war bekannt geworden, dass eine Sitzung für Sonntag geplant ist. Das ist dem CDU-Politiker offenbar nicht schnell genug.

In der jetzigen Situation könne „kein Tag Zeitverzögerung“ mehr verantwortet werden, fügte er an. Deutschland befinde sich in einer schweren „Prüfung“. Einziger Ausweg sei „ein klarer Lockdown so schnell wie möglich“, fügte der Regierungschef bei seinem emotionalen Auftritt an. . Er werde darauf im Kreis der Ministerpräsidenten dringen. Deutschland stehe „eine unglaublich harte Zeit bis Ostern“ bevor, er bitte alle Bürger inständig um Solidarität und strikte Befolgung der Eindämmungsregeln.

Harter Lockdown vor Weihnachten: Innenminister Seehofer will schnelle Entscheidungen sehen

Update vom 11. Dezember, 10.50 Uhr: Kommt der harte Lockdown jetzt doch schneller als gedacht? Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will nicht bis Weihnachten warten und drängt auf schnelle Entscheidungen. „Die einzige Chance, wieder Herr der Lage zu werden, ist ein Lockdown, der aber sofort erfolgen muss“, sagt der CSU-Politiker dem Spiegel. „Warten wir bis Weihnachten, werden wir noch Monate mit den hohen Zahlen zu kämpfen haben“.

Richtig Wut im Bauch hat der Innenminister. Die aktuelle Situation verärgere ihn. Denn den Vorteil aus dem Frühjahr habe man verspielt. Verantwortlich macht Seehofer dafür aber nicht die Bürger, sondern „unzureichende Maßnahmen“. Er habe schon Ende Oktober das Gefühl gehabt, dass manche Länderregierungen die Pandemie nicht ernst genug genommen hätten. „Ich habe danach schlecht geschlafen“, erklärt er.

Chef der Berliner Charité schlägt Alarm: Deutschen Kliniken droht die Überlastung

Update vom 11. Dezember, 9.39 Uhr: Sehr deutlich warnt Heyo Kroemer, Chef der Berliner Charité, in den ARD-Tagesthemen vor einer Überlastung der deutschen Kliniken.  „Wir sind schon sehr bald an der Grenze des Machbaren“, warnte er eindringlich. „Die Zahl der freien Intensivbetten, die in Deutschland häufig kommuniziert wird, suggeriert meines Erachtens einen falschen Tatbestand“, erklärt Kroemer. Frei sei ein Intensivbett nur, wenn daneben auch die entsprechende medizinische Ausrichtung und Personal zur Verfügung stünden. Von solchen Betten gebe es „nicht mehr sehr viele freie in der Bundesrepublik“. Auch Ärzte und Pfleger seien nahe an der Belastungsgrenze.

„Die Lage ist sehr angespannt“, sagt Kroemer auch mit Blick auf sein eigenes Klinikum. Von 442 Intensivbetten seien in der Charité 129 mit Covid-positiven Patienten belegt. Die Zahl mag niedrig klingen, doch er betont: Diese Patienten müssten besonders intensiv betreut werden. Etwa 70 Prozent müssen beatmet werden. Noch sei die Situation in der Charité aber beherrschbar.

Harter Lockdown in ganz Deutschland? Am Sonntag entscheiden Bund und Länder

Update vom 11. Dezember, 9.04 Uhr: Am Sonntag soll die Entscheidung über einen bundesweiten harten Lockdown fallen. Das berichtet Bild. In einem Spitzengespräch wollen sich Bund und Länder über das weitere Vorgehen abstimmen und verschärfte Maßnahmen besprechen.

Einzelne Bundesländer ziehen angesichts der unvermindert hohen Fallzahlen schon jetzt Konsequenzen. Baden-Württemberg hat nun angekündigt nach Weihnachten in einen harten Lockdown zu gehen. Die Maßnahmen sollen mindestens bis zum 10. Januar andauern. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte am Freitag an, zur Not eine gemeinsame Lösung mit den Nachbarländern Baden-Württembergs anzustreben, sofern keine bundeseinheitliche Lösung gefunden werden könne.

Corona in Deutschland: Traurige Höchststände bei Neuinfizierten und Toten

Update vom 11. Dezember, 6.14 Uhr: Höchststand in Deutschland - und das gleich zweimal. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 29.875 neue Corona-Fälle, wie aus Zahlen vom Freitagmorgen hervorgeht - so viele wie noch nie zuvor. Das sind über 6000 mehr als noch am Vortag. Bereits da gab es mit 23.679 Fällen schon einen Rekord. Das RKI meldete am Freitag mit 598 neuen Todesfällen außerdem noch einen weiteren Rekord. Der bisher höchste Tagesstand von 590 Toten war am Mittwoch erreicht worden.

Insgesamt zählt das RKI seit Beginn der Pandemie 1.272.078 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 10.12., 0 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 942.100 Menschen inzwischen genesen. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstag bei 1,03 (Vortag: 0,99).

Harter Corona-Lockdown in Deutschland? Erschreckende Zahlen im Vergleich zu den USA

Update vom 10. Dezember, 22 Uhr: Deutschland steuert in der Coronavirus-Pandemie weiter auf einen harten Lockdown zu.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist unvermindert hoch, das gilt auch für die Anzahl der Covid-19-Todesfälle. Laut Erhebungen der Johns Hopkins Universität wuchs die Zahl der Todesopfer, die in der Bundesrepublik an oder mit der heimtückischen Lungenkrankheit starben, von 20.460 am Morgen auf 20.737 am Donnerstagabend, Stand 21.45 Uhr.

Am Freitagmorgen werden die neuen, offiziellen Zahlen des Robert Koch Instituts (RKI) erwartet.

Corona-Pandemie in Deutschland: Immer mehr Landkreise verhängen nächtliche Ausgangssperren

Update vom 10. Dezember, 20.10 Uhr: Immer mehr Landkreise und Stadtkreise entscheiden sich wegen Covid-19 deutschlandweit für nächtliche Ausgangssperren und öffentliche Alkoholverbote.

In Hessen ist dies zum Beispiel im Landkreis Limburg-Weilburg (7-Tage-Inzidenz 209,7) der Fall. Hof in Bayern geht noch weiter. In der oberfränkischen Stadt sind keine privaten Treffen mehr erlaubt, wie die Behörden bei einer Pressekonferenz am Donnerstag mitteilten. Ab Montag bleiben in der Kleinstadt (46.000 Einwohner) und dem dazugehörigen Landkreis zudem alle Schulen geschlossen. Die verschärften Regelungen gelten vorerst bis 18. Dezember.

Die 7-Tage-Inzidenz in Hof lag laut Robert Koch Institut (RKI) an diesem Donnerstag bei mehr als 410 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Viele Corona-Tote in der Bundesrepublik

Update vom 10. Dezember, 18 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zuletzt wegen der steigenden Zahl an Corona-Toten in Deutschland mit einem dramatischen Appell für Verständnis für härtere Covid-19-Ausgangsbeschränkungen in der Bundesrepublik geworben.

Ein Vergleich zeigt, dass sich die Zahl der Coronavirus-Todesfälle in Deutschland im Verhältnis zur Einwohnerzahl zuletzt teils den Zahlen aus dem Covid-19-Hotspot USA angenähert hat. Die Ippen Digital Zentralredkation Süd hat dazu die Todesfälle im Verhältnis zu einer Million Einwohner miteinander verglichen. Als Quellen dienten die Erhebungen des Robert Koch Instituts (RKI/Deutschland) und der New York Times (USA).

Corona-Todesfälle je Million in DeutschlandCorona-Todesfälle je Million in den USA
5. Dezember5,86,7
6. Dezember3,13,4
7. Dezember1,84,7
8. Dezember5,18,0
9. Dezember7,19,3

In Deutschland leben laut Angaben des Statistischen Bundesamtes aktuell etwa 83,1 Millionen Menschen, in den Vereinigten Staaten verschiedenen Quellen zufolge 328,5 Millionen Menschen.

Corona-Pandemie in Deutschland: Details zu Covid-19-Impfungen in Baden-Württemberg und Bayern

Update vom 10. Dezember, 17.45 Uhr: In Deutschland warten viele Politiker, Bürger und Mediziner sehnsüchtig auf den Impfstoff gegen das heimtückische Coronavirus. In diesem Jahr wird es aber wohl nichts mehr mit großflächigen Covid-19-Impfungen, zumindest im Süden der Republik nicht.

Die baden-württembergische Landesregierung in Stuttgart rechnet nicht mehr mit einer ersten Lieferung des Impfstoffes vor Weihnachten. Zwar erwarte man noch dieses Jahr die ersten Lieferungen vom Bund, aber nicht mehr vor Weihnachten, bestätigte eine Sprecherin des Sozialministeriums auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

„Die Signale gehen eher Richtung Ende des Monats“, sagte sie. Die zentralen Impfzentren stünden allerdings planmäßig bereits ab 15. Dezember bereit, um loslegen zu können mit dem Impfen. Baden-Württemberg rechnet auf Grundlage einer Berechnung durch den sogenannten Königsteiner Schlüssel in einer ersten Tranche mit gut 600.000 Impfstoff-Dosen.

In Bayern könnten die Corona-Impfungen dagegen am 5. Januar beginnen. Das berichtet der Bayerische Rundfunk (BR) und beruft sich auf einen internen Zeitplan des bayerischen Gesundheitsministeriums. Die Auslieferung des Impfstoffes des Herstellers Biontech/Pfizer könnte demnach am 2. Januar 2021 beginnen. So sei laut dem Papier eine Zwischenlagerung an acht Tiefkühl-Standorten vorgesehen, von wo Logistiker die Corona-Impfstoffe in die zentralen Impfzentren weiterliefern würden.

Die Unternehmenszentrale von Biontech in Mainz.

Corona-Pandemie in Deutschland: Markus Söder fordert harten Lockdown bis mindestens 10. Januar

Update vom 10. Dezember, 14.28 Uhr: Die Corona-Zahlen steigen unaufhörlich. Deshalb will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auch an Weihnachten in ganz Deutschland die Notbremse ziehen.

Söder fordert einen harten Lockdown bis mindestens 10. Januar. „Es braucht bundesweit
Ausgangsbeschränkungen, nächtliche Ausgangssperren in Hotspots, Geschäftsschließungen, Betriebsferien und überall verlängerte Schulferien“, argumentierte der bayerische Landesvater gegenüber der dpa.

Corona in Deutschland: Bayerns Ministerpräsident Söder will harten Lockdown bundesweit

Auch einen genauen Zeitraum für den harten Lockdown umriss der CSU-Chef: „Das muss bis 10. Januar
gelten - aber so lange wie nötig.“ Damit sieht Söder wie sein Berliner Kollege Michael Müller Handlungsbedarf, den harten Lockdown zeitnah umzusetzen.

Söder weiter: „Wir müssen das öffentliche Leben runterfahren. Das heißt, auch alle Geschäfte zu, abgesehen von denen des alltäglichen Bedarfs wie Lebensmittel. Es ist notwendig, dass wir dann auch überall in Deutschland Ausgangsbeschränkungen und in Hotspots Ausgangssperren in den Nachtstunden haben. Es sollen für diese Zeit einfach alle zu Hause bleiben.“

Corona in Deutschland - Berlins Regierender Bürgermeister Müller: „Wie viele Tote ist uns ein Shopping-Erlebnis wert?“

Update vom 10. Dezember, 12.45 Uhr: Berlin will im Kampf gegen die Corona-Pandemie noch vor Weihnachten einen harten Lockdown umzusetzen. Dafür sprach sich der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus aus.

„Wir werden den Einzelhandel runterfahren müssen, auch bis zum 10. Januar. Es geht nicht anders. Wir werden bei den fünf Kontakten bleiben“, kündigte Müller an. „Die Gesundheit der Berliner ist mir wichtiger als ein Shopping-Erlebnis.“ Wann der harte Lockdown beginnen soll, ist derzeit noch offen. Es kursieren der 21. und 23. Dezember als mögliche Starttage.

In seiner Rede mahnte Müller mit krassen Worten, die richtigen Prioritäten zu setzen. „Wie viele Tote ist uns denn ein Shopping-Erlebnis wert? Wie viele Tote wollen wir denn in Kauf nehmen für einen schönen Restaurantbesuch, für ein Candlelight-Dinner? Wie viele Tote für einen Kinobesuch? Ich will’s konkret mal hören von denen, die da ständig kritisieren.“

Corona in Deutschland: Harter Lockdown auch an Weihnachten? RKI ist dafür

Update vom 10. Dezember, 12.20 Uhr: Die Weihnachtsfeiertage stehen vor der Tür. Nachdem zunächst eine Lockerung der Corona-Maßnahmen über die Feiertage von den Länderchefs beschlossen wurde, wollen einige Bundesländer diese zurücknehmen. Auch der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) sprach sich nun klar gegen Lockerungen aus.

„Ich denke, die wichtige Maßnahme ist die, dass wirklich verhindert wird, dass die Lockerungen über Weihnachten kommen“, befand Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Er gab zu bedenken, dass durch solche Lockerungen das Infektionsgeschehen eine schwer zu kontrollierende Dynamik bekomme.

Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), spricht bei einem Pressebriefing zur aktuellen Covid-19-Lage in Deutschland. Foto: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Corona in Deutschland: RKI-Präsident Wieler gegen Lockerungen an Weihnachten

Der RKI-Präsident gehörte zu den Mitunterzeichnern der Empfehlungen der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina. Diese empfahl, Weihnachten und den Jahreswechsel für einen „harten Lockdown“ zu nutzen.

Ursprünglich erlaubte der Bund-Länder-Beschluss von Ende November vom 23. Dezember bis zum 1. Januar Treffen „im engsten Familien- oder Freundeskreis“ mit maximal zehn Personen. Inzwischen wichen mehrere
Bundesländer von dieser Regelung ab. Sie planen, auch über die Weihnachtsfeiertage die aktuell geltenden strengeren Kontaktbeschränkungen aufrechtzuerhalten.

Corona in Deutschland: „Große regionale Unterschiede“ bei Umsetzung der Maßnahmen

Update vom 10. Dezember, 10.55 Uhr: Das RKI stellt „große regionale Unterschiede“ bei der Ausbreitung des Coronavirus fest. Instituts-Chef Lothar Wieler appellierte bei seiner Pressekonferenz an die Bevölkerung, die Maßnahmen diszipliniert umzusetzen. „Infektionsschutzmaßnahmen wirken, wenn sie konsequent umgesetzt werden. Wenn wir alle mitmachen“, meinte der RKI-Präsident.

Zwar seien ältere Menschen besonders gefährdet. Doch auch bei jungen Menschen häufen sich laut RKI die schweren, mitunter tödlichen Verläufe. Deshalb müssten alle mitziehen, um das Virus wirksam zu bekämpfen.

Corona-Lage in Deutschland: Lage in Altenheimen laut RKI besonders schlimm

Update vom 10. Dezember, 10.34 Uhr: Nach Angaben des RKI, ist die Lage in den Alten- und Pflegeheimen ganz besonders schwierig. Dort habe man es derzeit mit fast doppelt so viele Ausbrüchen wie im Frühjahr zu tun. Besonders fatal sei, dass bei einem Ausbruch in den Heimen im Durchschnitt fast 20 weitere Menschen davon betroffen sind.

Corona-Lage in Deutschland: RKI-Präsident Wieler spricht von „traurigem Höchststand“

Update vom 10. Dezember, 10.23 Uhr: Die Gesundheitsämter seien erschöpft, es gebe mehr Fälle in Altenheimen. „Die Zahl der tödlichen Verläufe nimmt zu. Die Lage ist nach wie vor sehr ernst“, sagte Wieler auf der Pressekonferenz des RKI in Berlin. Seit der vergangenen Woche habe sie sich noch verschlechtert. 

RKI-Präsident Wieler warnte vor einer weiteren Verschlimmerung: „Das Infektionsgeschehen kann schnell wieder kippen.“ Laut Wieler droht ein exponentielles Wachstum der Neuinfektionen in Deutschland, wenn man den Verlauf jetzt nicht in den Griff bekomme.

Update vom 10. Dezember, 10.11 Uhr: Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat die in stark ansteigende Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen als „besorgniserregend“ bezeichnet. „Aktuell sehen wir 23.679 neue Fälle, das ist ein trauriger bisheriger Höchststand innerhalb eines Tages.“

Corona-Zahlen in Deutschland steigen weiter: RKI-PK mit Lothar Wieler

Erstmeldung vom 10. Dezember, 9.59 Uhr: München - In Deutschland ist die Lage ernst. Das Coronavirus* verbreitet sich nach wie vor schnell - die notwendigen Gegenmaßnahmen bringen große Teile des öffentlichen Lebens zum Erliegen. Ein zweiter harter Lockdown ist in einigen Bundesländern schon umgesetzt und steht wohl auch bundesweit unmittelbar bevor.

In der aktuellen Situation sind die Menschen ganz besonders auf die Expertise der Wissenschaft angewiesen: Wie gefährlich ist das Virus? Was sind die Symptome*? Wo und wie muss ich mich besonders vor einer Infektion schützen?

Das RKI ist die Bundesbehörde für Infektionskrankheiten. Es verfügt über genau diese Expertise. Seit Beginn der Corona-Krise versorgt das Berliner Institut die Bevölkerung mit vielen Informationen rund um das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2, das die Krankheit Covid-19 verursacht.

Corona-Krise: Robert Koch-Institut mit PK zur aktuellen Lage

Mittlerweile spitzt sich die Lage in Deutschland wieder zu, das zeigen die Fallzahlen des RKI deutlich. Aktuell wachsen die Corona-Zahlen täglich weiter an. Wie sehr, das können Sie mit dieser Karte für Deutschland verfolgen.

Corona-Krise: RKI gibt regelmäßig Pressekonferenz zur aktuellen Lage in Deutschland 

Am Donnerstagmorgen präsentiert ab 10 Uhr Prof. Lothar Wieler (RKI-Präsident) bei der Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts neue Erkenntnisse zur aktuellen Corona-Lage.

Das RKI wendet sich regelmäßig mit seiner Pressekonferenz an die Bürger. Wöchentlich geben die Wissenschaftler einen aktuellen Stand bezüglich der Ausbreitung des Virus und der Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen, sowie Empfehlungen für weitere Maßnahmen.

Corona-Krise: Die Pressekonferenzen des RKI live im TV und im kostenlosen Live-Stream

Die Pressekonferenzen sind im TV und auch online im kostenlosen Live-Stream zu sehen. Phoenix überträgt die etwa halbstündigen Konferenzen immer ab 10 Uhr morgens live im TV. Hinterher kann man sich die Sendung in der Mediathek des Senders im Live-Stream anschauen.

Wer keinen Fernseher hat, kann die Pressekonferenzen aber auch gleich im Live-Stream verfolgen. Neben Phoenix zeigen auch die ARD und das ZDF die Pressekonferenzen des RKI auf ihren Websites via Live-Stream. Hinterher findet sich ebenfalls eine Aufzeichnung in den Mediatheken. (kh) *Merkur.de ist teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch/dpa

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