News-Ticker

Corona: Inzidenz über 50 - RKI präsentiert erstmals Daten zu Geimpften auf Intensivstationen

Der Trend der Inzidenz setzt sich fort: Deutschland liegt nun wieder über 50. Die Corona-Fallzahlen steigen, besonders eine Altersgruppe ist betroffen. Der News-Ticker.

  • Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz* steigt wieder auf einen Wert über 50.
  • RKI veröffentlicht erstmals Daten zu geimpften Corona-Patienten auf den Intensivstationen (Update 9.58 Uhr).
  • Die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen ist heuer höher, als noch im vergangenen Jahr (Update 15.30 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zur Corona*-Lage in Deutschland wird fortlaufend aktualisiert.

Update vom 21. August, 15.33 Uhr: Die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen steigt weiter an. 678 Menschen werden laut DIVI-Intensivregister aktuell auf einer Intensivstation behandelt. Davon müssen 312 künstlich beatmet werden. Zum Vergleich: Vor einem Jahr im August 2020 waren 235 Covid-Patienten, wie aus den DIVI-Daten hervorgeht.

Corona: Jede fünfte Neuinfektion trifft ein Kind

Update vom 21. August, 15.30 Uhr: Etwa 20 Prozent der in den vergangenen sieben Tagen gemeldeten Corona-Fälle sind in der Altersgruppe der 0 bis 14 Jahre verzeichnet worden, berichtet ntv.de. Jede fünfte Neuinfektion betrifft demnach ein Kind. Der größte Teil des Infektionsgeschehens spiele sich in der Altersgruppe 15 bis 34 Jahre ab - fast 43 Prozent. Weitere 30 Prozent der Fälle gingen auf Erwachsene mittleren Alters zurück. Nur 6 Prozent aller registrierten Neuinfektionen betreffen die Altersgruppen ab 60.

Update vom 21. August, 15.00 Uhr: Eine weitere Delta-Mutation breitet sich aus. Experten sind über „AY.3“ beunruhigt. Auch in Deutschland gibt es bereits Fälle.

Geimpfte auf der Intensivstation: RKI veröffentlicht erstmals Zahlen

Update vom 21. August, 9.58 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht erstmals Daten zur Anzahl von Covid-Patienten auf der Intensivstation und deren Impfstatus. Demnach gab es in den vergangen vier Wochen (KW 29 bis 32) 17 wahrscheinliche Impfdurchbrüche von 309 Covid-Patienten.

94 Prozent der Intensivpatienten sind ungeimpft, twittert Intensivmediziner Christian Karagiannidis. Der Leiter des DIVI-Intensivregisters schreibt weiter: „Impfung bedeutet nicht nur Schutz vor schwerem Verlauf, sondern auch Wertschätzung für das stark belastete Personal!“

Auch der Anteil der verstorbenen Corona-Patienten mit einem wahrscheinlichem Impfdurchbruch, die auf einer Intensivstation betreut wurden, ist nach den RKI-Daten gering. Unter den insgesamt 335 Covid-Fällen mit Impfdurchbrüchen, die verstorben sind, waren 279 - rund 84 Prozent - 80 Jahre und älter. „Das spiegelt das generell höhere Sterberisiko - unabhängig von der Wirksamkeit der Impfstoffe - für diese Altersgruppe wider“, teilt das RKI mit.

RKI: Hohe Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe

Das RKI sieht angesichts der Anzahl der Impfdurchbrüche die hohe Wirksamkeit der eingesetzten Corona-Impfstoffe bestätigt. Die Daten von geimpften Krankenhauspatienten können in die Irre führen. Doch der Impfstoff schützt.

„Dass im Laufe der Zeit mehr Impfdurchbrüche verzeichnet werden, ist erwartbar, da generell immer mehr Menschen geimpft sind und sich SARS-CoV-2 derzeit wieder vermehrt ausbreitet. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, als vollständig geimpfte Person mit dem Virus in Kontakt zu kommen“, erklärt das RKI.

Definition wahrscheinlicher Impfdurchbruch laut RKI

„Definition wahrscheinlicher Impfdurchbruch: Ein wahrscheinlicher Impfdurchbruch ist definiert als Sars-CoV-2-Infektion* (mit klinischer Symptomatik), die bei einer vollständig geimpften Person mittels PCR oder Erregerisolierung diagnostiziert wurde. Ein vollständiger Impfschutz wird angenommen, wenn nach einer abgeschlossenen Impfserie (2 Dosen Moderna-, BioNTech- oder AstraZeneca-Vakzine bzw. 1 Dosis Janssen-Vakzine) mindestens zwei Wochen vergangen sind.“  

Corona in Deutschland - Keine Region in Deutschland mehr „Corona-frei“

Update vom 21. August, 8.40 Uhr: Keine Region in Deutschland ist aktuell mehr „Corona-frei“. Alle der 412 Stadt- und Landkreise, die das RKI auf seiner Covid-Karte ausweist, melden Corona-Fälle. Noch wurde die 200er-Grenze nicht überschritten. Doch über 21 Regionen reißen die 100er-Marke.

Corona-Hotspots in Deutschland (Stand 21. August 2021)

  • SK Leverkusen - 162,2 (Vortag: 149,6)
  • SK Wuppertal - 149,8 (Vortag: 130,9)
  • SK Solingen - 147,6 (Vortag: 128,1)

Beim Infektionsgeschehen in den Bundesländern gibt es derzeit wieder enorme Unterschiede: Nordrhein-Westfalen (91,8) hat momentan die höchste 7-Tage-Inzidenz. In Hamburg (72,8) gehen die Fallzahlen langsam aber stetig zurück. In Thüringen (13,2) ist die Inzidenz am niedrigsten.

Corona: Wieder Tausende Neuinfektionen - RKI meldet erstmals seit Mai Inzidenz über 50

Erstmeldung vom 21. August 2021: Berlin - Nach drei Monaten vergleichsweise niedrigen Corona-Zahlen liegt die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz nun wieder über dem Wert von 50. Das Robert Koch-Instituts (RKI)* gibt am Samstagmorgen die Zahl 51,6 aus (Stand: 21. August, 3.14 Uhr). Zuletzt lag der Wert im Mai über 50. Am Vortrag waren es noch 48,8 gemeldete Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, vor einer Woche 32,7.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 8092 Corona-Neuinfektionen. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge innerhalb von 24 Stunden 17 Todesfälle verzeichnet.

Nach Einschätzung des RKI hat in Deutschland die vierte Welle der Corona-Pandemie begonnen. Von Infektionen betroffen seien vor allem jüngere Menschen, hieß es im Wochenbericht des Instituts vom Donnerstag. Die Corona-Inzidenz werde trotz der Impfungen auch im Herbst und Winter ein wichtiger Wert zur Einschätzung der anstehenden Belegung von Intensivbetten bleiben, hatten Experten kürzlich erläutert. Ab 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche sei wieder „eine erhebliche Belastung der Intensivstationen“ mit mehr als 3000 Intensiv-Patienten zeitgleich zu erwarten, sofern die Impfquote nicht noch deutlich gesteigert werde, heißt es in der vergangene Woche vorgestellten Analyse.

Corona in Deutschland: Impf-Kampagne soll weiter beschleunigt werden

Zur Ankurbelung der lahmenden Corona-Impfkampagne sollen sich Beschäftigte nun gegebenenfalls auch während der Arbeitszeit impfen lassen können. „Wir müssen weiter dafür sorgen, dass der Arbeitsplatz nicht zum Ansteckungsort wird. Deshalb passen wir die Corona-Arbeitsschutzverordnung an“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) der Augsburger Allgemeinen. „Wir werden die Arbeitgeber anhalten, dass sie stärker an der Impfaufklärung mitwirken und Impfungen im Zweifelsfall auch während der Arbeitszeit ermöglichen.“

Bislang haben Arbeitnehmer keinen allgemeinen Anspruch darauf, sich während der Arbeitszeit bei einem Arzt oder im Impfzentrum eine Spritze gegen das Coronavirus geben zu lassen.

Zahlreiche Impflinge warteten Mitte August in einer Schlange in den Messehallen von Hamburg auf ihre Impfung.

Impfungen gegen Corona in Deutschland: Auffrischungen beginnen

Nach der Mitteilung des Robert Koch-Instituts vom Freitag haben sich bisher 63,8 Prozent aller Einwohner mindestens einmal impfen lassen, 58,5 Prozent sind vollständig geimpft. Die Länder beginnen jetzt mit Auffrischungsimpfungen für alte Menschen, die vor mindestens sechs Monaten ihre zweite Impfung erhalten haben, weil nach diesem Zeitraum die Wirkung deutlich nachlassen kann. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gesagt: „In einem zweiten Schritt können wir dann darüber nachdenken, auch allen anderen eine Auffrischimpfung anzubieten.“

Die Kassenärzte fordern von der Bundesregierung dafür genaue Vorgaben. Die Praxen bräuchten Klarheit, wann und für wen Auffrischimpfungen (Booster) vorgenommen werden könnten, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der Rheinischen Post. „Hierzu wäre es wichtig, eine möglichst klare wissenschaftlich begründete Definition zu haben, für wen eine Booster-Impfung sinnvoll wäre.“

Die Hausärzte stellen sich derweil auf neue Konflikte mit Patienten ein. „Jetzt, da die dritte Impfung angeboten wird, kommen viele Menschen auf uns zu, die eine Auffrischung haben möchten, aber noch keinen Anspruch darauf haben“, sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Das führt zu Diskussionen, die aber in den Beratungsgesprächen in unseren Praxen geklärt werden.“

Altersgrenze für Corona-Auffrischungsimpfungen - Für wen sind sie überhaupt nötig?

Im Moment liegt die Altersgrenze für die dritte Impfung bei 80 Jahren. „Ob die Hausärztinnen und Hausärzte auch jüngeren Patienten diese Auffrischungsimpfung anbieten, ist dann jeweils abhängig von der persönlichen Konstitution und dem Vorliegen schwerer Krankheiten“, erklärte er. Gesunde Personen unter 80 Jahren würden in der Regel derzeit kein Angebot bekommen.

Derzeit wird weiter über den Sinn von Auffrischungsimpfungen diskutiert. Virologe Christian Drosten sagte zuletzt, er hält sie nur für bestimmte Gruppen für nötig. Gleichzeitig geht es auch um einen internationalen Streit: Viele Länder haben bisher keinen oder nur sehr wenig Impfstoff abbekommen, während reiche Länder nun schon Drittimpfungen verteilen wollen. (dpa/cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Lesen Sie auch: Trotz Inzidenz von 118: Deutsches Nachbarland hebt Corona-Beschränkungen fast komplett auf*

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa

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