News-Ticker zur Pandemie

Beliebte Urlaubsziele der Deutschen wieder Risiko-Gebiete - Folgen auch für Durchreise

Kinderärzte sind alarmiert über die Lockdown-Folgen für die Jüngsten. Die Bundesregierung erweitert ihre Liste der Corona-Risikogebiete. Der News-Ticker.

  • Die 7-Tage-Inzidenz* steigt laut Robert-Koch-Institut (RKI)* seit Tagen und liegt nun bei 8,6.
  • Kinderärzte fordern nun Erwachsene aus Solidarität mit den Jüngsten zur Impfung* auf (siehe Erstmeldung).
  • Die Bundesregierung stuft die Niederlande* und Griechenland* wieder als Risikogebiete ein (Update vom 16. Juli, 13.43 Uhr).
  • Die Stiko setzt sich gegen den Druck von Politikern zur Wehr. (Update vom 16. Juli, 16.25 Uhr)
  • Dieser News-Ticker zu Corona* in Deutschland* wird regelmäßig aktualisiert.

Corona-Lage in den Niederlanden spitzt sich zu

Update vom 16. Juli, 18.12 Uhr: In den Niederlanden breitet sich das Coronavirus durch die Deltavariante immer rasanter aus. Die Reproduktionszahl liegt inzwischen bei 2,91, das ist der höchste Wert seit Ausbruch der Pandemie im März 2020, wie das zuständige Amt für Gesundheit und Umwelt am Freitag in Den Haag mitteilte. Die Zahl bedeutet, dass rechnerisch 100 Infizierte 291 weitere Personen anstecken und sich die Verbreitung des Virus zunehmend beschleunigt. Nach den jüngsten Daten, sind inzwischen 66,9 Prozent aller Infektionen auf die Deltavariante zurückzuführen. Die Zahl der nachgewiesenen
Neuinfektionen in 24 Stunden kletterte auf 11.363.

Aufgrund der Entwicklungen hat die niederländische Regierung inzwischen Teile der umfangreichen Lockerungen der Corona-Beschränkungen zurückgenommen. Weiterhin läuft das öffentliche Leben aber größtenteils unbeeinträchtigt weiter.

Kinder-Impfung: Stiko setzt sich gegen Söder-Aussagen zur Wehr

Update vom 16. Juli, 16.25 Uhr: In der Debatte um Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche setzt sich die Ständige Impfkommission (Stiko) zunehmend gegen Druck aus der Politik zur Wehr. „Die aktuellen Aussagen von Herrn Söder und anderen Politikern zur Stiko und zu deren Arbeit sind auch unter Berücksichtigung der Wahlkampfzeit ungewöhnlich und müssen korrigiert werden“, teilte das unabhängige Gremium um den Virologen Thomas Mertens am Freitag mit. Ziel der Stiko sei das Erarbeiten der bestmöglichen Impfempfehlung für einzelne Menschen und für die Gemeinschaft. „Dies erfolgt unabhängig von Meinungen und Wünschen von Politikern und der pharmazeutischen Industrie.“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte in einem BR-Interview vom Mittwoch bekräftigt, dass es mit einer generellen Corona-Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren schneller gehen müsse. Dabei sprach er von der Stiko als einer ehrenamtlichen Organisation, wohingegen die Europäische Arzneimittelbehörde EMA die „Profis“ seien. Die EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen. Für Deutschland empfiehlt die Stiko die Impfung bisher jedoch nur Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Als Gründe nennt die Stiko noch fehlende Daten zur Sicherheit des Impfstoffs.

Söder sagte in dem Interview weiter, dass der Astrazeneca-Impfstoff nun ein „Ladenhüter“ sei, weil es ein Hin und Her mit unterschiedlichen Stiko-Empfehlungen gegeben habe. Auch diesen Punkt kontert das Gremium: Die mit der Zeit vorgenommenen Aktualisierungen seien „Ausdruck der sorgfältigen Analyse sich stetig verändernder und neu hinzukommender wissenschaftlicher Erkenntnisse, die angesichts der Dynamik der Forschung zu Covid-19 in rascher Folge veröffentlicht werden“.

Coronavirus: Griechenland, Niederlande und Dänemark Risikogebiete

Update vom 16. Juli, 13.43 Uhr: Ein weiteres beliebtes Urlaubsland der Deutschen steht wieder auf der Risikoliste. Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ab Sonntag die Niederlande, Griechenland und Teile Dänemarks* so ein. Das teilte das RKI mit. Das bedeutet, dass das Auswärtige Amt von touristischen Reisen in diese Länder und Regionen abrät.

Für die Niederlande und die dänische Hauptstadtregion um Kopenhagen ergeben sich daraus auch praktische Folgen: Wer von dort auf dem Landweg nach Deutschland einreist und nicht geimpft oder genesen ist, muss wieder einen Corona-Test machen.

Die Niederlande sind das erste der neun Nachbarländer Deutschlands, das wieder ganz als Risikogebiet eingestuft wird. Ausgenommen sind zum Königreich gehörende Überseegebiete. Die Delta-Mutation* hat in dem Land für eine explosionsartige Zunahme der Ansteckungen gesorgt. Nach der Rücknahme fast aller Corona-Beschränkungen stieg die Zahl der Neuinfektionen um 500 Prozent.

Die neuen Einstufungen haben möglicherweise aber nur eine kurze Haltbarkeit. Die Bundesregierung arbeitet an einer neuen Einreiseverordnung ab dem 1. August, mit der die Risikogebiete ganz wegfallen werden.

Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss bei der Einreise aus den Niederlanden nach Deutschland demnächst wieder einen negativen Corona-Test vorweisen (Symbolbild).

Trotz der insgesamt steigenden Infektionszahlen in Europa beinhalten die neuen Einstufungen aber auch gute Nachrichten: Ganz von der Risikoliste gestrichen werden Schweden, Norwegen und die Komoren vor der afrikanischen Küste. Sri Lanka und die Malediven werden vom Hochinzidenz- zum Risikogebiet heruntergestuft.

Gleichzeitig werden aber Thailand und Myanmar neu als Risikogebiete eingestuft. Kuba, Indonesien und Libyen werden Hochinzidenzgebiete.

RKI meldet wieder steigende Corona-Inzidenz – Kinderärzte richten sich direkt an Impfgegner

Unsere Erstmeldung vom 16. Juli: Berlin - Der Trend ist ungut: Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut angestiegen. Wie Laut RKI-Angaben vom Freitagmorgen liegt sie nun bei 8,6. Am Vortag hatte der Wert noch 8,0 betragen, vor einer Woche 5,5.

Binnen 24 Stunden wurden 1.456 Neuansteckungen sowie 18 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Die Gesamtzahl der verzeichneten Fälle in Deutschland seit Pandemie-Beginn lag damit bei 3.741.781, insgesamt wurden 91.337 Corona-Tote gezählt.

Deutschland: Kinderärzte fordern Erwachsene zur Corona-Impfung auf

Kinder- und Jugendärzte appellieren nun an Erwachsene, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Da sich Kinder mangels einer Impfstoffzulassung meist noch nicht gegen immunisieren lassen könnten, seien Millionen von ihnen in Deutschland auf das Verantwortungsbewusstsein Erwachsener angewiesen. So heißt es in einem gemeinsamen Aufruf des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und der Deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin (DGKJ).

Der Impfappell ziele insbesondere auf Erwachsene, die beruflich mit jüngeren Kindern zusammenkommen, aber auch an die, „die über ihren eigenen Impfschutz zum Schutz der Jüngsten beitragen möchten“.

Homeschooling in der Corona-Pandemie

Ärzte appellieren: „Lockdown für Kinder schwerwiegender als Krankheit selbst“

„Die Kinder haben eine viel zu lange Zeit der Zurücksetzung hinter sich. Vieles von dem, was für uns Erwachsene zu einem erfüllten Kinderleben dazugehört, blieb ihnen vorenthalten“, sagte DGKJ-Präsident Jörg Dötsch. „Sollten wir als Gesellschaft den Kindern nicht endlich etwas zurückgeben und sie entlasten?“, fragt er. „Ich richte einen dringenden Appell an alle Erwachsenen, ihr Impfangebot anzunehmen und sich impfen zu lassen, um unsere Kinder zu schützen!“

„Wir müssen davon ausgehen, dass die Folgen der Lockdown-Maßnahmen für diese Altersgruppe schwerwiegender sind als die Krankheit selbst“, sagte BVKJ-Präsident Thomas Fischbach mit Blick auf psychische Beeinträchtigungen von Kindern, ihren Bewegungsmangel, Übergewicht bis hin zu Adipositas sowie auf Bildungsdefizite.

Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche: Bislang individuelle Eltern-Entscheidung

Die Kinder müssten Teilhabe an der Gesellschaft erhalten, zum Beispiel durch Zugang zu Präsenzunterricht. „Eine wesentliche Maßnahme, unseren Kindern dies zu ermöglichen, ist die Impfung der Erwachsenen gegen das Coronavirus.“

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat vorerst keine generelle Impfempfehlung für Kinder ab zwölf Jahren ausgesprochen. Sie empfiehlt Impfungen nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen wie Adipositas. Unabhängig davon sind Impfungen aber als individuelle Entscheidung von Eltern mit ihren Kindern und den Ärztinnen und Ärzten möglich. Für Kinder unter 12 Jahren gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff. (dpa/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Ingo Wagner/dpa

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