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Corona-Inzidenz in Deutschland jetzt schon über 100 - doch erstes Bundesland lässt fast alle Maßnahmen fallen

Corona-Test
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Ein Arzt hält einen Coronavirus-Test in den Händen.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigt sprunghaft an. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun deutlich über 100. Trotzdem lockert ein Bundesland die Maßnahmen.

Update vom 24. Oktober, 20.10 Uhr: Ab Donnerstag können in Baden-Württemberg nach den Gästen auch die Beschäftigten beispielsweise in der Gastronomie oder bei Veranstaltungen auf Maskenschutz verzichten. Voraussetzung ist, dass die 2G-Regel angewendet wird. Laut dem Sozialministerium wird die nächste Verordnung zunächst bis zum 24. November fortgeschrieben. Danach soll es eine Landeslösung geben, wenn der Bundestag keine einheitliche Regelung beschließt.

Update vom 24. Oktober, 9.37 Uhr: Die bundesweite Inzidenz ist erneut gestiegen und liegt nun bei 106,3 (siehe Erstmeldung). Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnte bereits am Freitag: „Leider kommt Corona mit großer Wucht zurück.“ Auch in Baden-Württemberg nähern sich die Zahlen einer kritischen Marke.*

Im Saarland liegt die Inzidenz mit 53,4 aktuell vergleichsweise niedrig. Dort werden bald alle Corona-Maßnahmen im Freien abgeschafft. Schon ab nächstem Freitag können sich Menschen im Saarland draußen wieder ohne Maske und Abstand treffen und ungeimpft und ungetestet ins Stadion gehen. Das berichtet die Bild am Sonntag (BamS). In Innenräumen soll die 3G-Regel aber bestehen bleiben.

Saarland lockert Corona-Regeln: Ministerpräsident Hans fordert mehr Eigenverantwortung

Dass die Regeln trotz generell steigender Corona-Zahlen gelockert werden, begründet Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) gegenüber der Zeitung mit der Vielzahl an Impfungen: „Das Saarland hat von allen Flächenländern die höchste Impfquote, sie liegt in der Gesamtbevölkerung bei deutlich über 70 Prozent. Bei den vulnerablen über 60-Jährigen haben wir praktisch die Herdenimmunität erreicht. Für harte Einschränkungen gibt es in so einer Lage keine verfassungsrechtliche Grundlage mehr.“

Hans erklärte gegenüber der BamS, dass man nun wieder mehr zur Eigenverantwortung zurückkehren müsse. "Wer sich als Erwachsener ohne Grund partout nicht impfen lassen will, muss das Risiko zu erkranken dann selbst tragen. Ich bin der festen Überzeugung, dass jetzt Lockerungen geboten sind. Denn man kann nicht willkürlich und auf Vorrat Grundrechte einschränken.“

Die Bürger sehen Lockerungen dagegen eher skeptisch. Eine Umfrage von INSA für die BamS hat ergeben, dass 63 Prozent die aktuellen Maßnahmen für genau richtig oder nicht weitgehend genug halten. Nur 35 Prozent der Befragten halten sie demnach für übertrieben.

Corona-Inzidenz in Deutschland steigt weiter - Debatte um Impfpflicht neu entfacht

Erstmeldung vom 24. Oktober, 7.48 Uhr: Berlin - Die Sieben-Tage-Inzidenz* in Deutschland liegt erneut über 100. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntag, 24. Oktober, Stand 4.26 Uhr, bekannt gab, liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche nun bei 106,3. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei exakt 100 gelegen, vor einer Woche bei 72,7. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 13 732 Corona*-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 8682 Ansteckungen gelegen. Zudem wurden 23 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus erfasst.

Coronavirus in Deutschland: 7-Tage-Inzidenz steigt auf 106,3

Im Durchschnitt wurden in den vergangenen sieben Tagen in Deutschland - gerechnet auf 100.000 Einwohner - 2,68 Personen wegen einer Erkrankung mit Covid19 in Kliniken aufgenommen. Dieser Wert gilt als Parameter für mögliche Verschärfungen der Anti-Corona-Maßnahmen. Einen einheitlichen Schwellenwert, ab wann die Hospitalisierungsrate als kritisch anzusehen ist, gibt es allerdings nicht, da dir regionalen Unterschiede bei der Krankenhaus-Versorgung dafür zu groß sind. Während des zweiten Lockdowns im Dezember lag der Wert jedoch ein vielfaches höher als jetzt, bei rund 15,5.

Corona in Deutschland: Debatte um Impfpflicht angeheizt

Die Zunahme der Corona-Infektionen hat auch die Debatte über eine mögliche Impfpflicht für einige Berufsfelder wieder angeheizt „Wir werden nicht umhinkommen, über eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wie Lehrer, Erzieherinnen oder Pflegekräfte zu diskutieren“, sagte der Präsident des deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Im August hatte die Bundesregierung eine Impfpflicht in Deutschland vollständig ausgeschlossen.

Man müsse sich bewusst machen, dass bislang auch diejenigen geschützt würden, „die sich aus freien Stücken gegen einen Impfschutz entschieden haben“, so Sager weiter. Das habe zwar seine Berechtigung, jedoch müsse ab einem gewissen Punkt „die Frage erlaubt sein, wie lange die Gesellschaft das so mittragen kann“. Sager forderte überdies, Bund und Länder sollten sich auf einen Ausstiegspfad aus den Corona-Einschränkungen verständigen „und den Menschen damit eine klare Perspektive geben“. Ein Auslaufen der epidemischen Lage des Bundes, wie es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor wenigen Tagen gefordert hatte, nannte er demnach „richtig“. (kah/dpa)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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