Heftige Unwetter in Italien

Nach Schlammlawine auf Brenner-Autobahn: Nur eine Spur befahrbar - Staugefahr ist groß

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Laut ADAC ist die Staugefahr am Brenner wegen eines Murenabgangs groß.

Eine Schlammlawine ist am Sonntag auf der Brennerautobahn abgegangen. Sechs Fahrzeuge wurden von der Mure nach Unwettern in Italien erfasst. Die Blockabfertigung ist beendet, die Staugefahr weiterhin groß.

Update, 21.31 Uhr: Heftiger Wind und Starkregen haben Italien fest im Griff: In fast allen Teilen des Landes galten am Montag Unwetterwarnungen, hunderte Schulen blieben geschlossen, der Markusplatz blieb stundenlang gesperrt. Unweit von Rom und Neapel starben drei Menschen durch entwurzelte Bäume.

Update 29. Oktober, 16.45 Uhr: Die Schlechtwetterfront mit Starkregen und Sturmböen lähmte Italien von Nord bis Süd. Schulen und Kindergärten blieben in vielen Regionen geschlossen, darunter in Venetien mit Venedig, in Ligurien mit Genua, in ganz Rom und in Teilen der Toskana.

In Südtirol rief der Zivilschutz die höchste Alarmstufe Rot aus, das bedeute, dass ein „Katastrophenfall“ möglich sei. „Der Boden kann nur mehr wenig Wasser aufnehmen“, erklärte die Feuerwehr. Damit steige die Gefahr für weitere Erdrutsche. Auch die Flüsse dürften weiter anschwellen.

Nach Schlammlawine auf Brenner-Autobahn: ADAC empfiehlt Gegend weiträumig zu umfahren

Auf die Brenner-Autobahn in Südtirol rutschten Erdmassen. Nach dem Murenabgang wurde die wichtige Verkehrsverbindung zwischen Österreich und Italien am Montag zeitweise gesperrt. Der Erdrutsch hatte schon am Sonntag mehrere Autos erfasst, es gab aber keine Schwerverletzten. Der ADAC rief Autofahrer auf, die Gegend weiträumig umfahren.

Derzeit sei die Brennerautobahn laut ADAC zwischen Sterzing und dem Brenner einspurig in jede Richtung befahrbar. Die Staugefahr sei in diesem Bereich groß. Die parallel verlaufende alte Brennerstraße, die Brennerstaatsaatsstraße SS12, ist demnach weiterhin bei Gossensaß wegen Murenabgängen unterbrochen. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, ist die Brennerbahnstrecke wieder freigegeben.

Markusplatz in Venedig nach Unwettern überflutet

In der nordöstlichen Region Venetien war die Lage äußerst kritisch. In Venedig wurde am Nachmittag ein Hochwasser von 150 Zentimetern erwartet - so viel wie seit zehn Jahren nicht mehr. Schon am Sonntag war der Markusplatz überflutet, die Menschen bewegten sich - wie in solchen Situationen üblich - auf Holzstegen fort. Im bekannten Skiort Cortina d'Ampezzo in Venetien mussten Dutzende Menschen ihre Häuser räumen.

Update 29. Oktober, 9.30 Uhr: Die Blockabfertigung der Brennerautobahn ist beendet. Wie die Verkehrspolizei Rosenheim am Montagmorgen mitteilte, konnten die sogenannten Dosierungsmaßnahmen um 8.35 Uhr aufgehoben werden.

Die Polizei geht davon aus, dass sich der Verkehr noch am Vormittag normalisiert.

Das war die Ursprungsmeldung am Sonntag:

Bozen - Eine Mure ist am Sonntagabend nach heftigen Unwettern in Italien auf die Brennerautobahn abgegangen. Die Fahrbahnen seien wegen des Schlammstroms von der Mautstelle Brenner Richtung Sterzing in Südtirol gesperrt worden, teilte der Autobahnbetreiber am Sonntagabend mit. 

Brenner Autobahn: Schlammlawine erfasst sechs Autos - Strecke gesperrt

Die Mure erfasste sechs Fahrzeuge, es gab aber nur einen Leichtverletzten, wie das lokale Nachrichtenportal stol.it berichtete. Sowohl die Brennerautobahn als auch die Staatsstraße sind demnach gesperrt.

Noch ist unklar, wie lange die Brenner Autobahn gesperrt sein wird. Räumfahrzeuge und Bagger sind im Einsatz. Noch in der Nacht solle möglichst eine Fahrspur für den Verkehr wieder geöffnet werden.

Ein Video von Rai Südtirol auf Twitter zeigt das Ausmaß der Schlammlawine nach dem Murenabgang auf der Brennerautobahn A22 bei Sterzing.

Urlauber im Tuxertal eingeschlossen

Auch im Valsertal und Zillertal sind mehrerer Muren abgegangen und Straßen gesperrt, berichtet die Tiroler Tageszeitung. Zahlreiche Urlauber und Einheimische seien am Sonntagabend von der Außenwelt abgeschnitten.

Eine Schlechtwetterfront zieht derzeit über weite Teile Italiens. Die Behörden riefen für Regionen von Nord bis Süd die höchste Alarmstufe aus.

Unwetter in Italien - Mehrere Tote nach Erdrutsch

Heftige Unwetter haben weite Teile Italiens getroffen und mehrere Menschen das Leben gekostet.  

Vier Männer starben in der südlichen Region Kalabrien. Sie seien in der Nähe der Stadt Crotone von einem Erdrutsch getötet worden, als sie ein durch das Unwetter zerstörtes Rohr reparieren wollten, berichtete die Polizei am Sonntag laut Nachrichtenagenturen. Beim Hafen von Catanzaro in Kalabrien fand die Feuerwehr einen Toten, nachdem ein Segelboot von der Strömung fortgerissen worden war.

In der Region Venetien wurden Überschwemmungen und Erdrutsche befürchtet. Schulen in der gesamten Region, in der auch Venedig liegt, sollen am Montag geschlossen bleiben. Der berühmte Markusplatz war schon am Sonntag überschwemmt, wie Videos zeigten.

Auch in Teilen der Toskana sollten die Schulen zu bleiben. Auf der Insel Elba stürzte eine historischer Bergwerks-Steg im Meer ein. In der Region Ligurien riefen die Behörden die höchste Unwetterwarnstufe „Rot“ aus.

Video: Drohnenbilder zeigen zerstörte Häfen und Straßen in Rapallo/Norditalien

Hochwasser-Alarm auch in Österreich

Nach Orkan und Starkregen herrscht Hochwasseralarm in Österreich. Experten warnen vor einer Jahrhundertflut.

Ein heftiger Hagelsturm hatte erst vergangene Woche in Rom für Chaos gesorgt. Ein Video zeigt das Ausmaß in der italienische Hauptstadt.

dpa

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