Unverschämte Lüge in Kaserne

Bundeswehrsoldat (29) erfindet Tod seiner Freundin - der Grund ist mehr als dreist 

Um die Truppe ist es nicht gut bestellt. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen musste zuletzt zu einigen Skandalen Stellung beziehen. Ein Fall aus Berlin aber macht besonders fassungslos. 

Berlin - „Meine Freundin ist gestorben“, erzählte der 29-jährige Bundeswehrsoldat im Juli 2017 tief betrübt in seiner Kaserne. Die Geschichte erschien für seine Vorgesetzten glaubwürdig. Er hatte sich schon die zwei Wochen davor durch den Oberstabsarzt vom Dienst befreien lassen, angeblich um seine Partnerin zu pflegen. Mehr noch: Der Zeitsoldat legte sogar eine Sterbeurkunde vor. 

Das reichte, um den scheinbar Trauernden Sonderurlaub zu geben. Kurz darauf, berichtet unter anderem die B.Z., brach er sich ein Bein. Wieder wurde er vom Dienst befreit und sein Vorgesetzter, Xaver. R. (36), wollte den gelernten Einzelhandelskaufmann mit einem Besuch daheim aufmuntern. Die Überraschung war groß, als die scheinbar tote Freundin jedoch kerngesund die Tür öffnete. Hier stand kein Geist vor Xaver R., die Frau war gar nicht tot. 

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Nun musste sich der Zeitsoldat vor einem Berliner Amtsgericht wegen Täuschung, Unterschlagung und Urkundenfälschung verantworten. Seine Ausrede für die dreiste Lüge: Er sei mit seiner Arbeit überfordert gewesen, die Materialbeschaffung, die auch Munition und Waffen an die Kameraden ausgibt, sei chronisch unterbesetzt gewesen. Diese Überforderung wollte er aber dem Arzt nicht beichten, sonst wäre als „nicht belastbar abgestempelt worden“, behauptete er vor Gericht. 

Seine Bundeswehr-Karriere dürfte jedoch auch so beendet sein. Das Gericht verurteilte den Lügner zu sechs Monaten auf Bewährung. Was seine von den Toten auferstandene Partnerin zu all dem sagte, ist nicht bekannt. 

Truppe kommt nicht zur Ruhe: Immer mehr Beschwerden über Fehlverhalten in der Bundeswehr

mag

Rubriklistenbild: © dpa/Karl-Josef Hildenbrand, pixabay.com/StockSnap

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