Nach Naturkatastrophe

Beben in Taiwan: Verzweifelte Suche nach Verschütteten

Rettungskräfte versuchen aus einem eingestürzten Gebäude Verschüttete zu retten. Foto: Ritchie B. Tongo
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Rettungskräfte versuchen aus einem eingestürzten Gebäude Verschüttete zu retten.  
Mit Gebeten verfolgen Mönche die Arbeit der Rettungskräfte. Foto: Ritchie B. Tongo
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Mit Gebeten verfolgen Mönche die Arbeit der Rettungskräfte. 
Eine mit Mundschutz vor dem Staub geschützte Frau vor einer Liste mit Namen von Überlebenden. Foto: Ritchie B. Tongo
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Eine mit Mundschutz vor dem Staub geschützte Frau vor einer Liste mit Namen von Überlebenden. 
Während viele kleinere Häuser der Zwei-Millionen-Metropole Tainan unbeschädigt blieben, wurden mehrere höhere Gebäude schwer beschädigt oder stürzten ein. Foto: Military News Agency
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Während viele kleinere Häuser der Zwei-Millionen-Metropole Tainan unbeschädigt blieben, wurden mehrere höhere Gebäude schwer beschädigt oder stürzten ein.  
Die Rettungskräfte müssen langsam vorgehen, um die Verschütteten nicht zu gefährden. Foto: Ritchie B. Tongo
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Die Rettungskräfte müssen langsam vorgehen, um die Verschütteten nicht zu gefährden.   

Tainan - Wie viele Menschen liegen noch unter den Trümmern eingestürzter Häuser? Nach dem Erdbeben in Taiwan bangen verzweifelte Angehörige um ihre Liebsten. Die Bergungsmannschaften können nur langsam vorangehen, um Verschüttete nicht zu gefährden.

Einen Tag nach dem Erdbeben im Süden Taiwans suchen die Rettungskräfte in den Trümmern weiter nach rund 150 Vermissten. Die Zahl der Toten in der Metropole Tainan stieg auf 23, wie das Katastrophenzentrum berichtete.

Rund 500 Menschen wurden verletzt, davon sind noch rund 100 in Krankenhäusern.

Die Suche nach den Verschütteten dauerte die Nacht über an. Rund 100 Menschen wurden allein in den Trümmern eines 16-stöckigen Wohnhauses vermisst, das komplett umgestürzt war. Die Behörden haben den Verdacht, dass Pfusch am Bau die Ursache gewesen sein könnte, warum das Haus dem Beben der Stärke 6,4 nicht standhalten konnte.

Mehr als zehn Gebäude eingestürzt

Vor dem Haus versammelten sich verzweifelte Angehörige. Am Sonntagmorgen holten die Bergungskräfte drei Bewohner aus den Trümmern, darunter ein kleiner Junge und sein Vater, wie die taiwanesische Nachrichtenagentur CNA berichtete. Kurz nach Mitternacht waren aber auch drei weitere Tote geborgen worden.

Die meisten Verschütteten in dem Weiguan-Jinlong-Wohnkomplex wurden in den zerstörten unteren Stockwerken vermutet, zu denen sich die Rettungskräfte nur schwer Zugang verschaffen konnten. Die Helfer mussten teils schweres Gerät einsetzen und Wände mit Trägern stützen, da befürchtet wurde, dass die Hausreste weiter in sich zusammenbrechen und so Verschüttete und Rettungskräfte in Gefahr geraten. Tainans Bürgermeister Lai Ching-te sagte, die Suche komme nur langsam voran, weil die Retter die Trümmerstücke vorsichtig und teilweise von Hand beseitigen müssten, um niemanden zu gefährden.

In der Zwei-Millionen-Metropole sind insgesamt mehr als zehn Gebäude eingestürzt. Unter den Vermissten in der Stadt sind nach offiziellen Angaben auch mindestens 35 Kinder. Bei den Rettungsarbeiten konnten bislang 356 Menschen lebend geborgen werden. Wegen Einsturzgefahr wurden 424 Menschen bei Evakuierungen in Sicherheit gebracht.

Madonna spricht Angehörigen ihr Beileid aus

Musikstar Madonna beschrieb das Erdbeben als "furchterregend". Bei ihrem zweiten Konzert in Taipeh, wo die Sängerin im Hotel von den Erdstößen überrascht worden war, sprach sie am Samstagabend den Familien der Todesopfer ihr Beileid aus. "Uns tut es sehr leid. Wir sollten sie in unserer Erinnerung halten und daran denken, wie viel Glück wir gehabt haben", zitierte sie die Nachrichtenagentur CNA.

"Ich wollte nur sagen, wie verrückt die letzte Nacht war", sagte die Sängerin vor Tausenden von Fans. "In Los Angeles habe ich früher schon Erdbeben erlebt, aber das war am Boden, nicht im 17. Stock des Mandarin Oriental Hotels." Die 57-Jährige zeigte sich erleichtert, dass ihrem Team und anderen Menschen in der Hauptstadt 350 Kilometer nördlich vom Epizentrum nichts passiert sei. "Wir sind vom Glück gesegnet."

Das Erdbeben passierte nur einen Tag vor dem traditionellen chinesischen Neujahrsfest, das am Sonntagabend gefeiert wird. Es ist das größte Familienfest der Chinesen. Nach der vorübergehenden Unterbrechung der Hochgeschwindigkeitsbahn im Süden Taiwans verkehrten die Züge ab Sonntagmorgen wieder normal.

dpa

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