Sensationelle Entdeckung

Astronomen erspähen Planeten - und der dürfte eigentlich gar nicht existieren

Wissenschaftler staunen über eine neue Entdeckung: Ein Riesenplanet kreist um einen Zwergstern. Das Besondere an diesem Fund ist, dass so eine Konstellation bisher für unmöglich gehalten wurde.

Chile - Diese Entdeckung könnte alle bisherigen Theorien über die Entstehung von Planeten in Frage stellen: Der Riesenplanet namens NGTS-1b kreist um einen Zwergstern - sowas wurde bisher noch nie im Weltall gefunden. Doch ausschlaggebend ist nicht nur, dass das der erste Fund dieser Art ist, sondern auch, dass Experten das bisher für unmöglich hielten.

Entdeckt wurde der Planet von einer neuen Teleskopanlage namens „Next Generation Transit Survey“ (NGTS) im Norden von Chile. Wie Kurier.at berichtet, ist es der erste Exoplanet, der durch die Teleskopanordnung gesichtet wurde - und der sorgt bei Wissenschaftlern auf der ganzen Welt für eine Menge Verwirrung. Bisher gingen die Forscher nämlich davon aus, dass sich um einen kleinen Stern keine Riesenplaneten bilden können. Ein Zwergstern könne niemals genug Material ansammeln, um so einen riesigen Planeten hervorzubringen. 

Der entdeckte Planet NGTS-1b ist ungefähr sechshundert Lichtjahre von unserer Erde entfernt und ist in etwa so groß wie der größte Planet unseres Sonnensystems, der Jupiter. Der Stern, um den der Planet kreist, ist wohl nur halb so groß wie die Sonne. Der Zwergstern und der Riesenplanet sind also ein ziemlich ungewöhnliches, bisher unbekanntes Pärchen. 

Heike Rauer, Leiterin des Instituts für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), zeigt sich auch sehr verblüfft über den Fund und zieht folgendes Fazit: „Dieser erste Erfolg des NGTS ist eine große Überraschung für die Entdecker und eine Herausforderung für die Theoretiker.“ Herausforderung deshalb, weil der bisherige Kenntnisstand nun neu aufgerollt werden muss, um die Frage zu klären, wie der Planet NGTS-1b überhaupt entstehen konnte. 

Rubriklistenbild: © picture alliance / NASA/JPL-Calt

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